Konsumelektronik 02.02.2001, 17:28 Uhr

MP3 – keiner kann mehr ohne

Nachdem die erste Euphorie über die Chipkarten-Spieler verflogen ist, sind nun auch die klassischen Hi-Fi-Hersteller mit eigenen Modellen herausgekommen. Doch auch in der zweiten Generation reicht die Spielzeit der Geräte noch nicht aus.

Chips gehören als Speichermedium der schnellen Musik für unterwegs die Zukunft – selbst wenn die Spielzeit derzeit mit 1 h bis 2 h MP3-Musik eher dürftig ausfällt. Zu erkennen sind die Chancen der Chipkarten-Player an der schnell wachsenden Modellpalette: Anfangs nur über das Internet vertrieben, inzwischen aber fast in der ganzen Unterhaltungselektronik etabliert.
Das aktuelle Testfeld setzt sich aus fünf Chipkarten-Playern zusammen, die in Deutschland erhältlich sind und über ein Serviceangebot verfügen. Das ist bei einigen, nur über das Internet vertriebenen Geräten nicht der Fall.
Grundig stattet seinen MP-150 (399 DM) mit einer 32 MByte-Multi Media Card aus – das macht 30 min Hi-Fi-Musik mit einer Datenrate von 128 kbit/s (s. Kasten „Musikformate“.) Dazu gibt’s noch einen weiteren Einsteckschacht, so dass in den Grundig insgesamt zwei Karten passen.
Für 699 DM ist der Philips Rush erhältlich. Er arbeitet mit einer Smart Media Card von 64 MByte. Die im Vergleich zum Grundig verdoppelte Spielzeit wirkt sich direkt auf den Preis aus.
Von Sonicblue – vormals Diamond – kommt der Rio 600 (499 DM), der bei dem MP3-Pionier bereits die dritte Generation einläutet. Ausgestattet ist das Gerät mit einem 32 MByte Festspeicher – daher der niedrige Preis. Vorgesehen sind sogenannte Backpacks mit mehr Chipspeicher und einer Mini-Festplatte mit bis zu einem GByte. Damit wären dann etwa 16 h Musik speicherbar.
Eine besondere Rolle nimmt der Sony NW-MS 7 ein (899 DM). Er basiert auf dem Memory Stick-Speicherchip, den Sony in leicht modifizierter Form auch für andere Anwendungen einsetzt – etwa für Digital Cameras.
Im Gegensatz zur Konkurrenz kann der Sony-Stick aber direkt mit dem MP3-Musikformat nichts anfangen. Er bedient sich des, bei brandneuen Minidisk-Geräten möglichen, Datenreduktionsverfahrens Atrac 3. Der Speicherplatzbedarf ist etwa genauso groß wie bei MP3, die Klangqualität sogar etwas besser, doch muss die MP3-Musik vor dem Transfer auf den Sony-Player per Software ins Atrac-3-Format umgewandelt werden. Der extrem handliche und gut zu bedienende Sony schafft rund 1 h Spielzeit – dafür ist der Preis recht hoch.
Als letzter im Bunde präsentiert sich der MP-3000 von Teac (699 DM). Er glänzt durch seine Eleganz. Das sehr gut verarbeitete Metallgehäuse ist mit nur 9 mm extrem flach. Die Konkurrenz bringt es leicht auf das Doppelte. Als Speicher bietet der Teac einen fest eingebauten Chip mit 64 MByte eine Erweiterung durch einsteckbare Karten ist leider nicht vorgesehen.
Gemeinsamer Vorteil aller Chipkarten-Spieler: Absolute Sicherheit gegen Erschütterungen. Selbst bei extrem hartem Joggen steht dem Musikgenuss nichts im Wege. Dabei sind die Player klein und leicht, gerade mal zwischen 60 g und 90 g. Außerdem befinden sich – außer den Tasten – keine beweglichen Teile im Gerät, ein echter Vorteile gegenüber tragbaren Minidisk-Geräten.
Nachteilig ist: Die Musik gelangt nur per Transfer vom PC in das Gerät. Direktaufnahmen sind nicht möglich. Die Musik muss zuerst auf die Festplatte des PC gespeichert werden, was zum Beispiel durch das Einlesen von CDs oder durch den Download aus dem Internet geschieht. Die Umwandlung von CD-Musik ins MP3-Format erfolgt in einem Schritt mit der Überspielung.
Für den Transfer auf den Player gehört zum Lieferumfang eine spezielle Software. Sie dient in der Regel gleich als Verwaltungsprogramm für MP3-Musik auf der Festplatte. Nach Installation und erster Eingewöhnung geht die Überspielung auf den Player dann ganz einfach durch Ziehen mit der Maus. Als vorteilhaft erweist sich dabei, dass die heruntergeladenen MP3-Musikdateien gleich mit sogenannten ID3-Tags versehen sind, die später als Text-Informationen im Display der MP3-Player erscheinen.
Bis auf den Teac arbeiten alle Modelle für den Musiktransfer mit einer USB-Schnittstelle. Sie erlaubt eine schnelle Übertragung in etwa 3 min bis 5 min pro Stunde Musik und ist sehr einfach in der Handhabung. So kann der Stecker sogar bei laufendem Rechnerbetrieb eingestöpselt werden. Freilich ist dafür auch ein entsprechend ausgerüsteter PC ab Windows 98 erforderlich. Der Philips lässt sich wahlweise über die Parallel-Schnittstelle mit Musik beladen, und der Teac ist gänzlich darauf beschränkt.
Insbesondere durch USB und den schnellen Musiktransfer sind die MP3-Spieler attraktiver geworden. Zwar kommen die aktuellen Modelle meist mit einem Speicher von einer Stunde und sind für Erweiterungen offen, doch ist das nach wie vor eine teure Angelegenheit. 300 DM/Stunde Speicher erscheint einfach zu viel.
In einigen Jahren wird das allerdings anders aussehen, und zwar dann wenn erst einmal 100 CDs auf einen Chip passen. Utopie? Keineswegs, denn sogar die speicherhungrigen DVD-Videos möchte die Unterhaltungsindustrie auf Chips unterbringen. REINHARD PAPROTKA

Von Reinhard Paprotka

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