Energieeffizienz 25.07.2008, 19:36 Uhr

„Energiesparen ist die Energiequelle des 21. Jahrhunderts“  

VDI nachrichten, Braunschweig, 25. 07. 08, sta – Die Braunschweiger NEK Energy Consult AG bietet u.a. Energieeinspar-Contracting an. Sie installiert bei Kunden eine umweltfreundliche Gebäudetechnik und partizipiert an den Einsparungen. Um weiter wachsen zu können, wurde nun eine außerbörsliche Kapitalerhöhung initiiert. Gebremst wird das Unternehmen nur durch den Mangel an qualifizierten Ingenieuren.

Wachtel: Energiesparen ist die Energiequelle des 21. Jahrhunderts. Wer Energie spart, reduziert seine Betriebskosten. Unser Geschäft lohnt sich also aus ökologischer und ökonomischer Sicht.

NEK steht für Neue Energie Konzepte. Das Unternehmen will seine Marktposition vor allem durch den Bereich Energieeinspar-Contracting ausbauen. Dabei werden zunächst Einsparpotenziale identifiziert. Dann werden die notwendigen Anlagen durch NEK finanziert und erforderlichenfalls erneuert. Die erzielte Einsparung fließt dann nur zu einem Teil an den Kunden und zu einem größeren Teil an uns. Unser Leistungsspektrum soll durch die Entwicklung zusätzlicher eigener Analyse-Tools zur Ermittlung von Energie-Einspar-Potenzialen erweitert werden.

Wachtel: Der Schwerpunkt liegt auf der Kombination beider Punkte. Zunächst muss der Bedarf möglichst minimiert werden, das heißt, wie viel Energie benötigt ein Gebäude insgesamt, und wie kann ich durch gute Gebäudedämmung oder Sonnenschutz optimale Voraussetzungen schaffen. Im zweiten Schritt setzen wir dann bei der Energieerzeugung auf erneuerbare Energien oder hocheffiziente Systeme, wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke.

VDI nachrichten: In welcher Wettbewerbssituation sehen Sie die NEK?

Wachtel: Im Engineering gehören wir zu den Marktführern. Den Bereich Energiespar-Contracting wollen wir ausbauen. Hier ist 2008 der Wettbewerb vor allem bei Stadtwerken zu sehen. Unser Vorteil denen gegenüber ist unser Engineering-Know-How. Außerdem fokussieren wir uns auf EnergieeinsparProjekte. Anders als Stadtwerke wollen wir letztlich keine Energie verkaufen, sondern sie einsparen.

VDI nachrichten: Der Markt, in dem Sie sich bewegen, weckt nun auch das Interesse neuer Wettbewerber. So hat Georg Kofler, Ex-Premiere-Chef, den Hut in den Ring geworfen. Wird es wie immer laufen? Erst testen die Kleinen den Markt, dann räumen die Großen ab – vielleicht sogar, indem sie die Kleinen übernehmen?

Wachtel: Wir waren natürlich überrascht, als aus dieser Ecke ein so massiver Marktauftritt hereinschneite. Bei näherer Betrachtung aber erscheint das vor allem als ein Indiz dafür, dass wir mit unserem Kapitalmarktengagement den richtigen Riecher haben. Kofler Energies bietet eine Einspargarantie und finanziert die Projekte dann aus eigener Kraft. Da wollen wir auch hin. Zum Thema „die Großen und die Kleinen“ kann ich Ihnen sagen: Dr. Kofler übernahm vor 20 Jahre eine kleine Lokal-TV-Klitsche in München und nannte sie Pro7. Der Rest ist Geschichte…

VDI nachrichten: Nun erhöhen Sie Ihr Eigenkapital durch eine Aktienemission. Warum sollen die Aktien nur außerbörslich gehandelt werden?

Wachtel: Ein Listing ist geplant. Die Unterlagen für die BaFin werden aktuell vorbereitet. Nach Abschluss der außerbörslichen Emission wollen wir den Handel beobachten und dann den optimalen Zeitpunkt zum Listing bestimmen. Das Interesse an einem Listing ist aber schon heute groß, so dass ich von einem kurzen Zeitraum ausgehe.

