Atomaufsicht genehmigt Arbeiten 30.10.2013, 12:15 Uhr

Fukushima: Brennstäbe werden geborgen

Der Einsatz ist gefährlich, schwierig und langwierig – aber es gibt scheinbar keine Alternative: Mehr als 1500 Kernbrennstäbe muss Kraftwerksbetreiber Tepco aus einem unsicheren Abklingbecken des Atomkraftwerks Fukushima bergen.

Eine erneute Panne darf sich Kraftwerksbetreiber Tepco bei der riskanten Bergung der Brennstäbe nicht leisten. Denn diese sind noch so radioaktiv, dass etwa ein Ausfall der Kühlung während des Krantransports verheerende Folge für die Arbeiter haben könnte. 

Eine erneute Panne darf sich Kraftwerksbetreiber Tepco bei der riskanten Bergung der Brennstäbe nicht leisten. Denn diese sind noch so radioaktiv, dass etwa ein Ausfall der Kühlung während des Krantransports verheerende Folge für die Arbeiter haben könnte. 

Foto: dpa/Issei Kato

Die Brennstäbe sind noch so stark radioaktiv, dass sie eigentlich für Jahrhunderte in einem strahlungssicheren Bau gelagert werden müssten. Doch seit der Atomkatastrophe von Fukushima im Frühjahr 2011 liegen sie weitgehend ungeschützt in einem Abklingbecken, das durch das Erdbeben und den folgenden Tsunami an der japanischen Küste schwer beschädigt wurde.

Kraftwerksbetreiber Tepco will im November damit beginnen, die Brennstäbe in ein abgesichertes Kühlbecken zu verlagern. Allein dies wird voraussichtlich Jahre dauern, denn das Verfahren ist kompliziert. Per Kran muss jedes einzelne Brennelement aus dem beschädigten Becken gehoben und abtransportiert werden. Dabei darf niemals die Kühlung durch umgebendes Wasser unterbrochen werden, weil sonst die Strahlungsdosis für die beteiligten Arbeiter immens hoch sein könnte.

Japanische Regierung sichert sich Kontrolle über Tepco

Die japanische Atomaufsicht hat diese Arbeiten jetzt genehmigt – trotz erheblicher Bedenken. Denn Tepco hat in den vergangenen zweieinhalb Jahren kein gutes Krisenmanagement nachgewiesen. Meldungen über Pannen gibt es in Serie. Die jüngsten aus den vergangenen Wochen: Ein Filtersystem für kontaminiertes Wasser fiel aus, zudem schlug ein Tank leck und entließ hunderte Liter in den Pazifik.

Der Staat hat sich aber inzwischen die Kontrolle über das Unternehmen gesichert, indem er Tepco mit Steuermitteln vor der Pleite rettete. Mittlerweile gibt es Berichte darüber, dass die Regierung Tepco aufspalten wolle. Das Prinzip ähnelt dem einer „Bad Bank“, wie es in der europäischen Bankenkrise angewandt wurde: Ein Teil des Unternehmens soll nur noch für die Beseitigung der gewaltigen Schäden zuständig sein, der andere das Alltagsgeschäft eines Energieversorgers weiterführen.

Entsorgungsarbeiten könnten bis zu 40 Jahre dauern

Seit dem Unglück im März 2011 versuchen Arbeiter, die Reaktorsicherheitsbehälter laufend zu kühlen, in denen sich der Kernbrennstoff befindet. Wegen zahlreicher Lecks in der Anlage ist das aber kaum möglich. Reaktor 4, in dem jetzt die Brennstäbe geborgen werden sollen, wurde durch Feuer und Wasserstoffexplosionen beschädigt. Drei weitere der insgesamt sechs Reaktoren sind weitgehend zerstört. Die gesamten Entsorgungsarbeiten in Fukushima sollen 30 bis 40 Jahre dauern.

Der wirtschaftliche Schaden durch das Atomunglück ist bis heute umstritten. Experten sind sich aber einig, dass er ein Mehrfaches des Schadens betragen dürfte, den 1986 die Katastrophe von Tschernobyl verursachte. Hier liegen die Schätzungen bei 800 Milliarden Euro.

 

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