Konsumelektronik 01.10.2004, 18:33 Uhr

Für Klassik nur bedingt geeignet

VDI nachrichten, Düsseldorf, 1. 10. 04 -Was einst sensationell mit dem Walkman begann – Musik in hoher Qualität zum Mitnehmen – ist längst Standard geworden. Die eigene Musik überall zu hören ist heute dank MP3 selbstverständlich. Die Nahtstelle zum Ohr werden immer sensiblere Wandler bilden. Bestimmen sie doch, wie viel aus der hochwertigen Digitalqualität ans Ohr kommt. Zwar sind Kopfhörer für unterwegs preisgünstiger, aber keinesfalls zwangsläufig besser geworden.

Längst haben digitale Tonträger wie CD, Minidisc, MP3-Musikplayer mit eingebauter Festplatte und tagelanger Spielkapazität, aber auch selbst gebrannte CDs im MP3-Format mit fast einem halben Tag Spielzeit die Compaktkassette als universellen Tonträger abgelöst. Doch egal, ob aus dem Digitalspeicher mit drehender Scheibe oder einem Festkörperchip: Das Hörerlebnis muss stimmen.
Es ist und bleibt schwer, mechanisch präzise schwingende Systeme vor dem Ohr so zu bauen, dass das elektrische Signal trotz aller Unwägbarkeiten bei der Übertragung nur wenig verändert wird. Und die Kopfhörer für das akustische Erleben in Bus, Bahn oder beim Sport sind leichter und kleiner als die Modelle für zu Hause.
Kopfhörer sind nun auch Modewellen unterworfen: Richtig „cool“ ist, wer mit Nackenbügel-Hörern joggt, dabei Hits vom kleinen, erschütterungssicheren MP3-Memorystick hört und dabei noch etwas für die Gesundheit tut. Große, das Ohr umschließende Kopfhörer mit Spiralkabel sind „out“, kleine und flexibel einzusetzende Mini-Hörer „in“.
Doch geht das nicht auf Kosten des Hörgenusses? Grund genug für unseren Tester im Labor Sound Source International (SSI) sechs verschiedene Kopfhörer im Labor zu messen und im Hörtest zu bewerten.
Vollständigkeit oder Marktübersicht waren dabei nicht angestrebt. Erstmals haben wir für diesen Test alle Teilnehmer im regulären Multimedia-Großmarkt eingekauft und dabei selbst erlebt, welche Entscheidungsnöte Normalkäufer haben.
Vor einer Wand voller Kopfhörer mit vielen Herstellern, unterschiedlichen Bauarten, Prinzipien, Preisen von ganz hoch bis ganz niedrig kann man leicht verzweifeln. Ohne Beratung – die es nur auf Anforderung für diese niederpreisigen Artikel gibt – entsteht ein Gefühl großer Unsicherheit.
Also frisch entschieden: kaufen und weg hier! Wir nehmen von allem etwas. Einzige Bedingung: Es müssen Kopfhörer für unterwegs sein. Das beschränkt die Qual der Wahl auf kleinere, faltbare Modelle mit 3,5-mm-Klinkenstecker. „Große Auswahl, niedrige Preise“ – eine Situation, vor der jeder steht und nicht weiß, ob das ausgesuchte Modell auch wirklich seinen Preis wert ist. Erst Labor- und Hörtests werden zeigen, wie es um die Qualität bestellt ist.
Die Preise bewegen sich zwischen 6 € und 30 €. Im Vergleich zu früheren Jahren ist das erheblich niedriger.
China ist das Land der Akustiker: Alle Testteilnehmer kommen hierher, sogar renommierte Spezialisten wie Sennheiser lassen dort fertigen.
Preise steigen in der Regel mit der Hörqualität, wobei es auch Ausnahmen gibt: So klingt der preiswerte Philips HL 140 als sparsam ausgestattetes Modell für seinen Preis von 5,99 € ausgesprochen gut, lässt Billigstangebote zum halben Preis weit hinter sich.
Die beiden teuersten Modelle des Testfeldes, der SBC HP 400 von Philips (29,99 €) und der Sennheiser PMX 760 (29,99 €), zeichnen sich außer durch feineren Klang auch durch vielfältigere Ausstattung aus. Beide Kopfhörer sind aufwändiger als die preisgünstigen Modelle dieses Testfeldes verarbeitet und muten edel an.
Übrigens ohne vergoldete Stecker, die bei Einsteiger- oder Design-Hörern oft werblich herausgestellt werden. Besser klingt ein Kopfhörer deshalb nicht, die wesentliche Qualität entsteht in den Wandlersystemen, auf deren Fähigkeiten es allein ankommt.
Die enge Kopplung der Kopfhörersysteme ans Ohr bewirkt einen unmittelbaren Klangeindruck. In jedes Detail der Aufnahmen hört man tief hinein und taucht in die Musik ein. Das ist eine Gefahrenquelle für die Ohren. Weil nur Innenohren und Trommelfelle angeregt werden, kann hohe Lautstärke – um „mehr“ zu erleben – die Ohren unheilbar schädigen. Deshalb dürfen entsprechende Warnhinweise auf der Verpackung nicht fehlen – wie es beim HK-220 von Hama (9,99 €) €
Für alle Modelle der getesteten Bauart sind in der Regel satte Bässe und ein voluminöser Klang typisch. Das wird auch auf der Verpackung betont: „Starker Stereo-Sound mit hervorragender Basswiedergabe“, beschreibt Sennheiser die Klangcharakteristik des PMX 60. Das kann für Pop in Ordnung sein, akustisch kritische Musik wie Klassik oder Jazz kann dadurch dumpf klingen.
Außer bei dem PMX 60 ist die Hörfreude bei den anderen Testmodellen in irgendeiner Hinsicht eingeschränkt. Der Sony-Kopfhörer MDR-A106LP (11,9 €) bietet zu wenig Transparenz im Klang und ist deshalb nur für Popmusik empfehlenswert.
Das große Mittelfeld im Test, der Philips SBC HL 140 und der hama, unterscheidet sich mit Popmusik klanglich nur marginal. Neutraler, wenn auch bassbetont ist der kleine Bruder des Testsiegers, der Sennheiser PX 30 (13,99 €): Er ist dem bauähnlichen Sony klanglich überlegen. Er klingt offener und kommt damit für ein breiteres Musikspektrum in Frage.
Akustisch neutraler und allen Testteilnehmern weit überlegen erwies sich hier immer noch unser Referenzkopfhörer Koss ksc/35 (s. VDI nachrichten, Heft 26 vom 2. 7. 1999, Seite 30). Er kann Pop und Klassik mit Klarheit und Transparenz von den Bässen bis zu den höchsten Höhen wiedergeben. Koss hat ihn immer noch im Programm.
REINHARD FRANK

