Konsumelektronik 02.09.2005, 18:40 Uhr

Die kleinen Cardcorder kommen  

VDI nachrichten, Berlin, 2. 9. 05 – Kleine bandlose Geräte zur kombinierten Video/Foto-Aufzeichnung überholen den klassischen Camcorder. Diese Cardcams werden den Filmermarkt revolutionieren. So dürfte manches selbstgedrehte Video künftig aus dem Handgelenk entstehen. Camcorder mit dicken Festplatten zeigen längst, dass sie mit DV-Geräten mithalten können.

Ubiquitous ist in Japan längst ein Modewort, übersetzt heißt es ungefähr allgegenwärtig – und genau das soll das elektronische Spielzeug sein, das wir künftig am Körper tragen. Klein, aber voller Information. Armbänder sprechen und messen Gesundheitsdaten, Handys haben Internetanschluss und übertragen Fernsehprogramme, um nur die aktuellen Entwicklungen auf Japans Messen zu nennen.

Voraussetzung dafür sind winzige Bildaufnahmesysteme, um die Wirklichkeit vor unseren Augen in TV-Qualität drahtlos einem Empfänger zuzuleiten. Es gibt einen gewissen Bedarf an Bildqualität, der für Fotos an der Auflösungsgrenze des Auges liegt, bei Videos am gewohnten TV-Signal. Hobbyfilmer oder Fotografen werden immer die kleinsten Geräte kaufen, die diesen Qualitätsanspruch erfüllen.

Zur Messe IFA in Berlin packen deshalb die wenigen Firmen, die in der Lage sind, die hohen Ansprüche an die Videotechnik zu erfüllen, eine Geräteriege aus, die nicht mehr auf Videoband als Datenträger setzt, sondern auf Festspeicher- oder Flashcard-Lösungen. Sie erreichen damit eine Gewichtsreduktion gegenüber herkömmlichen Camcordern um bis zu 40 %.

Die Firma JVC setzt am konsequentesten auf neue Datenträger für Videosignale. Die Everio-Serie erreicht eine Bildqualität, die der von DV-Camcordern nicht nachsteht, und speichert bei manchen Modellen auf wechselbare Mini-Festplatten, bei anderen auf eingebaute Harddiscs mit einer Kapazität von 20 GByte bis 30 GByte. Die zwei IFA-Frischlinge bringen es auf eine Auflösung von 2 Megapixeln.

Panasonic präsentiert zur IFA eine 2-GByte-SD-Speicherkarte und wird dazu wohl auch den passenden Mikro-Camcorder vorstellen. Samsung hat ebenfalls Festplattenmodelle im Gepäck und Sanyo bringt in schöner Regelmäßigkeit Multi-Imager auf den Markt, die als vollwertige Fotoapparate sehr hohe Pixelmengen verwalten können, aber auch klassische Videoszenen aufzeichnen.

Sony, der Marktdominator der bandgestützten Camcorder, leckt sich derweil die Wunden, nachdem ein letztes Bandsystem namens Micro-MV floppte, und bringt bis zur Vorstellung eigener bandloser Mikromodelle lieber Camcorder auf den Markt, in denen eine kleine DVD mit 8 cm Durchmesser rotiert. Diese Idee des einfachen Signalaustausches zwischen Camcorder und TV via DVD-Recorder hatte Hitachi bereits vor vier Jahren. Die DVD-Camcorder beider Hersteller sind jedoch nur begrenzt kompatibel. Zur IFA wird auch Canon ins Karussell der DVD-Camcorder einsteigen – technologisch auf der Sony-Seite. Dennoch ist der Scheibencamcorder nur eine, allerdings zunehmend erfolgreiche Interimslösung. So lange die drahtlose, flächendeckende Breitband-Übertragung etwa mit WLAN-Lösungen noch nicht funktioniert und so lange, bis die horrenden Preise pro Gigabyte für Flash-Speicherkarten auf ein gleichwertiges Niveau gesunken sind.

2007 sollen Compact-Flash- und SD-Card bereits ein Preisniveau erreichen, das unter dem des aktuellen Micro-Drive von IBM mit 2 GByte bis 4 GByte liegt. Bei den Speicherkarten werden sich ebenfalls die kleinformatigsten Varianten durchsetzen, weil über sie die Gehäuseabmessungen am besten geschrumpft werden können.

Gleichzeitig verbessern die Hersteller konstant die Qualität ihrer Bildkompression. Kleinere Dateien mit besserer Bildqualität sind die Folge. Damit sind Speicherkarten-Camcorder bald leistungsfähiger als DVD-Camcorder, die formatbedingt in Größe und Speicherfähigkeit limitiert sind. Speicherkarten-Camcorder dürften in den nächsten drei Jahren Spielzeiten bei bester Qualität und erschwinglichem Preis erreichen, die bei 4 Stunden pro Kärtchen liegen, vermutet Hans Ernst, Chefredakteur des größten deutschen Camcorder-Fachmagazins Videoaktiv Digital. Dass bei Cardcordern keine Zeit für die Übertragung der Daten in den Rechner (Capturing) anfällt, macht die Nachbearbeitung deutlich schneller und attraktiver. Gleichzeitig steht der flächendeckenden Verbreitung dieser Modelle noch ihre begrenzte Speicherkapazität im Weg. Zum Entladen der Festplatte im Gerät oder der teuren Kärtchen muss momentan noch ein Laptop mitgeführt werden oder ein mobiler Bildspeicher, der aus einer leistungsfähigen Festplatte besteht, einem Cardreader und einem Display.

Die Crux: Die Daten können bei vielen dieser Player zwar kopiert, aber bei kaum einem Modell direkt wieder betrachtet werden. Außerdem kosten auch diese Geräte noch um die 500 €. Bei Spielzeiten von 7,5 Stunden, wie bei der neuesten Festplatten-Cam von JVC, ist die flexible Übertragung aber auch kein ernsthaftes Problem mehr.

MARTIN BIEBEL

Von Martin Biebel

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