Leck im Atomkraftwerk vermutet 11.07.2013, 11:45 Uhr

Erhöhte Radioaktivität im Grundwasser von Fukushima

Tepco, die Betreiberfirma des havarierten Atomkraftwerkes in Fukushima, meldet eine überraschend hohe radioaktive Belastung im Grundwasser. Die Grenzwerte sind um ein Vielfaches überschritten. Als Ursache wird ein unentdecktes Leck im Kühlwassertank vermutet.

Fukushima Reaktor 2: Im zerstörten japanischen Katastrophenreaktor Fukushima gibt es erneut Probleme. Laut Betreiber Tepco gelangt verseuchtes Wasser ins Grundwasser. Am 8. Juli wurden im Grundwasser 18 000 Bequerel Cäsium-137 pro Liter (Bq/L) gemessen. Der definierte Grenzwert liegt bei 90 Bq/L. Cäsium-137 hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren.

Fukushima Reaktor 2: Im zerstörten japanischen Katastrophenreaktor Fukushima gibt es erneut Probleme. Laut Betreiber Tepco gelangt verseuchtes Wasser ins Grundwasser. Am 8. Juli wurden im Grundwasser 18 000 Bequerel Cäsium-137 pro Liter (Bq/L) gemessen. Der definierte Grenzwert liegt bei 90 Bq/L. Cäsium-137 hat eine Halbwertzeit von 30 Jahren.

Foto: EPA POOL/Kimimasa Mayama

Über mehrere Bohrlöcher entnimmt die Tokyo Electric Power Company (Tepco) regelmäßig Proben des Grundwassers auf dem Gelände des Atomkraftwerkes Fukushima. Jetzt hat Tepco einen rasanten Anstieg der beiden radioaktiven Cäsium-Isotope bekannt gegeben. Diese plötzliche starke Belastung kam offenbar überraschend, über die Gründe gibt es bisher nur Vermutungen.

Die Messwerte sprechen eine deutliche Sprache: Am 5. Juli lag die Konzentration von Cäsium-134 bei 99 Bequerel pro Liter (Bq/L), drei Tage später war sie auf 9000 Bq/L gestiegen. Der definierte Grenzwert für dieses eher kurzlebige Cäsium-Isotop mit einer Halbwertzeit von zwei Jahren liegt bei 60 Bq/L. Auch die Grundwasserbelastung von Cäsium-137 mit einer Halbwertzeit von 30 Jahren schoss in die Höhe, von 210 Bq/L auf 18 000. Der Grenzwert liegt hier bei 90 Bq/L. Cäsium verteilt sich relativ gleichmäßig im Körper und kann durch lokale Verstrahlungen zu Zellschäden, Mutationen und Krebs führen.

Auch die Strontium- und Tritium-Werte im Grundwasser sind erhöht

Erst im Juni hatte Tepco stark erhöhte Werte des radioaktiven Moleküls Tritium und des hochgiftigen Strontium-90 im Grundwasser gefunden. So war der Wert für die Strontiumbelastung im Grundwasser von 8,6 Bq/L im Dezember 2012 auf 1000 Bq/L bis Mai 2013 gestiegen. Der Grenzwert für das Isoptop, das über Trinkwasser und Nahrung aufgenommen wird, sich im Knochengewebe festsetzt und als Ursache von Leukämie gefürchtet wird, liegt bei 30 Bq/L.

Die von Tepco angekündigten Maßnahmen, um die weitere Verseuchung des Grundwassers zu verhindern, lesen sich eher vage. „Wir werden das Problem weiterhin bekämpfen, indem wir präventive Maßnahmen wie eine verbesserte Uferbefestigung implementieren.“ Außerdem, so Tepco, wolle man die Überwachung des Grundwassers mit weiteren Bohrlöchern verstärken und das Meerwasser im Hafen weiterhin analysieren.

Radioaktives Wasser ist seit der Katastrophe vom März 2011, als es in den Reaktoren eins bis drei zur Kernschmelze kam, ein anhaltendes Problem. Die betroffenen Kernreaktoren müssen täglich mit riesigen Mengen an Grundwasser zur Kühlung durchspült werden. Die Rede ist von etwa 400 000 Litern. Das kontaminierte Wasser wird anschließend in Wassertanks und Auffangbecken gelagert. Dabei kommt es immer wieder zu Lecks und eine unbekannte Menge des verstrahlten Wassers sickert ins Grundwasser und fließt in den Pazifik.

Ehemaliger Direktor von Fukushima stirbt an Krebserkrankung

Überdies gibt es inzwischen ein deutliches Kapazitätsproblem. Die sieben unterirdischen Kühlwasserreservate sind nahezu gefüllt. Schätzungsweise 250 000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser lagert auf dem Gelände von Fukushima, die Auffangbehälter werden knapp.

Etwa zeitgleich mit den Meldungen über die erhöhte radioaktive Belastung des Grundwassers schockierte die japanische Öffentlichkeit die Nachricht vom Tod des früheren AKW-Direktors. Masao Yoshida starb mit 58 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Yoshida, der im März 2011 das Kernkraftwerk leitete, hatte sich während der Atomkatastrophe über eine Anordnung von Tepco hinweggesetzt und das Einpumpen von Meerwasser zur Kühlung nicht gestoppt. Im Dezember 2011 war Yoshida aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten. Tepco erklärte nun, dass seine Erkrankung nicht im Zusammenhang mit dem Unglück stehe.

 

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