Einbruch in den USA 23.10.2013, 08:49 Uhr

Auch bei Windenergie ist China nun Weltmarktführer

Europa und hier ganz speziell Deutschland haben die Windenergie weitestgehend entwickelt und groß gemacht. Doch inzwischen läuft Asien den Pionieren den Rang ab: Unter den fünf führenden Ländern in der Offshore-Windkraft befinden sich inzwischen zwei asiatische Staaten: China und Indien.

In Europa wurde im Sommer 2013 der weltgrößte Offshore-Windpark in der Themse-Mündung eingeweiht. Siemens lieferte 175 Windturbinen für den Windpark London Array, der in der ersten Ausbaustufe bereits eine Leistung von 630 Megawatt erreicht. Mit dieser Leistung können rund 500 000 britische Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Das Bild zeigt die Installation der letzten Windturbine im Dezember 2012.

In Europa wurde im Sommer 2013 der weltgrößte Offshore-Windpark in der Themse-Mündung eingeweiht. Siemens lieferte 175 Windturbinen für den Windpark London Array, der in der ersten Ausbaustufe bereits eine Leistung von 630 Megawatt erreicht. Mit dieser Leistung können rund 500 000 britische Haushalte mit sauberem Strom versorgt werden. Das Bild zeigt die Installation der letzten Windturbine im Dezember 2012.

Foto: Siemens

Die Volksrepublik China verfügt entlang ihrer langen Küsten über eine installierte Windstrom-Kapazität von inzwischen 5500 Megawatt. Auf dem zweiten Rang folgt Großbritannien mit 1331 Megawatt. Auf Rang 3 liegt bereits Indien mit 1243 Megawatt vor Deutschland mit 1143 Megawatt und schließlich Schweden auf Rang 5 mit 526 Megawatt. Das geht aus den aktuellen Zahlen der World Wind Energy Association (WWEA) hervor, die die Offshore-Kapazitäten zur Jahresmitte erhoben hat.

Allerdings nimmt das Tempo des Zubaus derzeit ab. Wurden 2012 an Land und auf See noch weltweit 44 600 Megawatt installiert, sinkt dieser Werk in diesem Jahr auf voraussichtlich rund 36 000 Megawatt. Das hat aber nur zum Teil mit der schwachen Konjunktur in vielen Ländern zu tun.

Starker Einbruch in den USA

Ganz extrem gefallen ist das Ausbautempo an der atlantischen wie pazifischen Küste der Vereinigten Staaten sowie im amerikanischen Inland. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres ist in den USA nur eine einzige neue Turbine ans Netz gegangen. Im Jahre 2012 hatten die USA noch insgesamt 13 000 Megawatt an neuer Kapazität – fast ausschließlich an Land und nicht Offshore – installiert. 2013 dürften es maximal 2000 bis 3000 Megawatt werden, wie die WWEA derzeit schätzt.

Der Grund für diesen massiven Einbruch liegt in der ungeklärten Haushaltssituation der Vereinigten Staaten. Dabei geht es für die Betreiber wie Planer neuer Windanlagen in Amerika vor allem um die Steuergutschrift, die derzeit weitgehend ungeklärt ist. Erst wenn die amerikanischen Haushaltsprobleme gelöst sind, dürfte sich auch die Installation von Windkraftanlagen wieder erholen.

Ausbau in China stagniert auf hohem Niveau

Aber selbst in der Volksrepublik China geht es inzwischen mit dem Ausbau der Windenergie deutlich langsamer voran. Im Jahre 2012 hatte das Land noch Windkraftanlagen mit einer Kapazität von 13 000 Megawatt installiert. Derzeit sieht es so aus, dass China diesen Wert in diesem Jahr wiederholen, aber nicht steigern wird. Die konjunkturelle Abschwächung in China wirkt sich eindeutig auch auf den Bau neuer Windkraftanlagen aus.

Allerdings könnte die Windenergie wieder an Dynamik gewinnen durch die sinkenden Preise für immer leistungsfähigere Windturbinen. Das erhöht zunehmend die Wettbewerbsfähigkeit der Windenergie gegenüber anderen Energieträgern.

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