Konsumelektronik 22.02.2002, 17:32 Uhr

LG strebt Top-Position im Markt für digitale TVs an

Südkoreas große Elektronikkonzerne wollen mit Nachdruck den Schritt in das Top-Segment des Weltmarkts schaffen. Samsung Electronics oder auch LG Electronics star- ten den massiven Versuch, auf dem Feld der LCD-Bildschirme gegen die bekannteren Kon- kurrenten wie Sony, Thomson Multimedia, Philips oder Sharp Electronics anzutreten.

Ein wesentlicher Grund für den Strategiewechsel der Koreaner ist, dass ihnen heute zunehmend chinesische Hersteller mit billigeren Produkten vor allem auf dem europäischen und amerikanischen Markt scharfe Konkurrenz machen. Managing Director Lee Kwang-woo von LG Electronics erklärte jetzt in Tokio auf einer Präsentation der neuesten Generation von LCD-Monitoren des Unternehmens, dass LG bis 2005 den höchsten Anteil am Weltmarkt für digitale Fernsehgeräte will.

Die koreanischen Anbieter drängen derzeit vor allem mit Modellen im oberen Segment auf den japanischen Markt. LG bietet in Japan seit jüngstem zwei TV-Empfänger mit LCD-Bildschirm von 15,1 Zoll und 20,1 Zoll an und startete damit bereits im Dezember 2001 aktive Marketinganstrengungen. Im April will LG einen 30-Zoll-LCD-TV auf den Markt bringen und im Juni soll das erste TV-Gerät des Produzenten mit einem 60-Zoll-Plasma-Bildschirm – PDP TV – vorgestellt werden. Damit ist LG der erste ausländische Anbieter, der einen Plasmabildschirm dieser Größe in Japan vorstellt. In diesem Jahr will LG allein in Nippon insgesamt 200 000 TV-Empfänger mit LDC-Bildschirm verkaufen. Gleichzeitig offeriert LG in Japan 15,1-Zoll-Geräte dieser Art für 90 000 Yen (rund 768 €), die gleichzeitig auch als PC-Bildschirm benutzt werden können. Mit diesem Preis liegt LG über dem japanischer Anbieter. „Mit unserer früheren Niedrigpreispolitik ist nun endgültig Schluss. In Zukunft wollen wir mit Qualität, neuen Funktionen und besseren Designs konkurrieren“, erläutert Kim Sinkon aus dem LG-Vorstand in Tokio.

Die Strategie im Bereich digitaler Fernsehgeräte soll bei LG Electronics in drei Stufen verlaufen. In der ersten Stufe will sich das Unternehmen auf die Produktion und das Marketing der bestehenden Produkte konzentrieren. In der zweiten Stufe will der Konzern sein Augenmerk auf digitale Fernsehgeräte über eine verbesserte Software legen. In der letzten Stufe will LG verstärkt an der Entwicklung und dem Vertrieb von Dienstleistungen und Inhalten, die in Verbindung mit digitalen TVs stehen, arbeiten. Die erste Stufe sieht man im Hause LG mit der erfolgreichen Einführung von Flachbildschirm-TVs bereits abgeschlossen. Samsung steht im Angebot nicht nach. Von dem Hersteller werden drei Modelle vorgestellt. Von 15 Zoll bis 24 Zoll bieten die TFT-LCD-Panels alle Funktionen eines TV-Geräts bei geringem Gewicht. Das 24-Zoll-Gerät LW-24 R15W mit einem 16:9-Bildformat und einem Kontrastverhältnis von 500:1 gilt auch in sehr hellen Räumen als ausgesprochen lichtstark und kontrastreich.

LG und Samsung, die zwei größten koreanischen Elektronikkonzerne, bieten sich inzwischen gegenseitig ein hartes Rennen. Während der Samsung-Konzern gemessen am Gesamtumsatz zwar bei weitem größer ist, will LG dem heimischen Konkurrenten vor allem im Bereich digitaler Techniken und speziell bei digitalen TVs Paroli bieten. Nach Aussagen von LG habe sich der Marktanteil von LG Philips im Bereich der Dünnfilm-Transistor-Flüssigkristallanzeigen (TFT-LCDs) inzwischen stark an den von Samsung angenähert. Lag der Marktanteil von Samsung im Jahr 2000 bei 21 % im Vergleich zu 14 % bei LG, blieb der Marktanteil bei Samsung in 2001 konstant, während sich der Anteil von LG auf 18,3 % erhöhte. Samsung Electronics kündigte vor kurzem allerdings an, die eigene Speicherchip-Herstellung zu modernisieren und bis April 2002 insgesamt 232 Mrd. Won (rund 200 Mio. €) in neue Speicherchipanlagen zu investieren. Bis September 2002 sind dabei insbesondere Investitionen von 753 Mrd. Won in den Bereich TFT-LCDs geplant.

Die südkoreanische Regierung fördert den Markt für digitale TVs in Korea. In Zusammenarbeit mit der Privatindustrie soll ein so genanntes Digital-TV-Büro bis Mai rechtzeitig zu den Fußballweltmeisterschaften eingerichtet werden. Südkorea und Japan veranstalten in diesem Jahr gemeinsam die Fußballweltmeisterschaften und Korea sieht darin eine willkommene Marketing-Möglichkeit. Wie aus dem Ministerium für Information and Communication (MIC) in Seoul zu hören ist, soll der koreanische Markt für digitale TVs bis Ende dieses Jahres auf 1 Mio. Geräte ausgeweitet werden. Dafür will die Regierung diverse Anreize bieten wie beispielsweise niedrigverzinsliche Kredite in Höhe von 600 Mrd. Won sowie steuerliche Erleichterungen.

BARBARA ODRICH

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