Technik aus Korea 23.04.2014, 14:54 Uhr

Kabelloses Laden von Smartphones über fünf Meter hinweg

Man kennt es schon von der elektrischen Zahnbürste und demnächst vom Elektroauto, das kontaktlose Aufladen eines Akkus. Jetzt haben koreanische Forscher eine Technik entwickelt, über die sich 40 Smartphones gleichzeitig über eine Entfernung von bis zu fünf Metern aufladen lassen. Die drahtlos übertragene elektrische Energie reicht sogar für den Betrieb eines Fernsehers.

Smartphone-Nutzer im Skytrain in Bangkok: Jetzt haben Forscher eine Technik weiterentwickelt, über die man etwa Smartphones über eine Distanz von bis zu fünf Metern kabellos aufladen kann.

Smartphone-Nutzer im Skytrain in Bangkok: Jetzt haben Forscher eine Technik weiterentwickelt, über die man etwa Smartphones über eine Distanz von bis zu fünf Metern kabellos aufladen kann.

Foto: dpa/Rungroj Yongrit

Auf dem Bahnsteig ist ein zehn mal zehn Meter großes Feld markiert. Gedacht ist es nicht für Raucher. Dort können die Besitzer von Smartphones, deren Batterien schwächeln. Drahtlos werden diese mit Hilfe eines starken magnetischen Feldes wieder aufgeladen, das ein Sender in der Mitte der markierten Fläche aufbaut.

Für Chun T. Rim, Professor für Kern- und Quantenphysik am südkoreanischen Forschungsinstitut Kaist, ist das weit mehr als eine Vision. Gemeinsam mit seinem Team hat er einen solchen Sender entwickelt, der die Batterien von 40 Smartphones, die sich nicht weiter als fünf Meter entfernt befinden, gleichzeitig aufladen kann.

Kabellos übertragene Energie reicht für Betrieb eines TV-Gerätes

Die drahtlos übertragene elektrische Energie reiche sogar für den Betrieb eines großen LED-Fernsehers. In einem Abstand von drei Metern liegt sie bei 1403 Watt, fünf Meter entfernt kommen immerhin noch 209 Watt an. Damit übertreffen die Südkoreaner ihre Kollegen am renommierten Massachusetts Institute of Technology in Cambridge. Vor sieben Jahren bauten sie ein Ladegerät, das eine Distanz von 2,1 Metern überbrückte.

Den Forschers des koreanischen Forschungsinstituts Kaist ist es gelungen, über eine Distanz von bis zu fünf Meter so viel Strom zu übertragen, dass Handyakkus aufgeladen wurden.

Den Forschers des koreanischen Forschungsinstituts Kaist ist es gelungen, über eine Distanz von bis zu fünf Meter so viel Strom zu übertragen, dass Handyakkus aufgeladen wurden.

Foto: Kaist

Das US-Gerät hatte allerdings ein Problem: Es übertrug die elektrische Energie mal besser, mal schlechter, manchmal auch gar nicht. Das hing von den Umweltbedingungen ab, etwa der Luftfeuchtigkeit. Der Sender der Südkoreaner soll gegen solche Einflüsse unempfindlich sein. Drei Meter lang ist die Sendespule, die ein Magnetfeld mit einer Frequenz von 100 Kilohertz erzeugt. Eingefangen wird es von der Empfängerspule, die die Magnetkraft in Ladestrom umwandelt.

Drahtlose Übertragung bislang nur bei geringen Abständen

Mit dieser Technik werden bereits die Batterien von Zahnbürsten, Wasserkochern, Schnurlostelefonen und Elektroautos aufgeladen. Die drahtlose Übertragung funktioniert bisher allerdings nur, wenn sich zwischen den beiden Spulen ein Spalt von allenfalls zwei Zentimeter befindet. Wird der Abstand vergrößert, muss die Sendeleistung massiv erhöht werden.

Die drahtlos übertragene elektrische Energie reicht sogar für den Betrieb eines großen LED-Fernsehers, so die koreanischen Forscher. 

Die drahtlos übertragene elektrische Energie reicht sogar für den Betrieb eines großen LED-Fernsehers, so die koreanischen Forscher. 

Foto: Kaist

Menschen, die schon vor den kleinsten elektromagnetischen Feldern, etwa denen von Sende- und Empfangsanlagen für die Mobilfunknetze, Angst haben, werden erst recht Räume meiden, in denen sehr starke Felder wabern. Zudem verbrauchen die Sender ein Vielfaches des Stroms, der letztlich genutzt wird.

Entwicklung ursprünglich für den Einsatz in Kernkraftwerken

Beim ursprünglich geplanten Einsatz spielte die Stromverschwendung keine Rolle. Das Fernladegerät sollte bei Stör- und Unfällen in Kernkraftwerken die wichtigsten Mess- und Kontrollgeräte sowie die Steuersysteme aus der Ferne mit Strom versorgen. Chun T. Rim und der Kraftwerksbetreiber Korea Hydro & Nuclear Power entschlossen sich zu der Entwicklung nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima, wo ein kompletter Stromausfall die Kühlung der Reaktoren unterbrach.

Top Stellenangebote

Stromnetz Berlin GmbH Ingenieur (m/w) Netzleitstelle Berlin
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG-Firmenlogo
DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG Projektbearbeiter (m/w) Stadtentwicklung Bielefeld
WACKER-Firmenlogo
WACKER Ingenieur (w/m) für das Bauwesen mit dem Schwerpunkt Hochbau / Konstruktiver Ingenieurbau Burghausen
Kistler Instrumente GmbH-Firmenlogo
Kistler Instrumente GmbH Key Account Manager (m/w) Qualitätsüberwachung im Bereich Automotive Manufacturing Sindelfingen, Home-Office
Cargill GmbH-Firmenlogo
Cargill GmbH Project & Process Engineering Manager (m/f) Hamburg-Harburg
THOST Projektmanagement GmbH-Firmenlogo
THOST Projektmanagement GmbH Scheduler / Project Planner (m/f) Stockholm, Västerås (Schweden)
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Planer/innen für ITK-Netzwerktechnik München
Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH-Firmenlogo
Giesecke + Devrient Currency Technology GmbH Diplom-Ingenieur / Bachelor / Master für Maschinenbau (m/w) Leipzig
Landeshauptstadt München-Firmenlogo
Landeshauptstadt München Mitarbeiter/innen für Energiemanagement und Anlagenoptimierung in städtischen Gebäuden München
Peek & Cloppenburg KG-Firmenlogo
Peek & Cloppenburg KG Projektleiter (M/W) Facility Management Baubereich Düsseldorf