Konsumelektronik 07.05.2004, 18:30 Uhr

Rundumton nicht immer rundum gut

VDI nachrichten, Düsseldorf, 7. 5. 04 -„Nicht nur dabei sein, sondern mittendrin“, beschreibt die Möglichkeiten aktueller Bild- und Tonspeichertechnik auf der DVD (Digital Versatile Disc). Bild- und Tonqualität der Plastikscheiben lassen – entsprechenden Aufwand bei der Wiedergabetechnik (Abspielgerät, Lautsprecher und Bildschirm) vorausgesetzt – keinen Raum mehr für Fluchtgedanken aus der Spielfilmwelt.

Kein Wunder also – die DVD hat mit ihren ungeheuren Speicher- und Betriebsmöglichkeiten in den vergangenen Jahren die Welt der Unterhaltungselektronik völlig umgekrempelt. Sie hat von der nur hörbaren Stereowelt in das Zeitalter des Surround-Erlebnisses geführt. Virtuelle Welten von DVDs verwandeln das frühere Musik- oder das Wohnzimmer in einen afrikanischen Urwald, lassen das Erlebnis einer Verfolgungsjagd mitfühlen und versetzen die Zuschauer in prickelnde Erlebniswelten.
Um den Einstieg in die neuen Elektronikerlebniswelten zu vereinfachen, werden komplett ausgestattete Kompaktsysteme angeboten. Sie enthalten außer der flachen, eleganten Steuerzentrale alle Lautsprecher, Anschlusskabel und die Fernbedienung. In unserem Fall sind es vier Anlagen von Thomson, Sony, Panasonic und JVC (s. Kasten) im Preis zwischen 400 € und 1300 €. Nur noch die DVD mit dem Programm und ein Bildschirm werden zusätzlich benötigt. Das erleichtert den Start in die Surround-Welt erheblich.
Doch – der Beginn des Vergnügens bleibt etwas kompliziert, denn die Lautsprecher müssen korrekt angeschlossen und aufgestellt sein. Um hier beste Ergebnisse zu erreichen, sind die Anlagen mit elektronischen Helfern ausgestattet.
Trotzdem: Der Klang des preisgünstigen Thomson-Systems konnte auch mit Hilfsmitteln nicht an die Qualität des mehrfach teureren Panasonic-Systems angeglichen werden. In neutraler Einstellung klangen die Lautsprecher des Franzosen mittenfreundlich und nicht so offen, klar und transparent wie die des japanischen Herstellers. Auch der passive Subwoofer reichte nicht an die Donnerqualitäten des hochwertigen Fernost-Systems heran.
Der niedrigere Einkaufspreis der Thomson-Kombination wurde also auf Kosten des Klanges erreicht. Mit jeweils +4 bei Bass und Höhen gewann die Klangqualität jedoch erheblich.
Klanglich überzeugten JVC und Sony aus dem mittleren Preisbereich dieses Testfeldes: Hier genießt man klaren Klang und kräftige Bässe, die freilich nicht so tief wie bei Panasonic herabreichen. Die kleinen, unauffälligen Böxchen von Thomson und der passive Subwoofer für die tiefsten Töne wirken nicht so mitreißend wie die größeren Lautsprecher im Panasonic-System. Das wirkt aber auch so basskräftig, dass in Nebenräumen des Hauses der Eindruck eines langen Dauer-Bassgewitters entsteht. Ärger mit nicht entsprechend vorgewarnten Nachbarn ist damit sicher.
Klein und kaum auffallend verschwinden die fünf Miniboxen der JVC- und der Sony-Anlage im Hörraum. Etwas klarer im Klang als die Mikros von JVC sind die Mini-Sonys – wobei die flache, elegante und blau beleuchtete JVC-Anlage im edlen Outfit schon eine Augenweide für sich ist.
Durch Mittenlautsprecher für Stimmen (nahe dem Bildschirm angeordnet), linken und rechten Stereokanal für den Sound von vorne sowie zwei kleinere Lautsprecher hinter den Zuschauern entscheiden nicht mehr der Hörraum und zufällige Platzierung der Lautsprecher über die Raumwirkung des Tones. Der Filmton oder entsprechend aufgenommene Musik umspülen die Zuschauer und beziehen sie in die bunte Bilderwelt mit ein.
Anders als die Tonqualität ist die Bildqualität der DVD-Spieler im Vergleich zu den großen Unterschieden im Klang auf relativ gleichem Niveau. Die hohe Integration von Audio- und Videobausteinen deutet schon zukünftige Entwicklungen an. So wie in diesen Systemen beide Welten verschmolzen sind, ist zukünftig auch eine Erweiterung um Festplattenrekorder und Internet mit Radio- und TV-Angeboten vom Satelliten denkbar.
Damit entsteht die alte Kompaktanlage wieder neu, nun aber voll digitalisiert und mit überragender Bild- und Tonqualität – sofern die Lautsprecher, mit Abstand immer noch die schwächsten Glieder der Technik – mithalten.
Beeindruckender Lautsprecherklang erfordert teure Systeme und aufwändige Verstärkerschaltungen – Qualitätsmerkmale, für die angesichts vorgegebener Preismarken zahlungswillige Käufer nur noch schwer zu finden sind. Allerdings sind auch sehr preiswerte Lautsprechersysteme in letzter Zeit zu erstaunlicher Qualität gereift. Man kann gut mit ihnen hören.
Qualitätskriterien der DVD-Player sind Bedienbarkeit, die Möglichkeiten der Fernbedienung sowie die Dauer bis zum Start des Programmes. Im abgedunkelten Fernsehzimmer ist es bei der Minischrift auf vielen Fernbedienungen oft unmöglich, die Funktionen der vielen Tasten zu erkennen. Beleuchtete Fernbedienungssender wären die Lösung – die gibt es aber nicht serienmäßig bei diesen Paketen.
In allen Systemen befindet sich hochintegrierte Technik vom RDS-UKW-Radio bis hin zu mehreren Surround-Dekodern und -Verstärkern, das Panasonic-Gerät kann sogar auf DVD aufzeichnen und zeitversetzt fernsehen, Sony bietet die Kombination mit bewährter VHS-Technik.
Alle Anlagen bringen immer mehr Funktionen auf engem Raum unter. CD fast aller Formate bis hin zu MP3-Wiedergabe ist ebenfalls integriert: Bei ausgeschaltetem Bildschirm ersetzen sie manche Hi-Fi-Kompaktanlage aus früheren Zeiten. Das bedeutet aber auch Nachteile in der Praxis: Kleine Klemmanschlüsse an der Panasonic-Boxen ermöglichen nur den Einsatz von dünnen Lautsprecherkabeln, die mühevoll eingefädelt werden müssen. Anschlussfreundlicher sind die JVC, Sony- und Thomson-Klemmen.
Zur Kühlung sind Panasonic und Thomson mit Lüftern ausgestattet. Die lüfterlosen JVC- und Sony-Zentraleinheiten bleiben auch in ruhigster Umgebung unhörbar.
Alle Systeme spielen fast alle möglichen Silberscheiben mit unterschiedlichsten Datenformaten ab. Die passende Ton-, Bild- und Informationsdekodierung wird automatisch nach dem Einlegen einer DVD oder CD herausgefunden. Dabei wird jedoch nicht garantiert, dass auch alle möglichen Funktionen nutzbar sind. Entsprechend dem Länderkode 2 werden nur DVDs mit diesem für Europa gültigen Kode abgespielt.REINHARD FRANK

Von Reinhard Frank

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