Von Reinhard Frank

Stellenangebote im Bereich Elektrotechnik, Elektronik

Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES-Firmenlogo
Fraunhofer-Institut für Windenergiesysteme IWES Forschungs- und Entwicklungsingenieurin / Forschungs- und Entwicklungsingenieur als Gruppenleitung Bremerhaven, Bremen, Hamburg, Hannover
Crawford & Company (Deutschland) GmbH-Firmenlogo
Crawford & Company (Deutschland) GmbH Trainees (w/m/d) als Sachverständige (w/m/d) deutschlandweit
Enovos Deutschland SE-Firmenlogo
Enovos Deutschland SE Senior Projekt- und Asset Manager Wind (w/m/divers) Saarbrücken
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH-Firmenlogo
TÜV Technische Überwachung Hessen GmbH Sachkundiger (w/m/d) Frankfurt am Main
Techtronic Industries ELC GmbH-Firmenlogo
Techtronic Industries ELC GmbH Technischer Projektmanager (m/w/d) Elektrowerkzeuge Winnenden
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH-Firmenlogo
ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH Sicherheitsingenieur im Bereich Gefährdungsbeurteilung und Umweltverträglichkeitsanalyse (m/w/d) Fürstenfeldbruck
Süwag-Firmenlogo
Süwag Trainee Netzinformationssysteme (m/w/d) Frankfurt am Main
Amprion GmbH-Firmenlogo
Amprion GmbH Ingenieur (m/w/d) der Elektrotechnik / Schutz- und Leittechnik Esen, Wesel, Leverkusen-Opladen
HENSOLDT-Firmenlogo
HENSOLDT Entwicklungsingenieur für Messtechnik (m/w/d) Oberkochen
CURRENTA über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik-Firmenlogo
CURRENTA über ifp l Personalberatung Managementdiagnostik Betriebsleitung Kraftwerke (m/w/d) Leverkusen

Alle Elektrotechnik, Elektronik Jobs

Top 5 Elektronik