Heiztechnik 31.01.2003, 18:23 Uhr

Doppelnutzen: Flächenheizung wärmt und kühlt je nach Bedarf

Zum Heizen und Kühlen in Neu- und Altbauten wurde jetzt ein Kapillarrohrsystem entwickelt, das sich in Form von Kunststoff- matten auf Böden, Wänden und unter Decken verlegen lässt. Für glatte oder unebene Oberflächen gibt es entsprechende Mattenvarianten. Steckverbindungen sorgen für eine schnelle Verlegung.

Kapillarrohrsystem lautet das neue Flächentemperierungsprodukt, das jetzt Anbieter Polytherm im Vorfeld der ISH 2003 in Ochtrup präsentierte. Das vom Anbieter „Polymat“ genannte System, bietet hauptsächlich dort Vorteile, wo ganzheitliche Lösungen gesucht werden. Die Basis des Systems, das sich nicht nur zum Heizen, sondern auch zum Kühlen eignet, bildet eine Kunststoffkapillarrohrmatte aus Polypropylen (PP). Durch unterschiedliche Mattenvarianten ist das System sowohl für den Nass-, wie für den Trockenaufbau geeignet. Da die Aufbauhöhe auf 6 mm beschränkt bleibt, könnte das Kapillarrohrsystem nicht zuletzt für Renovierungsmaßnahmen im Althausbereich in Frage kommen.
Fertigungsbedingt beträgt bei dem System die maximale Breite der Mattenmodule 60 cm, und zwar bei einem Längenmaß von 1 m bis 6 m. Diese Möglichkeit der Längenanpassung gewährleiste individuelle, baustellengerechte Lösungen, betont Polytherm-Produktmanager Dipl.-Ing. Christian Terhaar. Ein weiteres wichtiges Plus der „Polymat“-Technologie sei die geringe Aufbauhöhe von nur 6 mm. „Vor allem für Planungs- und Heizungsprofis, die im Renovierungs- und Sanierungsmarkt bisher vergeblich nach flexibel einsetzbaren Produkten suchten, eröffnen sich jetzt mit dem Kapillarrohrsystem neue Marktchancen,“ urteilt der Polytherm-Produktmanager. Die Kapillarrohr-Technik komme zudem mit überaus niedrigen Systemtemperaturen aus, könne direkt verputzt werden und besitze, da es sich um ein aktives Temperierungssystem handele, ein äußerst dynamisches Regelverhalten. „Damit lässt es sich beispielsweise als kostengünstige und energiesparende Alternative zur klassischen Kühldecke einsetzen,“ so Terhaar. Zudem könne es – im Gegensatz zur passiven Temperierung mit Bauteilaktivierung – sogar mit Akustikputz kombiniert werden.
Als wasserführendes Wärmeübertragungssystem sei das Kapillarrohrsystem besonders in Kombination mit regenerativen Energieerzeugern eine effiziente Heiz-/Kühlsystemlösung, urteilt Terhaar. In Architektur und Planung könne es den Grundstein für neue, wasserbasierende Technologie legen und langfristig eine interessante Alternative zur reinen Raumluftkonditionierung bilden.
Das neue System ist ab Frühjahr dieses Jahres in zwei Varianten verfügbar: Für glatte Oberflächen wie Beton oder Estrich wurde das im deutschen Markt bei Polytherm erhältliche „Polymat-F“ entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine Rohrmatte, deren einzelne Kapillare (Rohrmaß 4,3 mm x 0,8 mm) in eine Kunststoffträgerfolie eingelegt sind. Der Abstand der einzelnen Kapillare zueinander beträgt wahlweise 20 mm oder 30 mm. „Polymat-F“ ließe sich – so Terhaar – einfach in eine Putzschicht an Wänden oder Decken, in einer Schicht Fliesenkleber am Boden oder an der Wand einlegen.
Die zweite Mattenform, genannt „Polymat-O“, eigne sich speziell für den Einsatz auf unebenen Untergründen, erläutert der Produktmanager. Bei diesem Produkt sei die im Verlegeabstand 10 mm, 20 mm oder 30 mm erhältliche Kapillarrohrmatte (Dimension 4,3 mm x 0,8 mm) an einer Kunststoff-Gewebematte mit 13 mm Maschenweite befestigt.
„Die Verbindungstechnik ist bei beiden Mattentypen denkbar einfach,“ versichert Terhaar. Die Anbindung der einzelnen Module untereinander erfolge über Steckverbinder, wobei Pressverbinder oder auch Gewinde zum Übergang genutzt werden könnten. E.W.

Ein Beitrag von:

  • Elmar Wallerang

    Redakteur VDI nachrichten. Fachthemen: Hoch- und Tiefbau, Bautechnik.

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