Eine Software macht Karriere 16.06.2000, 17:25 Uhr

Multimedia Home Platform verändert Heim- und Medienwelt

Die Multimedia Home Platform (MHP) wird die Fernseh- ebenso wie die Multimedia-Welt verändern. Schon wähnen Protagonisten MHP auf Settop-Boxen, TV-Geräten, aber auch auf PCs und Handys.

Der Weg für das digitale Fernsehen ist vorbestimmt: Bereits 1998 hat die Regierungs-Initiative „Digitaler Rundfunk“ unter Leitung des Bundeswirtschaftsministeriums das Ende der derzeit noch analog ausgestrahlten Radio- und Fernseh-Programme für das Jahr 2010 bestimmt.
Ob bei terrestrischer Ausstrahlung, der Übertragung via Kabel oder Satellit, die Engpässe bei den verschiedenen Übertragungsmedien werden mit zunehmendem Programmangebot überdeutlich. Und, das digitale Fernsehen verspricht hunderte von Kanälen über die Erdtrabanten und übers Breitbandkabel. Terrestrisch lassen sich via DVB-T (Digital Video Broadcasting – terrestrisch) anstelle von drei oder vier Programmen dann 20 bis 30 übertragen.
Dabei wird es sich nicht nur um Fernsehen handeln, sondern auch um neue Multimedia-Dienste, mit denen der terrestrische Empfang wieder interessanter werden soll. „Insgesamt werden bundesweit sechs Kanäle zur Verfügung stehen, und das sind zwei für die ARD und einer für das ZDF“, so Albrecht Ziemer, Produktionsdirektor des Mainzer Senders.
Mit der Software MHP, der Multimedia-Home Platform sollen die digitalen Programme von jedem Anbieter auf jeder Settop-Box laufen, vorausgesetzt, es stecken genügend Speicherbausteine drin – es ist von mindestens 16 MByte die Rede. „MHP ist, wenn man nur eine Settop-Box braucht, um alle Dienste und Anwendungen zu empfangen“, so Georg Lütteke, Direktor Neue Technologien bei Philips CE. Das ist eben der Unterschied zu den jetzigen d-boxen, die nur von Nokia, Philips und Sagem gebaut und über Premiere World innerhalb eines vertikalen Marktmodells vertrieben werden.
Immerhin soll es nach Angaben von Rainer Ingber, Leiter Programmadministration bei Premiere Medien, derzeit 1,42 Mio. Digitalabonnenten geben. Eine Mio. von ihnen nutzt die d-box, die noch nichts mit der MHP-Welt gemein hat.
An diesen potenziellen Zuschauern wolle das ZDF aber „schon aus strategischen Überlegungen nicht vorbeigehen“, erklärte Ziemer. Daher wurde in den letzten anderthalb Jahren der digitale Elektronische Programmführer des ZDF auf diese d-box I mit der Software-Schnittstelle Betanova portiert. Bereits Ende dieses Monats dürfte der dann in den Kirch-Boxen zu empfangen sein. Neben diesem Zwischenschritt unterstützt das ZDF wie 22 andere Unternehmen, Rundfunkanstalten und Forschungseinrichtungen die weitere Entwicklung und Einführung von MHP.
„Ob elektronische Programmführer, Spiele, E-Commerce-Angebote, Börsenticker oder gar der Internet-Browser – das alles wird mit der Multimedia Home Platform möglich“, schwärmte Ulrich Reimers vom Institut für Nachrichtentechnik der TU Braunschweig.
Auch bei den Endgeräten gibt es im Prinzip keine Beschränkung. Neben den Settop-Boxen sind künftig auch PCs, Fernsehapparate und selbst Handys der nächsten Generation nicht mehr vor der Software mit den drei Buchstaben sicher. Es wird auch ganz neue multifunktionale Endgeräte geben, so wie der von Nokia bereits vorgestellte Mediascreen. Neben einem großen LC-Display sind ein Empfangsteil für das digitale terrestrische Fernsehen DVB-T und das digitale Mobilfunksystem GSM enthalten. Damit soll man unterwegs ohne Empfangsprobleme Fernsehen und Radio in digitaler Qualität nutzen können, E-Mails lesen, Kurzmitteilungen (SMS) versenden und Bankorder tätigen können.
Mit MHP stehen die verschiedensten Programmführer zur Verfügung, wobei bei jedem Programmwechsel die alten gelöscht und die neuen automatisch geladen werden – ohne dass es zu den windows-typischen Abstürzen kommen darf. Bei Golfübertragungen gibt es Zusatzinformationen über den Kurs, die Windverhältnisse auf dem Platz und die jeweiligen Spieler. Und man wird sich sofort die gleiche Ausrüstung wie die Champions bestellen können, um hinterher ebenso gut spielen zu können. E-Commerce in Bestform.
Spiele lassen sich in Endgeräte laden, Börsen- und Nachrichtenticker ebenso wie den Internet-Browser. Doch während die Darstellung von Internet-Seiten auf PCs problemlos ist, bleibt bei Fernsehgeräten selbst noch viel zu tun. Allerdings geht selbst Lütteke nicht davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Settop-Boxen mit dem neuen Logo in den Handel kommen.
Vielmehr ist für ihn das Jahr 2000 das Jahr der Vorbereitung, 2001 wird zum Jahr der Einführung. Auch da wird es anfangs recht langsam gehen – schließlich gibt es dann im Herbst wieder eine Internationale Funkausstellung, auf der ein breites Angebot an Anwendungen, Geräten und Diensten zu sehen sein soll. büc
Der d-box der ersten Generation fehlt die Offenheit der Multimedia Home Platform. Foto: ap TV-Geräte-Hersteller präparieren ihre Produkte für eine multimediale Zukunft. Zusatzinfos bei Sportsendungen, Internet-Links und Spiele, das sind nur einige Dienste, die schon in den Schubladen warten.

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