Befestigung in tiefen Gewässern 18.07.2014, 09:35 Uhr

Ingenieure entwickeln tauchende Plattform für Offshore-Windräder

Sie taucht in zehn Metern Tiefe, ist mit Kabeln am Meeresboden verankert und bietet Windkraftanlagen einen stabilen Untergrund: eine neue Befestigungsplattform US-amerikanischer Ingenieure, die tonnenweise Stahl überflüssig und die Stromproduktion somit günstiger macht. 

Offshore-Windanlagen sind bislang auf dem Meeresboden verankert – in zu tiefem Wasser wäre eine Installation unwirtschaftlich. Die tauchenden Plattformen sollen das ändern.  

Offshore-Windanlagen sind bislang auf dem Meeresboden verankert – in zu tiefem Wasser wäre eine Installation unwirtschaftlich. Die tauchenden Plattformen sollen das ändern.  

Foto: London Array

Bislang stehen die allermeisten Offshore-Windturbinen auf dem Meeresboden. Windgünstige Wasserflächen lassen sich dadurch nicht mehr nutzen, sobald die See zu tief ist. In Japan experimentieren Forscher deshalb mit schwimmenden Plattformen, die allerdings mit hohen Baukosten verknüpft sind.

Kabel können mehrere Hundert Meter lang sein

Das US-Unternehmen Glosten Associates aus Seattle hat nun eine Plattform entwickelt, die acht bis zehn Meter unter der Wasseroberfläche schwimmt und mit mehreren Kabeln am Meeresboden festgehalten hat. Sie soll sich für Wassertiefen zwischen 55 und mehreren Hundert Metern eignen. Damit käme der allergrößte Teil der Nordsee für die Windenergienutzung infrage.

Die Plattform taucht in bis zu zehn Metern Tiefe, die Kabel können mehrere Hundert Meter lang sein. Wassertiefe wäre zukünftig kein Hemmschuh mehr für Offshore-Anlagen. 

Die Plattform taucht in bis zu zehn Metern Tiefe, die Kabel können mehrere Hundert Meter lang sein. Wassertiefe wäre zukünftig kein Hemmschuh mehr für Offshore-Anlagen. 

Quelle: Glosten Associates

Das britische Energy Technologies Institute (ETI) in Loughborough kalkuliert, dass für eine Sechs-MW-Windturbine lediglich 1100 Tonnen Stahl verbaut werden müssten – bisher sind es noch rund 6000 Tonnen. Würden die Plattformen in Serie produziert, könnten die Kosten für einen Megawattstunde Strom von derzeit 149 auf 106 Euro sinken.

Schottland kommt als Standort einer Demonstrationsanlage in Frage

Bedingt durch das hohe Windaufkommen in den allermeisten Jahreszeiten wird in Schottland intensiv an neuen Techniken zur immer besseren Nutzung erneuerbarer Energien gearbeitet. Ehrgeiziges Ziel der schottischen Regierung ist es, bis zum Jahr 2020 hundert Prozent des benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien zu gewinnen – vor allem aus Windenergie. Entsprechend viel Geld investiert die Regierung. Eine Entscheidung zur Demonstrationsanlage ist aber erst nach dem schottischen Unabhängigkeits-Referendum im September zu erwarten. 

Von Peter Odrich
Von Peter Odrich

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