Initiative RenewIT 24.01.2014, 11:54 Uhr

EU will Rechenzentren Angst vor erneuerbaren Energien nehmen

Eine EU-Initiative will Betreiber von Rechenzentren dabei unterstützen, Kosten für den Umstieg auf erneuerbare Energien besser kalkulieren zu können. Unter anderem mit einem webbasierten Planungstool. Bislang genießen Wind und Sonne aufgrund ihrer Unbeständigkeit keinen guten Ruf in der Branche. An der Initiative beteiligt sind auch Chemnitzer Forscher.

Partner der Initiative RenewIT beim Kick-off-meeting Ende Oktober in Barcelona. Gemeinsam wollen sie erneuerbare Energien für Rechenzentren wirtschaftlicher machen. Wissenschaftler der Universität Chemnitz tragen Know-how zu alternativer Kühltechnik bei.

Partner der Initiative RenewIT beim Kick-off-meeting Ende Oktober in Barcelona. Gemeinsam wollen sie erneuerbare Energien für Rechenzentren wirtschaftlicher machen. Wissenschaftler der Universität Chemnitz tragen Know-how zu alternativer Kühltechnik bei.

Foto: RenewIT

Die EU hat eine Initiative gestartet, um Betreiber von Rechenzentren von erneuerbaren Energien zu überzeugen. „Derzeit nutzt nur eine Minderheit der europäischen Rechenzentren Energie aus erneuerbaren Quellen“, sagt Andrew Donoghue, Leiter der nternationalen Initiative RenewIT, die im Oktober 2013 gestartet ist. Und Motivation für diese Minderheit seien meist Imagegründe. 

Tatsächlich fiele es aber den allermeisten Betreibern schwer, die tatsächliche Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien richtig einzuschätzen. „Die wichtigsten Hürden für die Nutzung eneuerbarer Energien für Rechenzentren sind die wahrgenommenen Kosten und der Mangel an Instrumenten, mit denen Betreiber Entscheidungen treffen können“, sagt Donoghue. Da Rechenzentren auf kontinuierliche Stromzufuhr angewiesen sind, stößt hier besonders die Tatsache auf Skepsis, dass Wind- und Sonnenenergie je nach Tag, Uhrzeit und Jahreszeiten schwanken. 

Online-Tool soll erneuerbare Energien planbar machen

Das Projekt zielt daher darauf ab, mit Vorurteilen aufzuräumen und erneuerbare Energien berechenbarer zu machen. Es will Rechenzentrumsbesitzer und Planungsbüros unter anderem ein webbasiertes Planungswerkzeug an die Hand geben. Mit diesem sollen sie Kosten für den Aufbau einer Anlage einschätzen können, die einen hohen Anteil an lokaler erneuerbarer Energie nutzt. Besonders viel verspricht sich die Initiative nicht nur von erneuerbaren Stromquellen wie Wind und Photovoltaik, sondern auch von erneuerbaren Kühlungen mit Außenluft, Wasser und Schnee. 

Chemnitzer Wissenschaftler beschäftigen sich mit alternativer Kühltechnik

Am internationalen Projekt ist auch die Technische Universität Chemnitz beteiligt. „Wir sind schwerpunktmäßig mit den Kühltechniken und den erneuerbaren Energiequellen dabei“, sagt Dr. Thorsten Urbaneck, Experte für Technische Thermodynamik. „Die Energieversorgungssysteme müssen für verschiedene Standorte in Europa konzipiert und simuliert werden.“ Kontinuierliches Praxis-Feedback echter Rechenzentren aus ganz Europa soll die Forschung dabei unterstützen.

Die EU finanziert RenewIT mit 3,6 Millionen Euro. An der Initiative sind auch Forschungseinrichtungen aus Spanien, Italien, Großbritannien und den Niederlanden beteiligt. 

EU-Kommission will Anteil erneuerbarer Energien um 27 Prozent steigern

Die neuen Pläne der EU-Kommission für die Klima- und Energiepolitik sehen es vor, den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch bis 2030 auf 27 Prozent zu steigern. Eine verbindliche Quote für die Staaten ist allerdings nicht vorgesehen. 

Von Patrick Schroeder

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