Handys drahtlos laden 21.01.2015, 13:42 Uhr

AutoCharge: Microsoft versucht es mit Licht

Smartphones drahtlos per Licht aufladen: Daran tüftelt die Forschungsabteilung von Microsoft. Das neue System nennt sich AutoCharge. Per Bilderkennungssoftare sucht das Gerät  schwächelnde Handys. Und hilft. Dabei wandeln transparente Solarzellen das Licht in Strom um. Alles funktioniert ohne Eingreifen des Nutzers.

AutoCharge heißt das Gerät, das dem Nutzer die Suche nach dem Ladekabel ersparen soll. Es könnte auch in Gaststätten oder Wartehallen installiert werden. Auf dem Bild sind die fürs Ladegerät notwendigen Komponenten zu sehen. 

AutoCharge heißt das Gerät, das dem Nutzer die Suche nach dem Ladekabel ersparen soll. Es könnte auch in Gaststätten oder Wartehallen installiert werden. Auf dem Bild sind die fürs Ladegerät notwendigen Komponenten zu sehen. 

Foto: Microsoft Research

Der Smartphone-Akku ist leer, was oft mehrmals pro Tag passiert, wenn das Gerät ausgiebig zum Surfen genutzt wird. Der Besitzer legt es auf den Wohnzimmer- oder Schreibtisch. Hilfe rufend blinkt eine Leuchtdiode (LED). Das bemerkt eine Bilderkennungssoftware, die mit einer Kamera gekoppelt ist. Ein Stellmotor sorgt dafür, dass sie ständig den ganzen Raum scannt.

Um das Blinken zu erkennen braucht das System gerade mal 0,3 Sekunden. Summend richtet der Stellmotor das Gerät aus, sodass es direkt auf das Smartphone zielt. Eine Art Taschenlampe, die neben der Kamera installiert ist, schaltet sich ein.

So muss das Smartphone ausgerüstet sein, damit AutoCharge funktioniert.

So muss das Smartphone ausgerüstet sein, damit AutoCharge funktioniert.

Foto: Microsoft Research

Ihr Lichtstrahl fällt genau auf das Smartphone. Dieses ist mit einer transparenten Folie überzogen, das Solarzellen enthält. Der Strom, den sie erzeugen, lädt den Akku. Wenn die Leuchtdiode aufhört zu blinken, der Akku also voll ist, endet die Ladeaktion. Die Folien könnte, so Microsoft, beispielsweise SunPartner Technologies aus Aix-en-Provence in Frankreich liefern.

Suche nach dem Ladekabel wird überflüssig

So stellen sich Forscher von Microsoft Research, die in einem Labor in Peking arbeiten, die Zukunft vor. AutoCharge heißt das Gerät, das dem Nutzer die Suche nach dem Ladekabel ersparen soll. Es könnte auch in Gaststätten oder Wartehallen installiert werden. Das Licht muss nicht unbedingt sichtbar sein. Es funktioniert, wenn die richtige Solarzellenfolie eingesetzt wird, auch mit Infrarotlicht, das für Menschen nicht sichtbar ist, also auch niemanden stören kann. Einen Prototypen haben die chinesischen Microsoft-Forscher bereits gebaut.

Bisherige Ladesysteme sind ortsgebunden

Um den Nutzern die „geistige Belastung“, so der Forschungsbericht der Wissenschaftler, durch ständiges Überprüfen des Ladezustands zu ersparen, sei eine automatische Ladefunktion wichtig. Um es den Nutzern noch bequemer zu machen sollen Vorder- und Rückseite des Smartphones mit Solarzellenfolie beklebt werden. Dann kann es achtlos irgendwohin gelegt werden – vorausgesetzt, der Raum ist mit AutoCharge ausgestattet. Geladen wird es immer. Es funktioniert auch mit Sonnenlicht. Doch dessen Verfügbarkeit sei eingeschränkt und daher nicht zuverlässig genug, argumentieren die Forscher.

Rot markiert sind die von Microsoft AutoCharge erkannten Smartphones und Solarzellen.

Rot markiert sind die von Microsoft AutoCharge erkannten Smartphones und Solarzellen.

Foto: Microsoft Research

Bisher gibt es zwei Systeme, mit denen sich entsprechend ausgerüstete Smartphones drahtlos aufladen lassen: Qi vom Wireless Power Consortium und eins der beiden Gremien Power Matters Alliance (PMA) und Alliance for Wireless Power (A4WP). In beiden Fällen müssen die Smartphones an einen bestimmten Platz gelegt werden, damit der Ladevorgang funktioniert.

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