Konsumelektronik 07.03.2003, 18:24 Uhr

Eine neue Musikdimension

Ganze CD-Sammlungen werden in ein einziges Gerät gebannt – einen Festplattenrekorder.

Als i-Tüpfelchen lässt sich der Musikschatz dieser digitalen Plattentruhe im Haus von jedem Raum aus dezentral abrufen.
Einmal auf die Festplatte aufgenommen, braucht die CD nie mehr in die Hand genommen zu werden, genügt ein Knopfdruck, um die Lieblingsmusik erklingen zu lassen. Die Anzeige erfolgt über den TV-Monitor, ist also bequem vom Sessel aus abzulesen. Dazu versorgt der Server noch alle anderen Räume der Wohnung, lässt sich dasselbe Musikangebot – sogar drahtlos – auf die Clients übertragen.
Möglich wird das durch die gigantische Speicherkapazität moderner Festplatten, kombiniert mit Netzwerktechnik. Doch nicht nur Komplettlösungen sind im Angebot, sondern auch weniger komfortable Zwischenstufen: Festplattenrekorder mit reduzierter Ausstattung und ebensolchem Preis.
Vier Modelle bestreiten das diesmalige Testfeld, allen voran der luxuriöse Server S 2000 von Imerge für 2489 ‰ bzw. 2940 ‰, abhängig davon, welche Platte mitgeliefert wird. Hinzu kommen der Sony HAR-D 1000 und der Terratec CAR 4000 für je rund 1000 ‰ sowie der Yamaha CDR-HD 1300 für 824 ‰.
Allen gemeinsam ist die Aufnahme auf Festplatte, wobei sich der Imerge durch seine wahlweise erhältlichen Plattengrößen von 80 GByte bzw. 160 GByte deutlich von der Konkurrenz absetzt, die durchwegs mit 40 GByte daherkommt. Letztere bedeutet im CD-ensprechenden WAV-Format eine Aufzeichnungsdauer von 60 h.
Unterschiede bestehen in den Speicherformaten. So lassen neben dem Imerge auch die Rekorder von Terratec und Yamaha die CD-Qualität zu. Bei Imerge und Terratec kommt noch das datenreduzierte MP3-Format dazu, was die Spieldauer auf das Elffache erhöht. Diese Angabe bezieht sich auf die Datenrate 128 kbit/s, ab der Hi-Fi-Klang möglich und die im Internet weit verbreitet ist. Beide Rekorder ermöglichen aber auch höhere Datenraten, so dass der Benutzer selbst enscheiden kann, welche Qualität er für welche Musik wählt.
Von Vorteil ist, dass die Speicherung der Musiktitel völlig gemischt erfolgen kann und dass der Rekorder bei der Wiedergabe automatisch und unmerklich das richtige Format wählt. Neben MP3 kann der Terratec auch noch das Microsoft-eigene WMA-Format wiedergeben, das in Zukunft noch an Bedeutung gewinnen dürfte.
Eine echte Außenseiterrolle nimmt der Sony HAR-D 1000 ein. Der beschränkt sich auf das Sony-eigene ATRAC-3-Format, das von der Minidisc bekannt ist und eine feste Datenrate von 132 kbit/s verwendet. Damit entspricht die Klangqualität etwa MP3/128. Ein Nachteil ist freilich, dass sich MP3-Musik nicht auf den Sony überspielen lässt, auch nicht vom PC, mit dem der Sony per USB kommunizieren kann.
Allen gemeinsam ist wieder das eingebaute CD-Laufwerk, das neben der CD-Wiedergabe auch den Musiktransfer auf die Festplatte erlaubt. Da der Yamaha dabei keine Kodierung in MP3 oder andere Datenreduktionssysteme vornimmt, geht das bei ihm mit 10fach am schnellsten. Der Terratec zum Beispiel kann Original-CDs nur mit 1fach, bereits im MP3-Format bespielte CD-Rs hingegen mit 14fach transferieren.
Wichtig ist der Kopierschutz. Dabei gilt: Was abgespielt wird, gelangt auch auf die Platte. Am besten geben sich da der Sony und der Yamaha, die die gängigen Kopiersperren DocLoc, Cactus und Key2Audio ignorieren. Was nichts anderes bedeutet, als dass sie sich an die Red-Book-Vorgaben halten.
Im Gegenzug beachtet der Yamaha aber auch die SCMS-Sperre, nach der Digitalkopien nur vom Original-Tonträger angefertigt werden dürfen. Beim CDR-HD 1300 ist das besonders bemerkenswert, da er sich als einziger Testkandidat auch als CD-Rekorder einsetzen lässt. Bedingt durch SCMS wird daher bei einer Digitalkopie von der Festplatte auf CD-R die auf der Platte befindliche Kopie automatisch gelöscht.
Probleme mit der Wiedergabe sowie der Überspielung kopiergeschützter CDs haben hingegen die Geräte von Terratec und Imerge. Nach Auskünften von Imerge arbeitet der Hersteller an einer Lösung. Ein echter Komfortvorteil ist die Möglichkeit, auf die Internetdatenbank CDDB zuzugreifen. Beim Überspielen einer CD wird diese automatisch erkannt, dann werden die Infos über Titel und Interpreten runtergeladen und mit abgespeichert. Das funktioniert beim Imerge und beim Terratec, bei letzterem allerdings ohne Webzugriff, da sich die Datenbank auf der Festplatte befindet. Verbunden freilich mit einem gelegentlich notwendigen Update von der Terratec-Webseite.
Durch die im Vergleich zu optischen PC-Laufwerken langsamen Transfergeschwindigkeiten vergeht dafür recht viel Zeit. Daher ist es vorteilhaft, die Musikdaten auf eine andere Platte zu sichern, um dem Datenverlust durch einen Festplatten-Crash vorzubeugen. Für eine solche Sicherung sind der Imerge und der Terratec geeignet.
Die große Datenmenge erfordert eine übersichtliche Verwaltung und Anzeige. Das geht am besten über den TV-Monitor, der bereits an einen AV-Receiver angeschlossen ist. Videoseitig wird der HD-Rekorder wie ein DVD-Player eingebunden, dann lässt sich der gesamte Vorteil der Geräte extrem komfortabel nutzen. Möglich mit dem Imerge und dem Yamaha, der Terratec erlaubt immerhin eine vergrößerte Display-Schriftanzeige.
Als einziger Kandidat verfügt der Imerge in seiner Grundausstattung über einen LAN-Anschluss für die Verbindung zu Audio-Clients (s. Artikel o.). In Spezialausführungen lassen sich aber auch bis zu vier verschiedene Audio-Signale ausgeben, die dann über Haustechniksysteme in anderen Räumen ferngesteuert werden können. Preisgünstiger und einfacher ist freilich die Netzwerklösung, zumal sich diese auch ohne Kabel aufbauen lässt.
REINHARD PAPROTKA

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