Konsumelektronik 07.12.2001, 17:32 Uhr

Digital-Video steht auf der Wunschliste ganz oben

Hochkant-Mini-Camcorder gelten als schön und liegen im Trend. Sie bieten eine optimale Kombination von Größe und Leistung. Die fünf getesteten Modelle bieten darüber hinaus auch umfangreiche Multimediafunktionen, bei Preisen zwischen 3000 DM und 4600 DM.

Fast 4 Mio. deutsche Haushalte wollen in den nächsten beiden Jahren einen Camcorder kaufen. Hinter Fernsehern mit 16/9-Diagonale und DVD-Playern ist das Platz drei unter den Anschaffungswünschen für die Unterhaltungselektronik hierzulande, so die Marktforscher von TDW Intermedia.

In der verkaufsträchtigen Ein-Chip-Klasse bietet zu Weihnachten 2001 jeder renommierte Hersteller einen eleganten DV-Camcorder in kompakter Hochkant-Bauweise an. Im Testfeld landeten aber nicht die winzigsten und leichtesten Camcorder, sondern die, bei denen in punkto Funktion und Qualität keine Abstriche zu Gunsten des Gewichtes gemacht wurden.

Filmer können sich bei den Topmodellen auf ein Höchstmaß an kreativer Freiheit freuen. Bei Panasonics neuer EX21 lässt sich sogar die Kamera vom Laufwerk trennen und mit einem Blitz-
unterteil als eigenständiger Fotoapparat betreiben (s. Foto). Unter den Digitalfotoapparaten ist er damit einer der kleinsten und leichtesten.

Konkurrent Sony präsentiert in seiner PC 120 erstmals eine Bluetooth-Connection (s. Artikel oben rechts). JVC kann mit seiner GR-DVX77 ebenfalls Video-E-mails im MPEG4-Standard versenden, braucht dazu aber Laptop oder PC. Damit es noch leichter geht, steckt ein kleines Schnittprogramm und ein MP3-Player bereits im Gerät.

Dem Top-Hochkant-Mini von Canon fehlen derartige Multimedia-Übertragungsfunktionen. Auch auf die bei den anderen übliche USB-Verbindung zum Rechner wurde verzichtet. Wer die Daten zum PC schaufeln wil, muss ein externes Kartenlesegerät zusätzlich ins Budget einplanen.

Canon reicht es vorerst, mit der MV X1i endlich einen ersten Megapixel-Camcorder im Programm zu haben, der sogar auf die Unterstützung eines optischen Bildstabilisators zählen kann. Deshalb wohl fiel das Gerät ein klein wenig voluminöser aus als die Konkurrenz.

Megapixel-Fotoauflösung zur Aufnahme von 10 x 15-cm-Fotos in perfekter Qualität bieten auch die Geräte von Sony und Panasonic. JVCs GR-DVX77 bleibt etwas drunter.

Die Sharp VL-NZ 10 schießt nur Fotos im 640 x 480-Pixel-Internet-Bildformat. Sie sieht ebenfalls aus wie ein Hochkant-Mini, wird aber beim Filmen quer gehalten. Der Objektivteil ist vom Laufwerk mit einem Drehgelenk abgekoppelt. Diese raffinierte Bauweise ermöglicht ein sehr flaches Gerät mit einem deutlich größeren Kontrollmonitor als bei der Konkurrenz. Dafür verzichtet Sharp auf einen Extra-Sucher.

Die Hersteller gehen von einer echten Doppelnutzung als Foto- und Filmkamera ausgehen. Die Camcorder haben eingebaute Blitze, bei der Panasonic EX21 ein Blitzunterteil. Die Fotoschüsse sind als Diaschau abspielbar. Alle Geräte sind mit kleinen Flash-Speicherkärtchen als Wechselmedium ausgerüstet. Sony setzt auf Memorystick, der Rest vertraut auf die noch kleinere SD-Card, ersatzweise die MMC-Karte.

Die Speicherkarten sind echte Bild- und Tonschnittstellen zur Rechnerperipherie. Die kleinen Videoclips, die sie speichern, gibt jeder PC-Mediaplayer wieder und Grafiken, Sounds und Bilder lassen sich – vorausgesetzt das Datenformat stimmt – auch vom PC zurück in die Kamera spielen.

Neu im Trend liegen Spezialobjektive, die für die vergrößerte Fotoauflösung optimiert sind. Gute Linsen, so die Testerfahrung, verbessern die Bildqualität von DV deutlich. Sony bietet Vario-Sonnar von Zeiss auf, Panasonic baut eine Dicomar-Linse von Leica ein und Canon baut schon traditionell die besten Objektive für Profi-Camcorder. Für die MV X1i spendierte man mit Faktor 1:1,6 das lichtstärkste Glas der gesamten Konkurrenz.

DV-Videosignale können die Geräte aber auch von außen zuspielen. Damit funktionieren sie wie ein digitaler Videorekorder. Besonderheit: JVC hat dafür das Modell DVX 88 auf dem Markt, das diese Funktion für 300 DM Aufpreis mitbringt. Die getestete DVX77 muss ohne DV-Input auskommen.

In der Praxis erweist sich der Canon MV X1i als die Ideallösung für echte Filmer, denen die Sonderfunktionen nicht so wichtig sind. Sonys PC 120 ist technisch in jeder Hinsicht spitze, aber sehr teuer, wenn man die Bluetooth-Funktionen nicht nutzt. Nutzt man sie, wird der Betrieb wegen der Telefonkosten jedoch zum Luxus.

Die Panasonic ist ein Showprodukt, das dank seiner Kompaktheit überall dabei ist. Sehr mitnahmefreundlich und auffällig im Einsatz ist auch die kleine Sharp VL-NZ 10, die dank des Aufsteckmikrofons Vorteile in der Tonaufnahme bietet, aber im Fotobereich keine Trümpfe ausspielen kann. Die JVC GR-DVX77 ist das Schnäppchen in der Oberklasse, das viel Multimediaqualität und einen guten Weitwinkelbereich bietet, aber in Bild und Ton leichte Abstriche hinnehmen muss.

Der erwartete Boom nach digitalen Camcordern könnte schon eingesetzt haben. Nachdem im ersten Halbjahr 2001 noch Rückgänge um satte 9 % gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen waren, rechnet der Handel damit, dank Internationaler Funkausstellung in diesem Sommer und Weihnachtsgeschäft, noch fast bis auf Vorjahresniveau aufschließen zu können. Die Industrie hat mit attraktiven Modellen dazu beigetragen. MARTIN BIEBEL

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