Heiztechnik 05.05.2006, 19:21 Uhr

Alternative Wege aus der Heizkostenfalle  

Die Heizkostenabrechnung für das Jahr 2005. Für eine 100 m2 große Wohnung müssen allein aufgrund der gestiegenen Energiepreise mit 100 € bis 300 € höheren Kosten für 2005 gerechnet werden. Doch Alternativen zu Öl und Gas sind vorhanden.

Die Heizkostenrechnung 2005 dürfte in den meisten Fällen deutlich höher ausfallen als im Vorjahr. Für Heizöl mussten durchschnittlich 32 % mehr gezahlt werden, für Gas etwa 11 % mehr“, sagt Franz-Georg Rips, Direktor des deutschen Mieterbundes in Berlin. Das bedeutet zum Beispiel: „Mieter einer 100 m2 großen Wohnung müssen allein aufgrund der gestiegenen Energiepreise mit 100 € bis 300 € höheren Kosten für 2005 rechnen“, meint Rips.

Sinkende Heizkosten sind nicht in Sicht, im Gegenteil: Weil Rohöl immer knapper wird, schließen Experten sogar eine Erhöhung der Ölpreise von derzeit mehr als 60 $ pro Barrel auf mehr als 100 $ je Barrel nicht aus. Der daran gekoppelte Preis für Heizöl könnte Schätzungen zufolge deshalb von derzeit etwa 58 Cent/l auf mehr als 1 €/l im Jahr 2010 steigen.

Doch es gibt eine Möglichkeit, der Heizkostenfalle zu entgehen: Sonnen- und Bioenergie sowie Erdwärme bergen riesige Potenziale zum Heizen. In vielen Fällen sind diese erneuerbaren Energien bereits heute wirtschaftlich. „Eigentümer von Einfamilienhäusern können rund 10 % bis 20 % an Heizkosten sparen“, sagt Christoph Podewils von der Informationskampagne „Deutschland hat unendlich viel Energie“ in Berlin. Gegenwärtig sind die Techniken zur Nutzung von Sonne, Erdwärme und Bioenergie in der Anschaffung noch recht teuer. Doch die Betriebskosten sind niedrig. „Über einen Zeitraum von zehn bis zwanzig Jahre rechnet sich die Investition deswegen“, sagt Podewils.

Außerdem macht die eigene Versorgung mit Heizenergie unabhängig von den großen Energiekonzernen und sie schont die Umwelt. Die Sonne etwa sendet täglich mehr als 80-mal mehr Energie nach Deutschland als verbraucht wird. „Allein durch Solarkollektoren auf den Dächern kann auch hier zu Lande ein Drittel des Wärmebedarfs gedeckt werden“, sagt Carsten Körnig, Geschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft in Berlin.

Ein ähnlich großes Potenzial hat die Erdwärme. Die Energie im Untergrund ist unabhängig von Tages- und Nachtzeit verfügbar. Spezielle Sonden in der Erde fangen sie auf, eine Wärmepumpe verdichtet sie anschließend so sehr, dass man Wohnungen und Häuser damit heizen kann. Dem Bundesverband Wärmepumpe in München zufolge reduziert der Einbau einer Wärmepumpe die Heizkosten in vielen Fällen beinahe um die Hälfte. Dies gilt für Neubau und Altbau gleichermaßen.

Wer nicht auf eine Heizungsanlage mit richtigem Feuer verzichten mag, sollte den Einbau einer Pelletheizung erwägen. Sie versorgt sich automatisch mit kleinen Presslingen aus Sägespänen, die im Keller gelagert werden – ganz ähnlich wie bislang das Heizöl. Auch die Pelletheizungen sind im Betrieb erheblich günstiger als Öl- oder Gasanlagen. „Der Brennstoff Holzpellets kostet etwa 40 % weniger als Öl und 30 % weniger als Erdgas“, sagt Markus Mann, geschäftsführender Gesellschafter der Westerwälder Holzpellets GmbH. Dass die kleinen Energieträger knapp werden, ist nicht zu befürchten: In den deutschen Wäldern wächst genug Holz nach, um damit jedes dritte Haus zu heizen.

Hunderttausende Hausbesitzer in Deutschland sparen bereits durch den Umstieg auf erneuerbare Energien. Alleine im Jahr 2005 wurden hier zu Lande etwa 100 000 Solaranlagen neu installiert. Das entspricht einem Zuwachs von 25 % gegenüber 2004. Insgesamt sind auf deutschen Dächern rund 800 000 Kollektoranlagen installiert, die Trinkwasser erwärmen oder das Haus heizen.

Auch in der Politik ist angekommen, dass erneuerbare Energien von entscheidender Bedeutung sind. Nicht zuletzt deshalb wird in Berlin ein Gesetz vorbereitet, das künftig das Heizen damit noch günstiger machen soll. „Wer heute schon in erneuerbare Energien zum Heizen investiert, ist in jedem Fall gut beraten“, sagt Podewils. Denn nicht zuletzt steigert eine moderne Heizungsanlage auch den Wert der eigenen vier Wände. RENA PAZIOREK

Von Rena Paziorek
Von Rena Paziorek

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