Windkraft 09.07.2004, 18:31 Uhr

Enercon wächst mit dem Wind

VDI nachrichten, Aurich, 9. 7. 04 – Seit 20 Jahren baut das Familienunternehmen Enercon im ostfriesischen Aurich Windenergieanlagen. Aus kleinsten Anfängen hat sich der Betrieb zu einem der Großen der Branche gemausert. Er hat bisher über 7000 Anlagen gebaut und beschäftigt derzeit über 6000 Mitarbeiter.

Für den Schöpfungserhalt müssen dringende Änderungen passieren. Wir müssen den CO2-Ausstoß durch Kohlekraftwerke und Straßenverkehr reduzieren und auf regenerative Energien umsteigen.“ Mit diesem eindringlichen Aufruf zu mehr Verantwortung im Umgang mit den natürlichen Ressourcen wandte sich in diesen Tagen Aloys Wobben, der alleinige geschäftsführende Gesellschafter der Enercon GmbH, während der Feiern zum 20-jährigen Bestehen seines Unternehmens an die Vertreter aus Politik und Wirtschaft.
Ziemlich genau am 1. Juli 1984 gründete der damals 32-jährige Elektroingenieur aus Aurich unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 und ihren Nachwirkungen eines der ersten Unternehmen, das sich mit der umweltfreundlichen Nutzung der Windenergie zur Stromgewinnung beschäftigte. Heute, nach kleinen Anfängen mit einem Ein-Mann-Unternehmen beschäftigt Enercon weltweit über 6000 Mitarbeiter, hat bislang über 7000 Windenergieanlagen (WEA) in dreißig Länder exportiert und baut mit der WEA E-112 mit einer Ausgangsleistung von 4500 kW, einer Nabenhöhe von 124 m und einem Rotordurchmesser von 114 m eine der weltgrößten Windenergieanlagen überhaupt.
In seiner Ansprache erinnerte Firmenchef Aloys Wobben an die erste von ihm gebaute Anlage E-15, mit einer Ausgangsleistung von 7,5 kW, die seit ihrer Indienststellung im Jahr 1986 bis heute in Norddeich ihren Dienst tut. Der Sprung von dieser ersten Windenergieanlage bis zur heutigen „Multimegawatt-Anlage“ E-112, dem „Flaggschiff“ des Hauses, das bei gutem Wind an nur einem Tag mehr Strom produziert als die E-15 in einem Jahr, zeigt nach Wobbens Worten auch die rasante Entwicklung seines Unternehmens in den vergangenen 20 Jahren. In diesem Zusammenhang verriet Aloys Wobben seine Zukunftsvision, dass 7500 Windenergieanlagen des Typs E-112 in Deutschland benötigt würden, um einen Windstromanteil am Energiemix von 25 % zu erreichen.
Noch ist es ein weiter Weg, bis sich die Vision des Firmengründers erfüllt, doch geht die Entwicklung in kleinen Schritten in diese Richtung: So dreht sich nach den in den Jahren 2002 bzw. 2003 errichteten Großanlagen in Egeln bei Magdeburg und Wilhelmshaven seit April diesen Jahres die dritte 4,5-MW-Anlage vom Typ E-112 in einem ostfriesischen Windpark, während gleichzeitig die Fundamente für zwei weitere Großanlagen in der Nähe von Emden hergestellt werden, wobei eine E-112 im so genannten Nearshore-Bereich seeseitig vor dem Emdener Deich errichtet wird.
Gleichzeitig mit dem Bau der neuen Großanlagen schreitet in Magdeburg-Rothensee der Ausbau einer Fertigungsstraße für die Serienproduktion der 52 m langen Rotorblätter fort. „Bald können wir alle 14 Tage ein Blatt für die E-112 fertigen“, erklärte dazu Volker Ziem, Geschäftsführer der Enercon Fertigung in Magdeburg-Rothensee. In Zukunft sollen dort in den großen Hallen der ehemaligen Stahlgießerei „Wilhelm Pieck“ auch die Generator- enwicklungen für die Multimegawatt-Anlage entstehen.
Auch in Zukunft will sich das Unternehmen Enercon richtungweisend für die Nutzung regenerativer Energien einsetzen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind die ersten Weichen bereits gestellte. So befindet sich derzeit schon eine Windenergieanlage in Planung, die an ihrem Standort im Raum Magdeburg die E-112 noch um ca. 20 m überragen wird. Gleichzeitig arbeitet man in dem Unternehmen an Offshore-Varianten der E-112 für einen Einsatz in dem geplanten Windpark „Butendiek“ vor der Insel Sylt.han

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