Konsumelektronik 06.09.2002, 18:21 Uhr

Mobiler Plattenschrank für Reisen

MP3-Player mit Festplatten fassen immer mehr Daten. Das macht diese Geräte immer attraktiver, obwohl sie größer sind als ihre Pendants mit Speicherkarten, die es auf Streichholzschachtelgröße bringen. Modelle mit Festplatte fassen gut 300 h Musik in Hi-Fi-Qualität und sind sogar zum Joggen geeignet. Rund 4000 Musiktitel immer dabei, und das mit Geräten, die sogar in die Hosentasche passen – ein faszinierender Gedanke. Einerseits fassen die Speicher immer mehr Daten, andererseits kommt die Musik selbst mit immer weniger Speicherplatz aus.

Als Speicher dienen unter anderem Festplatten mit so viel Platz, dass kein Wechsel des Mediums mehr erforderlich ist. Erhältlich sind die so genannten Jukeboxen für den mobilen Einsatz, aber auch stationäre Modelle fürs Wohnzimmer. Getestet wurden vier Basismodelle, die teilweise mit verschieden großen Speichern geliefert werden.
Der iPod kommt von Apple. Zunächst nur für den Mac erhältlich, gibt es ihn jetzt auch mit Software für den Musik-Transfer vom PC. Den iPod gibt es in drei Ausführungen, der ursprünglichen Version mit 5 GByte (399 ‰), mit 10 GByte (499 €) und mit 20 GByte (649 €). Die beiden teureren Modelle enthalten Kabelfernbedienungen.
Archos bietet seinen Jukebox-Recorder mit 10- und 20-GByte-Platte an (399 ‰ bzw. 435 €). Von Creative Labs stammt die Jukebox 3, 499 € teuer und mit 20 GByte Speicher ausgestattet. Schließlich testeten wir noch vom MP3-Pionier Sonicblue den Rio Riot, der für 499 € ebenfalls 20 GByte Festplattenspeicher bietet.
Alle Geräte enthalten kleine, robuste Festplatten, millionenfach bewährt in Laptop-Computern und daher sogar zum Joggen in angestrengter Gangart geeignet. Die Platten arbeiten jeweils nur für kurze Zeit, um einen integrierten Chipspeicher mit Musik zu füllen. Das wirkt sich positiv auf die Energiebilanz aus, so dass die Spielzeit mit den durchwegs mitgelieferten Akkus über 10 h beträgt. Die Creative Jukebox 3 erlaubt sogar den Einschub eines zweiten Akkus, der als Zubehör erhältlich ist und die Spielzeit verdoppelt.
Während Apple 1,8-Zoll-Platten einsetzt, arbeitet die Konkurrenz mit den preisgünstigeren 2,5-Zoll-Typen. Das Resultat: Die Apple-Modelle halten sich in Größe und Gewicht vornehm zurück. Als Einzige passen die iPods bequem in die Hemdtasche, während das Gewicht um fast die Hälfte verringert ist. So ist der iPod der am besten fürs Joggen geeignete Player im Test.
Die Musikauswahl erfolgt auf sehr bequeme Weise über so genannte ID3-Tags (Textinfos über Titel und Interpreten), die fast immer mit der MP3-Musik gekoppelt sind. Da beliebige Titel auf Tastendruck sofort zur Verfügung stehen, ergibt sich ein bis dato nicht gekannter Komfort.
Auf den Player gelangt die Musik in erster Linie per Computer. So lassen sich CDs in wenigen Minuten zunächst auf den PC und dann auf den Porti überspielen. Die Textinfos dazu kommen von der Internet-Datenbank CDDB, das Eintippen kann entfallen.
Für den Transfer werden die Jukeboxen mit spezieller Software geliefert, die bei Apple und Creative einen ganz besonderen Service bietet: Per Mausklick lassen sich die Inhalte von Verzeichnissen automatisch aktualisieren.
Wichtig für den Kauf ist die Schnittstelle. Sie entscheidet, wie schnell die Musik vom PC auf den MP3-Player übertragen wird. So vergehen für den Transfer von 1 h Musik über den USB 1.1-Port mehr als 3 min, mit FireWire oder USB 2.0 hingegen nur 16 s. Auf diesen Geschwindigkeitsvorteil muss der Käufer des Rio-Players verzichten, was bei der 20-GByte-Platte schon deutlich zu Buche schlägt.
Neben der Überspielung vom PC erlauben die Player von Archos und Creative die Direktaufnahme, und zwar über Analog- und Digitaleingänge, so dass diese Geräte zu vollwertigen Rekordern mit sehr langer Aufnahmezeit werden. Der Creative lässt als Aufnahmeformat neben MP3 auch Wav zu, also das nicht datenreduzierte PCM-Format der CD. Damit reduziert sich dann die Spielzeit auf 30 h. Möglich ist mit allen Geräten auch das gemischte Speichern von Musik-Files unterschiedlicher Formate und Datenraten, etwa eine hohe Rate für dynamikreiche Klassik und eine geringe für Pop.
Klanglich bewegen sich alle Geräte auf erfreulich hohem Niveau. Das gilt für die Wiedergabe, mit einer Ausnahme aber auch für die Direktaufnahme. Mit analogen Programmquellen gesellt sich beim Archos-Rekorder ein Rauschen hinzu, das in Verbindung mit dynamikreichen Passagen hörbar wird. Die Verfärbungen fallen aber sehr gering aus und halten durchaus mit CD- oder MD-Portis mit. Daher lässt sich die portable Jukebox auch zu Hause an die Stereo-Anlage anschließen, und selbst das klingt sehr gut. Besser sogar als mit Kopfhörer, denn alle Geräte zeigen dabei einen für Portis typischen Pegelabfall im Tiefbassbereich.
REINHARD PAPROTKA

Von Reinhard Paprotka

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