Standardisierung 23.10.2009, 18:29 Uhr

Beim Energiesparen kommt es vor allem auf die Steuerung an  

Mit steigenden Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden wird auch das Thema Gebäudeautomation immer interessanter. Gebäudeautomation verspricht nachhaltige Energieeinsparungen mit schnellem Return on Invest. Neben einigen proprietären Systemen konkurrieren vor allem drei Technologien auf dem Markt: KNX, LON und BACnet. VDI nachrichten, Düsseldorf, 23. 10. 09, rok

Die KNX-Technologie ist Nachfolger der älteren Systeme EIB (Europäischer Installationsbus), BatiBus und EHS, die Ende der 80er- bzw. Anfang der 90er-Jahre mit den ersten Produkten auf den Markt kamen. Historisch bedingt liegt ein Schwerpunkt von KNX im Bereich Elektroinstallation, zum Beispiel bei der Steuerung von Beleuchtungssystemen oder Jalousien. Aber auch Heizung, Lüftung und Sicherheitstechnik werden heute über KNX gesteuert. Eine Stärke von KNX ist die große Zahl der Partner – allein in Deutschland sind es mehr als 7000 – zu denen viele Elektroinstallationsbetriebe gehören. Über diese Schiene versucht KNX auch mit Home Automation im Wohnungsbau und Einfamilienhaus Fuß zu fassen.

Jedes Gerät ist über einen Chip mit eigener „Intelligenz“ ausgestattet

Die LonWorks Technologie, kurz auch LON (Local Operating Network), wurde vom amerikanischen Unternehmen Echelon Corporation um das Jahr 1990 herum in Kalifornien entwickelt. Die Idee von LON besteht darin, dass die Komponenten des Automationssystems direkt auf einer Ebene miteinander kommunizieren. Jedes Gerät ist über einen Chip mit eigener „Intelligenz“ ausgestattet und kann die relevanten Informationen direkt selbst vor Ort verarbeiten. Eine zentrale Steuerung wird damit überflüssig. Die Profile für die notwendige Interoperabilität werden von der LonMark Organisation entwickelt und überwacht. In der Gebäudeautomation ist LON vor allem im Zweckbau sehr verbreitet. Da die Technologie aber universell einsetzbar ist, wird LON auch in der Industrie, im Schienenverkehr oder bei der Überwachung der Liegenschaften von Lebensmitteldiscountern, Tankstellen oder Fast-Food-Ketten eingesetzt. Neue Wachstumsmärkte für LON sind Straßenbeleuchtungssysteme und intelligente Stromzähler. In den USA und einigen europäischen Ländern wurden und werden zurzeit große Projekte mit Smart Metern auf LON-Basis realisiert.

BACnet wurde Ende der 80er-Jahre unter Schirmherrschaft der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHREA) direkt von Anwendern und Entwicklern aus der Gebäudebranche entwickelt. Ziel war es, einen firmenneutralen, einheitlichen Standard für die Datenkommunikation in der Gebäudeautomation zu schaffen. Für die Interoperabilität der Geräte wurden verbindliche Regeln festgelegt, mit denen die Anforderungen der Gebäudetechnik praxisnah erfüllt werden. Das BACnet-Protokoll ist erweiterbar und damit auch für neue Anforderungen offen. BACnet wird nur in der Gebäudeautomation eingesetzt. Auch hier ist der Schwerpunkt der Zweckbau.

Jedes System nimmt für sich in Anspruch, alle Aufgaben der Gebäudeautomation lösen zu können. In der Praxis kommt es jedoch häufig zu Mischinstallationen: Auf der Managementebene, wo das Bedienpersonal die Anlagen überwacht und bedient, und auf der Automationsebene, wo Anlagen wie Kessel, Kältemaschinen oder Lüftungsanlagen geregelt werden, arbeitet BACnet. Auf der Ebene der Raumautomation mit Beleuchtungssteuerung, Sonnenschutz, Raumheizung und Klimatisierung kommen KNX oder LON zum Einsatz. Die Verknüpfungen werden über Gateways hergestellt. Für den Planer und Architekten, der überlegt Gebäudeautomation einzusetzen, und erst recht für die Nutzer von Gebäuden sind die technischen Details der verschiedenen Technologien nur selten von Interesse. Viel mehr interessiert, welchen Nutzen Gebäudeautomation hat. Die Verbände, die die Technologien vertreten, die KNX Association, LonMark für LON und BIG-EU für BACnet, haben das inzwischen erkannt. Und viele Unternehmen der Branche bieten heute häufig schon mehr als eine Technologie an.

Das wichtigste Argument für Gebäudeautomation ist heute Energieeffizienz – und die kann mit jeder der oben erwähnten Technologien erreicht werden, wenn sie richtig eingesetzt werden. Eine integrative Planung schafft dafür gute Grundlagen.

Gebäudeautomation erschließt dann Energiesparpotenziale, die durch Wärmedämmung und effizientere Anlagentechnik nicht mehr erreicht werden. Konkrete Beispiele dafür werden – technologieunabhängig – auf dem Kongress GebäudeEffizienz 2009 am 12. November in Frankfurt/M vorgestellt.

HERMANN MARGLIP

Von Hermann Marglip
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