Stromquellen von Rechenzentren 03.04.2014, 16:29 Uhr

Greenpeace lobt Apple und kritisiert Amazon sowie Twitter

Rechen- und Datenzentren sind wegen ihrer Größe inzwischen gigantische Energiefresser. In einer aktuellen Studie lobt Greenpeace Apple nun für die konsequente Nutzung grünen Stroms. Amazon und Twitter hingegen zeigen die Umweltschützer die Rote Karte. Sie lassen sich immer noch überwiegend mit Atom- und Kohlestrom versorgen. 

In North Carolina hat Apple eine eigene Solar- und Brennstoffzellenanlage gebaut. Der Konzern hat in den letzten zwei Jahren die gesamte Stromversorgung auf grüne Energien umgestellt. 

In North Carolina hat Apple eine eigene Solar- und Brennstoffzellenanlage gebaut. Der Konzern hat in den letzten zwei Jahren die gesamte Stromversorgung auf grüne Energien umgestellt. 

Foto: Apple

Greenpeace hat untersucht, woher der Strom stammt, den die Betreiber großer Datenzentren und Anbieter von Clouddiensten nutzen. Als Vorbild für die gesamte Branche lobt Greenpeace im Ergebnis Apple. Das Unternehmen hat innerhalb von nur zwei Jahren die gesamte Stromversorgung auf grüne Energien, hauptsächlich Solarstrom, umgestellt. Zudem baut Apple im amerikanischen Bundesstaat North Carolina die weltweit größte privatwirtschaftlich betriebene Solarfarm.

Für die gesamte Branche stellt Greenpeace fest, dass bei den meisten großen Anbietern von Datendiensten der Anteil von grünem Strom schon hoch ist und weiter ansteigt. Was den Verbrauch angeht, sind Rechenzentren hungriger als Industrienationen wie Deutschland, Frankreich oder Großbritannien.

Ökokstromanteil bei Yahoo, Google und Facebook über 50 %

Bei Yahoo, Google und Facebook lag der Ökoanteil an der Stromversorgung im Kalenderjahr 2013 laut Greenpeace-Studie bereits bei 50 Prozent oder mehr.

Deutlich unter 50 Prozent bleiben dagegen Microsoft, Ebay, Equinix, Telecity, Dupont, Fabros, Digital Reality, Amazon und Twitter. Bei Microsoft fällt auf, dass der Konzern alle vier großen Stromgewinnungsarten bei der Beschaffung elektrischer Energie etwa gleichmäßig nutzt. Amazon und Twitter wirft Greenpeace vor, sie „unternehmen zu wenige Schritte um auf Erneuerbare Energien umzusteigen.“

Stromverbrauch der Clouddienste im Ländervergleich auf Rang 6

Den weltweiten Strombedarf allein für alle angebotenen Clouddienste beziffert Greenpeace auf inzwischen 684 Milliarden Kilowattstunden im Jahr. Das entspräche nach Angaben der Umweltorganisation Rang 6 unter den großen Energieverbrauchern – hinter China den Vereinigten Staaten, Japan, Indien und Russland.

Die Studie von Greenpeace weist für die untersuchten Unternehmen vier Kategorien der Stromerzeugung aus. Erstens ist das Grünstrom, wobei Greenpeace keine Anteile für Windstrom, Solarstrom, Wasserkraft und andere grüne Energie getrennt ausweist. Zweitens geht es um Kohlestrom, wobei nicht zwischen Steinkohle und Braunkohle unterschieden wird. Drittens handelt es sich um Strom aus Kernenergieanlagen und viertens schließlich um Erdgas, wobei andere Gas-Arten nicht mit aufgeführt sind. 

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