Konsumelektronik 02.04.2004, 18:29 Uhr

Tragbare MP3-Player: Tausendsassas mit kleinen Schwächen

Sie bieten Platz für 300 CD, die Aufnahme von analogen und digitalen Quellen, ein eingebautes Radio und dienen darüber hinaus noch als mobile Festplatte für den Datenaustausch und den persönlichen Datensafe. Neuester Trend: die Anzeige von Texten und Fotos.

Viel Nutzwert, verpackt auf kleinstem Raum, im Format einer Zigarettenschachtel und nicht mal 200 g schwer: Beim portablen Musikplayer spielen solche Eigenschaften eine bedeutende Rolle. Sie sind für viele Benutzer sogar noch wichtiger als Fortschritte in Ausstattung und sonstiger Technik.
Nachdem die erste Generation von tragbaren MP3-Spielern mit Festplatte, so genannten HD-Portis mit Festplatten im 2,5-Zoll-Format, gebaut wurde, stehen jetzt 1,8-Zoll-Platten zu erschwinglichen Preisen zur Verfügung. Ursache ist der Erfolg des Vorreiters Apple iPod.
Zum 1,8-Zoll-Format kommt das 1-Zoll-Format hinzu, das nochmals in Größe und Gewicht reduzierte Player erlaubt, aber derzeit noch auf 4 GByte Speicherkapazität beschränkt ist. Außerdem sind solche Modelle in ihrer Ausstattung noch nicht ausgereizt und im Preis kaum günstiger als die 1,8-Zoll-Klasse, so dass es im vorliegenden Test um fünf solcher Modelle geht. Dabei beträgt die Standardgröße 20 GByte Speicherplatz.
Im Test dabei sind der Gmini 220 von Archos, der sich als kleinster der Testkandidaten erwies. Des Weiteren der IHP-120 von iRiver, den es als IHP-100/140 auch mit 10 GByte und 40 GByte zu kaufen gibt. MP3-Pionier Rio schickt den Karma ins Rennen. Der YP-900 von Samsung und der Newcomer iBeat 500 von Trekstor runden das Testfeld ab.
Allen Geräten gemeinsam ist, dass sie Musik vom Rechner empfangen können, erfreulicherweise durchwegs über die schnelle Schnittstelle USB 2.0. Doch in der Datentransferrate unterscheiden sich die Kandidaten enorm: Eine Stunde MP3-Musik (Datenrate: 128 kbit/s) zieht das Samsung-Modell in nur 5 s vom Rechner, der Karma von Rio braucht dafür geschlagene 72 s.
Per Drag&Drop lassen sich alle Daten vom Rechner auf den MP3-Player übertragen. Wohl mit Rücksicht auf die Musikindustrie haben Rio und Samsung hingegen Sperren eingebaut, die den Musiktransfer auf den Player nur über mitgelieferte Software erlauben bzw. für die anschließende Wiedergabe eine Art Freischaltung erforderlich machen. Zwar wird die Musikqualität dabei nicht beeinflusst, jedoch ist der Rücktransfer auf einen Rechner dann nicht mehr möglich. Außer Rio und Samsung kommunizieren die Testkandidaten auch mit Mac-Rechnern, wobei sich allerdings nachteilig auswirkt, dass nur die neuesten Mac-Typen mit USB 2.0 ausgestattet sind. Und damit ist der Apple-eigene iPod durch seine schnelle FireWire-Schnittstelle oft im Vorteil.
Zweifellos stellt der Rechner die optimale Musikquelle für den HD-Porti dar. Sehr schnell und einfach lassen sich CDs auf dessen Festplatte übertragen und dabei per CDDB-Web-Datenbank mit Infos über Titel und Interpreten versehen.
Insbesondere eignet sich aber der MP3-Porti mit Festplatte auch für Eigenaufnahmen, wozu von den getesteten Modellen nur der Rio Karma nicht in der Lage ist. Die erzielte Aufnahmequalität im MP3-Format lässt sich über die Datenrate einstellen. Darüber hinaus ist der iRiver für die nicht datenreduzierte CD/DAT-Qualität (WAV) geeignet. Klanglich kommen die HD-Portis an ihre DAT-Kollegen bei der Aufnahme noch nicht ganz heran, da ist also noch Entwicklungspotenzial.
Bestechend ist die lange Aufnahmezeit, die für jedes Livekonzert am Stück ausreicht. Sehr vorteilhaft – freilich auch für die Wiedergabe – ist die lange Laufzeit mit den durchwegs eingebauten Akkus von mehr als zehn Stunden. Dazu bedienen sich die Entwickler eines Zwischenspeichers auf Chipbasis, der meist mit einem Musiktitel gefüllt wird und dann zum Energiesparen das Abschalten der Festplatte ermöglicht. Diese Technik dient gleichzeitig als perfekter Anti-Schockspeicher, so dass sich der HD-Porti zum Joggen eignet.
Neben dem Einsatz als Musik-Player bzw. -Rekorder und mobile Festplatte kann der Gmini von Archos auch Schwarz-Weiß-Fotos anzeigen und Speicherkarten des CompactFlash-Formats einlesen. Der iBeat von Trekstor hingegen erlaubt das Lesen von Textdateien per Display. Beide Features sind als Blick in die Zukunft solcher Geräte zu werten.
Von ihrer Verarbeitung her überzeugen die Portis von Archos, iRiver und Samsung am meisten, zum Beispiel wegen ihrer Metallgehäuse und der präzise arbeitenden Bedienungselemente.
Bei der Beurteilung des Klangs gilt es, vierfach zu differenzieren. Sehr gut schneiden alle Kandidaten beim Anschluss an eine Hi-Fi-Anlage ab, bei Einstecken eines Kopfhörers hingegen kann nur der iRiver voll überzeugen. Gut ist in dieser Hinsicht auch der Samsung. Bei den anderen Geräten stellt sich ein unterschiedlich starker Bassabfall ein, bis zu fünf Dezibel bei 20 Hz. Die sehr gute Klangqualität der Geräte lässt sich bei allen Testkandidaten erst durch wirklich hochwertige Kopfhörer ausschöpfen (s. Artikel oben). Bei der Aufnahmequalität sind die Rekorder von Samsung und Trekstor auf den vorderen Plätzen. Archos und iRiver ärgern mit leichten Bassschwächen.
REINHARD PAPROTKA

Von Reinhard Paprotka

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