Produktion 19.04.2013, 10:59 Uhr

Energieeffizienz ist ein nachhaltiges Thema für die Druckluftbranche

Von einem kurzlebigen Modetrend kann längst keine Rede mehr sein. Denn geht es um Energieeffizienz, bietet die Druckluftbranche noch viel lohnendes Sparpotenzial. Das zeigten die neuesten Hightechentwicklungen vergangene Woche auf der „ComVac“ in Halle 26 der Hannover Messe 2013.

Druckluftverbrauch senken, Netzverluste minimieren. Energieeffizienz steigern – diese Themen lieferten Diskussionsstoff auf der ComVAC 2013.

Druckluftverbrauch senken, Netzverluste minimieren. Energieeffizienz steigern – diese Themen lieferten Diskussionsstoff auf der ComVAC 2013.

Foto: Dietmar Kippels

Druckluftverbrauch senken, Netzverluste minimieren. Energieeffizienz steigern – diese Themen lieferten Diskussionsstoff auf der ComVAC 2013. Foto: Dietmar Kippels

„Nachhaltiges Wirtschaften und Technologien rund um die Energieeffizienz haben sich zu Kernthemen in der Druckluftbranche entwickelt“, betonte Alexander Peters, Vorsitzender des Fachverbandes Kompressoren, Druckluft- und Vakuumtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA, Frankfurt), auf der Hannover Messe.

Das beginnt schon mit der computergestützten Anlagenanalyse: So soll das Smart-Link-Überwachungsprogramm von Atlas Copco in Essen einen präzisen Energiecheck bieten. „Dieses Online-Tool erlaubt einen kompletten Einblick in die Drucklufterzeugung und zeigt Optimierungspotenziale auf. Zudem werden Ausfallrisiken identifiziert, sodass rechtzeitig Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können“, betonte Andreas Theis, Branchenexperte Instandhaltung und Service bei Atlas Copco. Zudem werden Verbesserungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen einer Druckluftanlage aufgezeigt und auch entsprechende Maßnahmen, um diese Einsparungen zu realisieren.

Dass kreatives Engineering beim Thema Energieeffizienz ganz vorn steht, unterstrichen auch die Entwickler der Aerzener Maschinenfabrik, Aerzen, auf der weltgrößten Industriemesse. „Bei unserem einstufigen, ölfreien Schraubenverdichter aus der Baureihe Delta Screw konnten wir je nach Druckverhältnis bzw. Volumenstrom bis zu 6 % Energieersparnis nachweisen – ein in dieser Klasse beachtlicher Wert“, erläuterte Marketingleiter Stephan Brand. Diese Einsparung sei das Ergebnis einer Reihe konstruktiver Weiterentwicklungen, so die Konstrukteure bei Aerzen. Anstatt die zu verdichtende Luft wie bisher in der Schalldämmhaube anzusaugen, werde die kühlere Außenluft jetzt über einen Ansaugkanal direkt dem Ansaugfilter zugeführt, was die spezifische Leistung der Anlage deutlich verbessere. Darüber hinaus senkten optimierte Zuströmkanäle und ein neuartiger, strömungstechnisch verbesserter Schalldämpfer die Druckverluste signifikant.

Und auch direkt an Arbeitsplätzen in den Fertigungslinien steckt Optimierungspotenzial für Energieeffizienz, wie Haug Kompressoren aus St. Gallen, Schweiz, mit ölfreien Kolbenkompressoren zur örtlichen Druckerhöhung am Arbeitsplatz aufzeigte. „Der Saugdruck kann dabei zwischen 5 bar und 9 bar variieren und wird auf einen Arbeitsdruck von bis zu 25 bar erhöht. Durch die lokale Druckerhöhung werden viel Energie und damit natürlich Kosten gespart“, führte Geschäftsführer Beat Frefel in Hannover aus. Das gesamte Druckluftnetz zur Grundversorgung könne dadurch auf einem tieferen Druckniveau betrieben werden und nur ein Teilstrom werde mit dem Nachverdichter auf den höheren Enddruck verdichtet. Frefel: „Die öllose und trockenlaufende Nachverdichtung gewährleistet eine hohe Druckluftqualität bei minimalen Kosten für die Druckluftaufbereitung.“ Der Kompressor arbeite sehr leise und vibrationsarm, weshalb er auch als Workplace-Installation am Arbeitsplatz eingesetzt werden könne. Und durch die Kühlung mit der Umgebungsluft spare das Unternehmen weitere Betriebskosten.

„Hochleistungsfiltration und damit ein anlagenschonender Druckluftbetrieb fließen auch in das Thema Energieeffizienz ein“, ergänzte Ingo Riebow, Geschäftsführer von Airfilter Engineering in Bornheim. So befänden sich in jedem m3 Luft Millionen von Partikeln, zusammengesetzt etwa aus Staub, Bakterien, Kohlenwasserstoffen sowie anderen Verunreinigungen aus Haushalt oder Verkehr. „Diese Verunreinigungen werden durch den Kompressor angesaugt und verdichtet. Nur ein geringer Prozentsatz kann vom Ansaugfilter aufgefangen werden“, betonte Riebow. Abhängig vom Kompressortyp, Verdichtungstemperatur und Ölsorte gelangten zudem feinste Ölaerosole und Abrieb ins Kompressornetz.

„Es ergibt sich ein Konzentrat, das den Drucklufttransport behindern kann und früher oder später zu Störungen in der Druckluftanlage führt“, so der Filterexperte. Die Vorteile einer professionellen Aufbereitung der Druckluft mittels Hochleistungsfiltration würden dabei die Investitionskosten bei Weitem übertreffen.  DIETMAR KIPPELS

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