Messe Electronica 2012 16.11.2012, 19:56 Uhr

Energiewende verspricht gute Geschäfte für elektronische Komponenten

Der Besucherandrang an den ersten Tagen der Electronica, der Fachmesse für elektronische Bauelemente und Komponenten, konnte nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Jahr 2012 für die Branche unterdurchschnittlich gelaufen ist. Aber für 2013 herrschte vorsichtiger Optimismus. Die Themen Energie, Gesundheit und Sicherheit versprechen neues Wachstum.

Elektronische Komponenten: Mehr Absatz durch Energiewende.

Elektronische Komponenten: Mehr Absatz durch Energiewende.

Foto: IBM

Der deutsche Markt für elektronische Komponenten wird im laufenden Jahr um gut 3 % auf ca. 16,8 Mrd. € zurückgehen, so die Einschätzung des ZVEI-Fachverbands „Electronic Components and Systems“ am ersten Tag der Münchener Fachmesse Electronica (13. bis 16. 11.). Für das kommende Jahr erwarten Barbara Schaden, Marktexpertin beim ZVEI, und Kurt Sievers, der Vorsitzende des Fachverbandes, dann wieder ein leichtes Wachstum von 0,5 % auf einen Umsatz von dann 16,9 Mrd. €.

Trotz des rückläufigen Umsatzes in diesem Jahr war Sievers aber grundsätzlich nicht in Krisenstimmung: „Das Jahr 2010 war geprägt von einer starken Erholung mit über 40 % Wachstum.“ Zusammen mit einem weiteren moderaten Anstieg der Umsätze im vergangenen Jahr um knapp 3 % sei damit das Niveau vor Beginn der Finanzkrise wieder erreicht. Der Rückgang im Jahr 2012 und der nur moderate Anstieg für 2013 bedeuten hier eher eine Hinwendung zur Normalität und keine erneute Krise. Sievers: „Die Elektroindustrie in Deutschland ist betriebswirtschaftlich und strukturell sehr gut aufgestellt.“ Ein mittelfristiger Wachstumspfad von rund 5 % jährlich sei da realistisch.

Finanzkrise wirkt sich negativ auf Markt für elektronische Komponenten aus

Allerdings ist die europäische Schuldenkrise nach wie vor ein großes Fragezeichen für den Markt: „Die Staatsschuldenkrise im Euroraum hat sich im laufenden Jahr negativ auf die deutsche Wirtschaft und damit auch auf den deutschen Halbleitermarkt ausgewirkt.“ Und dieser macht immerhin 60 % des Gesamtmarktes für elektronische Komponenten aus.

Stärkste Abnehmerbranche von elektronischen Komponenten in Deutschland ist nach wie vor die Automobilindustrie (44 %), gefolgt von der Industrieelektronik (26 %), der Datentechnik (18 %) und der Telekommunikation (8 %). Die Kfz-Elektronik hielt sich auch in diesem Jahr vergleichsweise stabil. Sievers rechnet für 2012 voraussichtlich mit einem Minus von 1 % und für das kommende Jahr mit einem Plus von knapp 1 %. Und das trotz der Hiobsbotschaften, die allenthalben aus den europäischen Autofabriken kommen.

Doch Sievers kann für den weltweiten Automobilmarkt Entwarnung geben. 2013 soll die Fahrzeugproduktion global um bis zu 2 % zulegen. „Konservativ geschätzt“, wie Sievers versichert. Dazu trägt überraschenderweise vor allem der US-Automarkt bei, „denn dort ist der Fahrzeugbestand überaltert“, weiß Sievert. Und natürlich ist auch China mit dem weltweit größten Automobilmarkt auf der Positivseite mit dabei, das kompensiere die negativen Aussichten für Europa.

Energiewende wird mittelfristig Anbietern von elektronischen Komponenten zu guten Geschäften verhelfen

Überrascht wurden Sievers und Schaden vom unerwartet starken Rückgang bei der Industrieelektronik um 7,1 % im laufenden Jahr. Darin spiegele sich die derzeitige Krise der Solarindustrie wider. Zwar werden die Solarmodule selbst nicht in die Statistik des Fachverbandes eingerechnet, aber andere Komponenten wie Wechselrichter für Solaranlagen schlugen in 2012 deutlich negativ zu Buche. Nichtsdestotrotz ist Sievers überzeugt, dass gerade die deutsche Energiewende den Komponentenanbietern mittelfristig zu guten Geschäften verhelfen wird. „Es wäre schön, wenn die Industrieelektronik ein ebenso stabiles Standbein unserer Branche würde, wie es die Automobilelektronik schon seit einiger Zeit ist.“

Und die Aussichten dafür scheinen nicht schlecht: Denn im traditionellen CEO-Panel der Electronica wurde das Thema Energie – speziell im Hinblick auf das Smart Grid, das intelligente Energienetz – als Hoffnungsträger der Halbleiterbranche diskutiert. Generell geht es darum, aus der heutigen Einbahnstraße der Energieverteilung – von den Kraftwerken hin zu den Verbrauchern – eine flexible, engmaschige Zweibahnstraße zu machen. „Denn der Verbraucher der Energie wird zunehmend auch zum Erzeuger“, sagte Infineon-CEO Reinhard Ploss. Struktur und Intelligenz des künftigen Smart Grid würden weniger den althergebrachten Energieverteilnetzen ähneln als vielmehr dem Internet.

Carlo Bozzotti von STMicroelectronics wies darauf hin, wie ineffizient die bestehenden Stromnetze seien. „20 % der theoretischen Kapazität bleiben heute ungenutzt, um für Lastspitzen Reserven zu haben.“ Es gelte also zunehmend, Energieverbrauch und Energieerzeugung – vor allem auch die dezentrale aus erneuerbaren Quellen – in einer effektiven Balance zu halten.

Chipindustrie sieht Potenzial in Bereichen Gesundheitsvorsorge und Sicherheit

Dazu gehören für Gregg A. Lowe von Freescale Semiconductors neben dem Smart Grid auch die intelligenten Hausnetze und das entstehende Internet der Dinge. Nur damit könnten z. B. große Energieverbraucher zu Zeiten eingeschaltet werden, an denen Strom preiswert sei, oder die Heizung den Wetterbericht auswerten und so selbsttätig das optimale Temperaturprofil ansteuern.

Aber nicht nur das Thema Energie gab den CEOs Anlass zu Optimismus, auch in den Bereichen Gesundheitsvorsorge und Sicherheit sehen sie künftig großes Potenzial für die weltweite Chipindustrie. Und bereits 2013 ist wieder Wachstum angesagt.

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