Konsumelektronik 05.09.2003, 18:26 Uhr

Kühlschrank an Fernseher: „Tür ist offen, bitte zumachen“

Gerät spricht mit Gerät – der Mensch entscheidet, lenkt und genießt.

Wenn das kühle Bier bereits auf dem Tisch steht, der Fernsehsessel schon angewärmt ist und der Einschaltknopf der Fernbedienung gedrückt wird, dann kann es sein, dass ein unbequemer Hinweis auf dem Fernsehbildschirm erscheint: „Offene Kühlschranktür!“, mahnt eine Einblendung und gibt erst Ruhe, wenn die Kühlschranktür verschlossen wurde.
Erst dann kann sich der Mensch ungestörtem Fernsehgenuss hingeben, auch mit der Fernbedienung seine Urlaubsbilder ansehen, im Internet surfen, seine E-Mails lesen, shoppen oder einen Film von einer DVD anschauen.
Die Fernsehgeräte der neuen Generation haben sich zu Schaltzentralen von Netzwerken in Privathaushalten entwickelt, das zeigte die IFA (29. 8. bis 3. 9.) in Berlin. Damit hat die Unterhaltungsindustrie technisch einen großen Schritt nach vorne getan und das erreicht, was Computerunternehmen wie Apple, Microsoft oder auch Compaq vor Jahren nicht gelungen ist.
Hersteller aus der Unterhaltungselektronik wie Philips, Panasonic, Loewe und Sony bieten jetzt ihren Kunden die Vernetzung auf der Grundlage bekannter Geräte und Funktionen an. „Schon in nächster Zukunft können Sie von jedem beliebigen Standort eine Verbindung zum Netzwerk in Ihrem Haus herstellen. Ihr Büro, Ihr Auto und selbst Ihre Kleidung können schon bald als Verlängerung Ihres digitalen Hauses dienen“, verspricht Philips.
Das Interesse des Konsumenten für neue Technologie beginnt jedoch bei bekannten Anwendungen – das haben die Hersteller verstanden: Die Bilder der digitalen Kamera oder des Fotohandys sollen auch auf dem Fernseher zu sehen sein, Musikfans wollen ihren Song aus dem Internet herunterladen und entweder auf die CD brennen oder den MP3-Spieler speichern.
Mika Setäla, bei Nokia verantwortlich für das Geschäft mit der Unterhaltungselektronik, ist überzeugt: „Die Übertragung der Daten von einem Kamerahandy auf einen Fernseher darf nicht schwieriger sein als das Drücken des Auslösers, um ein Bild zu machen.“
Die Konzepte für die Vernetzung der Geräte im Haus sind im Prinzip gleich, geben jedoch Hinweise auf die bisherigen Kernmärkte der Anbieter: Allen gemeinsam ist der Zugang zum Internet über einen Breitbandanschluss. Bei Loewe wird das TV-Gerät zur Schnittstelle für ein intelligentes Zuhause: Gemeinsam mit dem Partner Gira Giersiepen GmbH bietet Loewe einen Home-Server, der als Gateway zur Steuerung anderer Geräte eingesetzt wird. Das ist wahlweise über eine Verkabelung mit Ethernet oder auch über ein drahtloses Netzwerk nach dem Standard 802.11 b (WLAN) möglich.
Auch bei der Telekom stand in diesem Jahr alles im Zeichen von WLAN. Für Achim Berg, Marketing- und Vertriebsvorstand von T-Com, steht fest: „Der schnelle, breitbandige und kabellose Datentransfer ist nicht die Zukunft, sondern moderne Normalität.“
Gemeinsam mit Herstellern wie Philips, Panasonic, Loewe, Sony und anderen wollte T-Com auf der IFA den Konsumenten Lust auf Datensaugen machen. Spiele, Musik oder auch Shoppingangebote wurden allerorten schnurlos aus dem Internet ins „Heim“ gesogen. Marktforscher wie Berlecon Research rechnen damit, dass die breitbandige WLAN-Technik in fünf bis zehn Jahren in den meisten Haushalten als standardmäßige Versorgungseinrichtung – wie Wasser, Gas und Strom – installiert sein wird. In einigen Jahren könnte ein WLAN im Haus ebenso selbstverständlich wie heute elektrische Leitungen.
Für die Steuerung aller Geräte hat Loewe eine völlig neue Fernbedienung mit Touchpad entwickelt, über das sich auf dem Fernsehdisplay zu den verschiedenen Menüpunkten und zu verschiedenen Geräten hüpfen lässt. Philips demonstrierte dagegen eine Art Tablet PC im DIN-A4-Format. Leichte Touches mit dem Stift auf dem iPronto und schon lässt sich von einer Anwendung zur nächsten springen.
Die Zukunft war bei Philips im
Future-Zentrum zu sehen: Auf dem personalisierten Display eines Handys zappt es sich künftig auch durch Fernseh- und Radioprogramme. Kombiniert mit einem so genannten Mediator – ein Gerät, das verschiedene Standards der hausinternen Vernetzung versteht – lassen sich so TV und Radio bedienen und programmieren. Lampen schalten sich an und Jalousien fahren per Handytastendruck nach oben.
Wer weiß, vielleicht ist ja über eine der vielen Techniken künftig auch eine offene Kühlschranktür wieder zu schließen. DOROTHEA WENDELN

Von Dorothea Wendeln

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