Technische Gebäudeausrüstung 01.04.2011, 19:52 Uhr

Energieeffizienz durch Gebäude-Integration

Gebäudeautomation spart Energie. Voraussetzung für möglichst hohe Energieeffizienz ist eine umfassende Systemintegration. Für diese sorgen Systemintegratoren. Die ISH 2011 bot Informationen über Qualitätszertifikate und Ausbildungen im Bereich Systemintegration.

Bei der Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden spielt die Gebäudeautomation eine immer wichtigere Rolle. Ein Grund liegt darin, dass beim baulichen Wärmeschutz Investition und Energieeinsparung irgendwann in keinem vernünftigen Verhältnis mehr stehen. Außerdem stößt die „Burka fürs Haus“, wie das „deutsche Dämmstoffwesen“ in der FAZ betitelt wurde, zunehmend auch auf Widerstände. Architekten, Denkmalschützer und Hausbesitzern wehren sich dagegen, dass Fassaden und damit das Ort- und Stadtbild einer Verschleierung im Namen des Klimaschutzes geopfert wird.

Es gibt nicht nur ästhetische, sondern auch gute technische und ökonomische Gründe, beim Thema Energieeffizienz auf Gebäudeautomation zu setzen. Nur mit Gebäudeautomation ist es möglich, die Gebäudetechnik automatisch zu steuern, zu regeln, zu überwachen, ihre Bedienung zu vereinfachen und den Anlagenbetrieb immer wieder zu optimieren. Vor allem die Steuerung von Energieerzeugung und Verteilung nach Bedarf erschließt hohe Energiesparpotenziale. Egal ob Neubau oder Bestandbau – eine Investition in Raumautomation zum Beispiel macht sich wegen der hohen Energieeinsparungen meist schon nach wenigen Jahren bezahlt. Die DIN EN 15232 „Energieeffizienz von Gebäuden – Einfluss von Gebäudeautomation und Gebäudemanagement“ rechnet bei hocheffizienten Gebäudeautomationssystemen mit Einsparungen im zweistelligen Prozentbereich.

Gebäudeautomation verbessert auch Komfort und Sicherheit. Bei modernen Autos wird der Fahrer durch Hilfssysteme, die er gar nicht mehr wahrnimmt, entlastet. Bei der Gebäudetechnik, die schon in einem Einfamilienhaus so komplex ist, dass nur ein Fachmann sie richtig einstellen und bedienen kann, kann Gebäudeautomation Ähnliches leisten. Standards wie LON oder BACnet sind intelligente und offene Technologien. Sie ermöglichen passgenaue Lösungen für jedes Gebäude. Diese Lösungen haben auch bei Nutzungsänderungen und Erweiterungen Bestand, da sie flexibel und skalierbar sind.

Die DIN EN 15232 teilt Automationssysteme nach ihrer Energieeffizienz in verschiedene Klassen von D bis A ein. Die Klasse A, die mit dem höchsten Effizienzpotenzial, zeichnet sich dadurch aus, dass die Gebäudetechnik umfassend und gewerkeübergreifend in die Gebäudeautomation und das Gebäudemanagement integriert ist. Effizienz und Integrationsgrad stehen in direkter Abhängigkeit zueinander.

Die Integration der Anlagen eines Gebäudes in die Gebäudeautomation braucht qualifizierte Systemintegratoren. Diese müssen gewerkeübergreifend denken, planen und arbeiten. Ihre Verantwortung dabei ist hoch. Die Qualität von Gebäudeautomation hängt ganz wesentlich von der Qualität der Systemintegration ab.

In Deutschland, wo der Bausektor bereits in der Ausbildung traditionell nach Gewerken organisiert ist, gibt es dafür weder eine offizielle Berufsausbildung noch amtliche Prüfungen.

Deshalb muss die Branche selbst für die Qualifizierung und Qualitätssicherung sorgen. LonMark Deutschland, der Interessenverband der Unternehmen, die mit der LON-Technologie arbeiten, hat deshalb schon 1998 ein Zertifizierungsverfahren für Systemintegratoren eingeführt und auch in Zusammenarbeit mit Schulungsstätten ein Ausbildungsprogramm etabliert.

Unternehmen, die das Zertifikat eines LonMark-Systemintegrators erwerben wollen, müssen dafür regelmäßig ein Audit vor einem unabhängigen Auditierungsgremium absolvieren. Dieses prüft sorgfältig die Qualifikationen des Personals sowie die aktuell realisierten Projekte.

Ein weiteres Element des Qualifizierungskonzeptes sind Fachbetriebe. Als Fachbetrieb kann sich ein Unternehmen eintragen lassen, das mindestens eine Fachkraft beschäftigt, die erfolgreich eine spezielle Ausbildung abgeschlossen hat. Mittlerweile hat die global agierende internationale LonMark-Organisation das vorbildliche deutsche Modell übernommen. Damit sind der zertifizierte Systemintegrator und der „Certified Specialist“ auch auf internationaler Ebene etabliert. H. PILGRAM

  • Hermann Josef Pilgram

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