Automobilelektronik 14.09.2001, 17:31 Uhr

On the road mit abgespecktem Internet

Selbst Surfen im Internet soll möglich sein.

Ungewöhnlich, aber wahr, zwei Industrien finden zusammen, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Autoindustrie lebt von einer Klientel, die Fahrzeuge im Schnitt fünf bis zehn Jahren nutzt. Dagegen ist die PC-, Telekommunikations- und Internet-Industrie schnelllebiger, bringt ständig Neuigkeiten auf den Markt und definiert neue Standards.

Wer also in ersten Fahrzeugen einen Organizer als Ausgabemedium zusammen mit einem Mobiltelefon sieht, um Internet im Auto zu realisieren, weiß, dass beide Geräte spätestens in einem Jahr „veraltet“ sind. Dazu kommt, dass bisher das GSM-Netz mit 9600 bit/s keine ausreichenden Datenübertragungsraten bietet. Ungelöst ebenfalls in den meisten Fällen: Wie ist das Kleinstdisplay samt Bedienung ergonomisch untergebracht? Wie sehen die Interfaces aus? Kritiker gehen schon jetzt auf die Barrikaden. Fahrer seien mit noch mehr Anzeigen, Informationen und Funktionen im Auto schlicht überfordert. „Je mehr Geräte im Auto, desto höher die Ablenkung für den Fahrer“, bringt es Frank Weberheinz, Pressereferent bei der CAA AG aus Filderstadt, auf den Punkt.

Alles Gründe, warum sich Automobilkonzerne, Autoradio- und Navigationsgerätehersteller, aber vor allem Systemintegratoren nicht auf getrennte Geräte oder „Insellösungen“ konzentrieren, sondern auf Plattformen, die alles vereinen. Navigation, Telefon mit Freisprech-Mikrophon, GPS-Antenne, Audio, Video und Internet in einem.

Wie all die neuen Anwendungen intuitiv zu bedienen sind, ist die große Frage. Dies fängt bei der Anordnung der Bedienelemente bis hin zum Display an und hört bei aufbereiteten Informationsdarstellungen auf.

Die Fürther AutoMotive Multimedia AG, AM3, bündelt auf ihrer Plattform InCarComputer, Autotelefon, Audio, Video, Navigation, SMS, E-Mail und Internet. Dazu kommen über eine GSM-Anbindung erste internetbasierte Dienste und Services. Dafür hat AM3 eine Partnerschaft mit der Falk New Media GmbH mit 28 000 Hotel- und Restaurantinformationen aus dem Varta-Gastronomie-Führer geschlossen und nun Zugriff auf deren Server.

Auf der IAA zeigen beide in einem Chrysler-Cabrio einen Mustereinbau mit erstem Prototyp. Aus dem Auto heraus wird über eine langsame GSM-Anbindung – „später GPRS und UMTS“, wie AM3-Marketing-Experte Jürgen Malow versichert – ein Hotel auf der Strecke gesucht.

Für die Eingabe hat der Systemintegrator eine Maus entwickelt, über die man einerseits telefonieren und SMS verschicken kann, andererseits sich durch vier verschiedene Menüs klicken kann. Entweder wird sie in der Armlehne des Fahrers oder ins Lenkrad integriert. Die Bedienlogik folgt über zwei mal vier Knöpfe. „Haptisch und ohne Anleitung sofort intuitiv zu bedienen“ so Malow. Damit lassen sich jeweils vier Buttons auf dem 7-Zoll-TFT-Display anklicken. Der Bildschirm ist aber auch als Touchscreen zu benutzen.

Bereits zur CeBIT zeigte CAA ihre serienreife CarPC Software als Basis für integrierte Fahrerinformationssysteme. Auf der Internationale Automobilausstellung gibt es nun die ersten ortsbezogenen Dienste. Per GPS wird das Auto lokalisiert und z. B. Apotheken oder Tankstellen für den jeweiligen Aufenthaltsort angezeigt. Dabei kooperiert die Filderstädter mit den Webdiensten apotheke.de oder Clever Tanken. Die Internetanbindung läuft über HSCSD (High Speed Circuit Switched Data), das Kanalbündelungsverfahren, das von den Netzbetreibern E-Plus und D2-Vodaphone angeboten wird und rund viermal so schnell ist wie GSM.

Neue Inhalte werden nicht aus dem Internet geladen, sondern extra aufbereitet und in Navigationskarten integriert. Dies geschieht bei CAA inhouse. „Wir haben uns ursprünglich auf die Visualisierung von technischen Abläufen spezialisiert, Postproduction gemacht und z. B. Wetterkarten für Sat.1 erstellt“, erläutert Frank Weberheinz den Firmenwerdegang. Heute arbeiten hier neben über 120 Softwareentwicklern 15 Designer und 12 Ergonomen.

Fahrer können sich per Bedienelement auf Knopfdruck in der Mittelkonsole durch fünf Menüs – von Medien bis Online – navigieren oder sehr viele Funktionen über Spracheingabe bedienen. E-Mails werden per Sprachausgabe vorgelesen. „Knackpunkt bei der Entwicklung von Diensten ist doch, wie Inhalte für möglichst viele Benutzer aufbereitet werden und trotzdem für jeden Fahrer personalisiert werden können“, erklärt Weberheinz. Vorstellbar bei CAA sind größere Schriften für ältere Autofahrer oder ein ausgeprägteres Tag/Nachtdesign. N. WOHLLAIB

www.caa.de; www.am3.de

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