Wachtel: 2011 gibt es NEK 16 Jahre. Wir sind dann im besten Teenageralter und damit noch voller Ideen und Elan. Die Unternehmensentwicklung, die wir mit unserer Kapitalerhöhung einleiten, forciert den Ausbau der Contractingaktivitäten. 2011 soll dieser Bereich als zweites Standbein signifikant zu Umsatz und Ertrag beisteuern. Die langlaufenden Energieverträge sorgen 2011 dann auch für eine deutliche Steigerung der Umsatzmarge.

VDI nachrichten: Worauf gründen Sie Ihre Hoffnungen auf weiteres Wachstum?

Wachtel: Die Nachfrage nach Energie-Einspar-Projekten steigt rasant. In diesem Marktumfeld wollen wir unsere Position als einer der führenden Anbieter ausbauen. Wir gehen davon aus, dass wir Gesamtleistung und Ergebnis in den nächsten Jahren weiter erhöhen werden. Es ist geplant, nach Möglichkeit bereits für das laufende Geschäftsjahr eine Dividende auszuschütten.

VDI nachrichten: Was wird das größte Hindernis sein, um Ihre langfristigen Ziele zu erreichen?

Wachtel: Die größte Herausforderung, die uns schon heute trifft, ist der Mangel an qualifizierten Ingenieuren. Offene Stellen können von NEK nur schwer adäquat besetzt werden. Mit unserem Programm „Jung nach vorn“ stellen wir uns dieser Herausforderung. Wir gehen verstärkt auf Studenten zu, die zum Beispiel ihre Diplomarbeit bei uns schreiben. 2008 haben wir erstmals einen Studienpreis ausgelobt.

VDI nachrichten: Wollen Sie ausschließlich aus eigener Kraft wachsen?

Wachtel: Mit einem Teil der Kapitalerhöhung möchten wir bei guter Gelegenheit eine Firma mit entsprechendem Profil übernehmen. Diese könnte dann 2011 als vollwertiges Mitglied in der NEK Gruppe konsolidiert sein.

VDI nachrichten: Wenn Sie nicht schnell genug wachsen: Wird dann die NEK zum Übernahmekandidaten?

Wachtel: Klar, unser Markt rückt in den Fokus von Finanzinvestoren. Uns rufen jetzt auch Risikokapital-Gesellschaften an. Nach dem Motto „Wenn es der Kofler macht …“. Für uns gilt die Maxime: Wir leben das Unternehmer-Unternehmen. Die maßgeblichen Gesellschafter müssen am Unternehmenserfolg mitarbeiten – und Partner müssen sich strategisch ergänzen. Wenn das alles passt: Warum nicht? JÖRG WEBER

Stephan Wachtel

Stephan Wachtel erhielt 1991 sein Diplom als Ingenieur für Umwelttechnik im Fachbereich Versorgungstechnik an der Fachhochschule Wolfenbüttel als jüngster Absolvent – mit 22 Jahren. „Aus dem Wunsch nach Gestaltungsfreiheit heraus“ machte der heute 40-Jährige sich mit seinem Geschäftspartner Walther Velten 1995 selbstständig. Das Geschäftsfeld Erneuerbare Energie und Energieeffizienz faszinierte den werdenden Vater schon im Studium. jw

NEK Energy Consult

Die NEK-Gruppe wurde 1995 von Stephan Wachtel (40) und Walther Velten (45) gegründet. Der außerbörsliche Aktienverkauf über die Umweltfinanz AG ist nicht die erste Finanzierungsrunde für NEK, die vom Standard der Bankenfinanzierung abweicht: Das Unternehmen hat auch schon einen Genussschein ausgegeben. Im Geschäftsjahr 2007 erzielte NEK eine Gesamtleistung von 9,87 Mio. € und ein EBIT von 1,29 Mio. €. Seit der Gründung ist das Unternehmen jährlich um durchschnittlich 25 % gewachsen. Zu den aktuellen Projekten zählen u.a. die energetische Sanierung des Frankfurter Flughafens (Terminal 1) und die technische Konzeption des Neubaus der ADAC-Hauptzentrale in München.

Ein Beitrag von:

  • Jens Witte

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