Konsumelektronik 04.05.2001, 17:29 Uhr

Komfortables Heimkino

DVD-Einstiegsmodelle renommierter Hersteller kosten laut Liste zwischen 700 DM und 800 DM. Der Straßenpreis liegt jedoch bereits kurz nach Markteinführung oft deutlich niedriger. Dabei bieten die neuesten Geräte von der CeBIT teilweise mehr als die Spitzenmodelle der letzten Gerätegeneration. Wobei vor allem beim Bedienkomfort die Geräte noch deutlich zulegen könnten.

Eigentlich will Mensch doch nur fernsehen – wieso, fragt sich nicht nur der Laie, braucht er dazu eine Fernbedienung mit 48 Knöpfen. Einige davon multifunktional. Mit solch einem Bedienprügel beeindruckte etwa der DVD-Player DV720 von Sharp in unserem Testfeld aus sechs Einstiegsmodellen.
Der Grund für das Tohuwabohu: Zu viele Hersteller haben in zu kurzer Zeit zu viele Standards für Bild und Ton entwickelt, und zu viele Programmierer von DVD-Scheiben unterstützen die Möglichkeiten der DVD auf zu unterschiedliche Weise. So entstand ein fettes Setup-Menü, das erstaunlicherweise nur beim Pioneer DV-535 während der Vorführung aufrufbar ist – alle anderen verlangen eine Unterbrechung.
Im Setup-Menü entscheidet der Heimkinofan, aus welchem Ausgang seines Gerätes Bild und Ton in welchem Standard ausgegeben werden. Im Einstellmenü teilt er dann seinem modernen TV-Gerät und seinem Surround-Dekoder mit, in welchem Format er den Film zu sehen gedenkt.
Allein diese Schritte sind ein Spiel mit rund 24 Kombinationen – unter Umständen bei jeder CD aufs Neue. Damit nicht genug: Ein zusätzliches On-Screen-Display regelt diejenigen Einstellungen, die während der Vorführung anfallen: Dieses Menü dient vor allem der Navigation zwischen Titeln und Kapiteln und ist für die Szenenwiederholung sowie Programmierfunktionen wichtig – auch für Audio-CDs.
Zusätzliche Knöpfe auf dem Geber regeln die Wahl von Kamerawinkel, Audioformat und Untertitelsprache. Oft gibt es dann noch ein Infomenü, das die gleichen Daten nochmals aufruft, nur um anzuzeigen, welche Stelle der DVD gerade mit welchen Einstellungen gespielt wird.
Zwei weitere Menüs ruft die Fernsteuerung nach Druck auf die Tasten „Title“ und „Menu“ auf. Hier entscheidet der Programmierer der DVD, was auf dem Fernseher erscheint. Auch hier – Setups und Einstellmöglichkeiten – denn schließlich weiß zunächst nur die DVD was die DVD enthält. Clevere Programmierer haben die richtige Verlinkung etwa zu den Untertiteltasten im Griff – aber eben nur clevere.
Der Sony DVP-S 335 gewinnt im Test das grausame Spiel der Bedienbewertung: eine recht aufgeräumte Fernbedienung und eine Menü, das alle Einstellmöglichkeiten kapitelweise geordnet auf einen Blick zugänglich macht. Es folgt der Pioneer DV-535: hässliche Menüschriften, aber man kommt ziemlich direkt ans Ziel und es gibt eine Einstellungs-Lernhilfe.
Der Samsung DVD-881 bringt nach Sony die schönste Fernbedienung. Ein echter Joystick navigiert hier durch die DVD – Cursortasten sind unnötig. Samsung erreicht so eine fast blinde Bedienung zahlreicher Funktionen, da wesentlich mehr Tasten im direkten Zugriff sind. Auch nett: Die DVD-Fernbedienung lernt den Steuerkode des angeschlossenen TVs. Damit fällt dessen Geber weg. Das kann auch der Hitachi DV-P515, dessen Fernbedienung ähnlich unaufgeräumt wirkt, wie die vom JVC XV-S40 und die des Pioneer.
Keines der Geräte ist ohne Fernbedienung bedienbar. Ausnahme ist der Sony DVP-S 335, der auch das Setup-Menü zugänglich macht. Hitachi ist ebenfalls bei batterielosem Geber noch steuerbar. Bei den anderen Kandidaten – zumindest denen ohne Jog/Shuttlerad auf der Front – kommt man bei den meisten Scheiben noch nicht einmal bis zum Filmanfang.
DVD-Player spielen außer DVDs auch Audio- und Video-CDs ab. Die Video-CD ist hierzulande kaum verbreitet. Dafür schluckten alle Player im Test mühelos selbstbespielte CD-RWs – außer dem Sharp DV-720. Alle außer Sharp und Sony waren in der Lage, auch eine selbstgebrannte CD-R abzuspielen. Das war vor Jahresfrist noch bei weitem nicht selbstverständlich. Super Audio-CD und DVD-Audio, neue hochauflösende Audio-Formate, können die Mittelklasseplayer derzeit nur in klassischer CD-Qualität abspielen.
Hitachi und Samsung lassen sich mit MP3-Daten von einer selbstgebrannten CD füttern, und spielten nach erstaunlich kurzer Zugriffszeit die Stücke problemlos ab. Dafür ein dickes Plus.
Was aus den bei allen Playern einwandfreien Datenströmen wird, darüber entscheidet beim Klang die Qualität des Receivers. Der Pioneer gibt als kleines Plus über seinen 24 Bit-Wandler auch echten 96 kHz-Ton aus. Normal sind 48 kHz. Allerdings braucht es zur Nutzung dieses hochauflösenden Stereosignals spezielle Verstärker und speziell gemasterte Scheiben. Dafür fehlt die virtuelle Surround-Schaltung, dank der die anderen Geräte aus dem normalen Stereosignal einen Surround-Effekt zaubern – an jedem Stereo-TV.
Die Bildschärfe begrenzt in dieser Geräteklasse nicht der DVD-Player, sondern die eingelegte DVD. Unterschiede gab es eher im Kontrastverhalten und der Farbwiedergabe: Hitachi, Samsung und JVC zeigten etwas weniger Brillanz als die Konkurrenz, Pioneer einen Tick zu viel Grün.
Insgesamt siegt Sony wegen des durchdachten Bedienkonzeptes vor dem kompatibilitäts- und ausstattungsstarken Samsung. Hitachi fällt wegen der schlechten Bedieneinheit etwas zurück und zieht mit dem sehr soliden Pioneer gleich, dessen Hilfsfunktionen gerade Einsteigern den Anschluss erleichtern. MARTIN BIEBEL

Von Martin Biebel

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