Messe 25.03.2011, 19:52 Uhr

„Erneuerbare Energien sowie Verteilungstechnik werden in den kommenden Jahren weiter wachsen.“

Ganz im Zeichen effizienter Produkte und Prozesse steht die Hannover Messe 2011 vom 4. bis 8. April. Entsprechend dem Motto „Smart Efficiency“ ist Oliver Frese, der Cheforganisator der internationalen Ausstellung, davon überzeugt, dass die Felder Erneuerbare Energien und Automatisierungstechnik im Leitmessenspektrum künftig weiter expandieren.

VDI nachrichten: Herr Frese, voriges Jahr gab es bereits eine iPhone-App zur Hannover Messe. Müssen wir demnächst mit einer komplett digitalen Messe rechnen?

Frese: Nein, das müssen Sie nicht. „Echte“ Messen wird es immer geben. Die App ist ein hilfreiches „tool“ für die optimale Vorbereitung und ein besseres Sich-Zurechtfinden auf der Messe, aber den persönlichen Kontakt kann es nicht ersetzen. Bei jüngeren Befragungen sagten 80 % der Unternehmen: „Messe bleibt im Portfolio.“

2009 machte die Wirtschaftskrise und 2010 die Vulkanasche bei der Belegung der Ausstellungsfläche der Hannover Messe zu schaffen. Können die Besucher 2011 wieder ein volles Messegelände erwarten?

Ja, sie werden eine der stärksten Hannover Messen seit vielen Jahren erleben – mit mehr als 6000 Ausstellern und über 220 000 m2 Netto-Ausstellungsfläche. Alle 24 nutzbaren Hallen sind belegt, und wir erwarten deutlich mehr als 200 000 internationale Besucher. Viele Unternehmen haben die Krise genutzt, um in neue Technologien, Verfahren und Produkte zu investieren. Das wird sich auf der Hannover Messe 2011 widerspiegeln.

Bestätigt fühlen wir uns auch durch das Comeback einer ganzen Reihe namhafter internationaler Konzerne. Bei der MDA (Motion, Drive and Automation) sind das neben Schaeffler über 100 weitere Unternehmen, bei der Industrial Automation GE und Schneider, bei der ComVac Atlas Copco und Gardener Denver, bei den Energieleitmessen Vattenfall Europe, EnBW und Hitachi, um nur einige zu nennen.

Kritiker bemängeln schon länger die zu große Themenvielfalt der Messe und potenzielle Aussteller sind zunehmend auf kleinen Fach- und Branchenmessen zu finden. Wie kann sich die Hannover Messe da immer wieder erfolgreich positionieren?

Die Stärke der Hannover Messe ist genau dieses Leitmessenkonzept, bei dem sich die einzelnen Messen gegenseitig idealtypisch ergänzen und Synergieeffekte entstehen. Unseren Ausstellern bietet das die Chance für branchenübergreifendes Business und unseren Besuchern eine Messe der kurzen Wege.

Wir arbeiten ständig an neuen Themen und deren Integration in das Gesamtkonzept. Im vorigen Jahr haben wir mit der „MobiliTec“ das Thema Elektromobilität besetzt und mit der „CoilTechnica“ den Zulieferbereich gestärkt. Neu ist in diesem Jahr der Ausstellungsschwerpunkt „Metropolitan Solutions“. Hier werden Technologien und Lösungen für urbane Infrastrukturen und die Megacities der Zukunft präsentiert.

Zwischenzeitlich wurde die Messe von der Automatisierungstechnik dominiert, jetzt sind starke Tendenzen Richtung Energietechnik zu erkennen. Lässt sich so etwas steuern oder reagieren Sie eher auf Ausstellerbedürfnisse?

Sowohl als auch. Die Märkte verändern sich ständig und damit auch die Bedürfnisse der Aussteller und der Besucher. Nach der Messe setzen wir uns gemeinsam mit Ausstellern und Partnern zusammen, diskutieren die Erfahrungen mit der abgelaufenen Veranstaltung und die industriellen Entwicklungen, Trends und Anforderungen für die Zukunft. Dann entscheiden wir, in welche Richtung wir die Hannover Messe weiterentwickeln. Wenn Sonderveranstaltungen ein großes Potenzial bieten, können sie mittelfristig zu eigenen Leitmessen weiterentwickelt werden. Aber Automatisierungstechnik ist und bleibt ein Schwerpunkt und die Energiethemen belegen heute bereits rund ein Drittel der gesamten Ausstellungsfläche.

Erneuerbare Energien, Übertragungs- und Verteilungstechnik sowie das Ausstellungsprogramm E-Energy mit Smart Grid, Smart Meter und IKT der Energiewirtschaft sind Felder, die in den kommenden Jahren weiter wachsen werden. Zunehmen wird wohl auch der Leichtbau im Rahmen der Industrial Supply.

Wie steht es in diesem Jahr mit dem Sinnbild für Automation – der Robotik, die zwischenzeitlich der Hannover Messe den Rücken gekehrt hatte?

Gegenüber 2010 wird der Robotikbereich um ein Drittel ausgebaut. Mit der Kuka AG können wir einen prominenten Rückkehrer begrüßen, der sich mit einem sehr repräsentativen Stand im Zentrum der Industrial Automation präsentieren und sein gesamtes Portfolio ausstellen wird. Das ist ein ganz klares Signal. Mit der Robotation Academy bieten wir der Branche zudem ganzjährig eine perfekte Plattform für angewandte Robotertechnologie. Unser Ziel ist dabei, mittelständische Unternehmen an die Robotertechnik heranzuführen.

Die Prozessautomatisierung findet zwar im Themenplan statt, eine eigene Messehalle und damit einen festen Anlaufpunkt wie zu Interkama-Zeiten gibt es aber nicht. Wie kam es zu der für die Aussteller der Branche unglücklichen Entscheidung?

Es ist ein ausdrücklicher Wunsch unserer Aussteller gewesen, alle Themenfelder der Automation, also Prozess-, Fertigungs- und Gebäudeautomatisierung, unter dem Dach der Industrial Automation zu vereinen. Sie belegt in diesem Jahr sieben Hallen und mehr als 50 000 m2 Fläche. Über 1000 Aussteller werden sich dort präsentieren.

Die Deutsche Messe engagiert sich auch mit Ausstellungen im Ausland. Machen Sie dadurch der Hannover Messe hinsichtlich ihres Anspruchs hoher Internationalität nicht Konkurrenz?

Nein. Das Auslandsgeschäft ist eine Erweiterung unseres Angebots und keine Konkurrenz für unsere „Mutter aller Messen“. Die Erfahrung zeigt, dass wir dadurch neue Aussteller und Besucher für die Hannover Messe gewinnen. Die Auslandsmessen sind speziell auf die dortigen Märkte zugeschnitten, die Hannover Messe bietet dagegen eine globale Plattform und damit die Chance, das Geschäft weltweit auszubauen und neue Märkte zu erschließen.

In China, Indien, der Türkei und Russland führen wir bereits sehr erfolgreich Messen durch. In diesem Jahr kommt Brasilien dazu. Im April veranstalten wir in Sao Paulo die CeMAT South America und im Mai die BITS – Business IT South America. Weitere attraktive Zielländer werden folgen – wir sehen da ein erhebliches Wachstumspotenzial.

ANNE SCHNELLER

  • Anne Schneller

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