Forschen und Strom sparen 14.07.2014, 14:23 Uhr

Größtes deutsches Solarkraftwerk für Eigenverbrauch hat am KIT Betrieb aufgenommen

Ein solares Großkraftwerk, kombiniert mit Batterien, versorgt ab sofort das Karlsruher Institut für Technologie mit Strom. Gleichzeitig wird dort die optimale Kombination zwischen allen Komponenten erforscht, um privaten und industriellen Nutzern eine kostengünstige Alternative zum Netzstrom zu bieten.

Mit dem Solar-Speicher-Park am Campus Nord des KIT werden neue Technologien für die Energiewende erprobt.

Mit dem Solar-Speicher-Park am Campus Nord des KIT werden neue Technologien für die Energiewende erprobt.

Foto: KIT

Das größte Solarkraftwerk Deutschlands, das Strom nur für den Eigenverbrauch produziert, hat jetzt den Betrieb auf dem Gelände des Campus Nord aufgenommen. Das ist das einstige Forschungszentrum Karlsruhe, heute Teil des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT).

Strom, der nicht sofort verbraucht werden kann, fließt in Lithium-Ionen-Batterien. Mit diesem Großlabor für die direkte Nutzung von Solarenergie, bei der generell auf die Einspeisung ins öffentliche Netz verzichtet wird, soll das Zusammenspiel zwischen Solarzellen, die unregelmäßig Strom liefern, Wechselrichtern, die den erzeugten Gleichstrom in Wechselstrom umwandeln – und umgekehrt – und den Verbrauchern, die unterschiedliche Energiemengen benötigen, optimiert werden. „In diesem Solarstrom-Speicher-Park entwickeln wir mit unseren Partnern zukunftsweisende Lösungen und Systemkonfigurationen, die auf einem globalen Markt bestehen können“, sagt Professor Holger Hanselka, Präsident des KIT.

„Innovation ist eine Kernaufgabe des KIT“, so KIT-Präsident Holger Hanselka (li.) bei der Inbetriebnahme der Anlage. 

„Innovation ist eine Kernaufgabe des KIT“, so KIT-Präsident Holger Hanselka (li.) bei der Inbetriebnahme der Anlage. 

Foto: KIT/Markus Breig

Das KIT erwartet, dass es mit dem Solarkraftwerk zwei Prozent seines Stromverbrauchs decken kann. Das senkt die Stromrechnung um 200.000 Euro pro Jahr. Bei einer Investitionssumme von 1,5 Millionen Euro amortisiert sich die Anlage nach etwa acht Jahren. Dann gibt es Gewinne, denn sie ist auf eine Lebendauer von 20 Jahren ausgelegt.

Die Verteilung des Stroms auf Direktverbraucher und Batterien regelt eine neuartige Software, die auch Wetterprognosen berücksichtigt. Die Solarmodule sind unterschiedlich ausgerichtet und geneigt, um die Position herauszufinden, bei der es den größten Stromertrag gibt, ohne dass die Module dem Lauf der Sonne folgen, eine Technik, die Solarkraftwerke massiv verteuert.

26 Institute arbeiten an der Batterie der Zukunft

Parallel dazu haben sich gleich 26 KIT-Institute aus den Bereichen Chemie, Materialforschung, Produktions- und Verfahrenstechnik, Elektrotechnik, Produktentwicklung, Fahrzeugsysteme, Informatik und Technikfolgenabschätzung zusammengetan, um innerhalb von acht Jahren leistungsfähigere und kostengünstigere Lithium-Ionen-Batterien für mobile und stationäre Einsätze zu entwickeln.

Ziel ist die Entwicklung eines Versorgungssystems für private und industrielle Anwender, das Solarstrom liefert, der deutlich billiger ist als der aus dem öffentlichen Netz. Der kostet private Verbraucher derzeit fast 30 Cent pro Kilowattstunde.

Den Solarpark hat das Dresdner Unternehmen Solarwatt aufgebaut. Für die Wechselrichter zeichnet Kostal Solar Electric aus Freiburg verantwortlich.

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