Konsumelektronik 24.08.2001, 17:30 Uhr

Der vernetzte Haushalt hängt an der Settop-Box

In den USA ist es längst ein Trend – Home Networking, das vernetzte Haus, in dem Funk die Alarmanlage mit Settop-Box und Heizung koppelt. Über 100 Aussteller zeigen auf der IFA, wie das intelligente Haus von morgen aussieht.

Gerade will ein Mieter die Wohnung verlassen und überprüft auf dem Bildschirm neben der Eingangstür, ob alle Fenster geschlossen sind und das Licht überall ausgeschaltet ist. Nachdem ihn die „Technik-Box“ darauf hingewiesen hat, dass auf dem Elektroherd noch ein Kochfeld glimmt, schaltet er es ab, aktiviert die Alarmanlage und verlässt beruhigt das Haus.

Unterwegs kann der Mieter übers Telefon auf die Licht- und Heizungssteuerung zugreifen. Und beim Heimkehren informiert ihn der Bildschirm, wie viele E-Mails eingetroffen sind. Denn die „Technik-Box“ ist mit der Settop-Box des Fernsehers verbunden. Die ermöglicht außerdem noch das Internet-Surfen, Homebanking – und die Kommunikation mit dem Vermieter. Der liest wiederum die Verbrauchsdaten wie Wasser, Strom und Heizung zentral ab und empfängt Mängelberichte oder Kundenwünsche direkt auf elektronischem Weg.

Es dürfte eines der Highlights auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin sein: Das von der DePfa IT Services in Zusammenarbeit mit Siemens entwickelte Multimedia-Wohnsystem. Auf der Berliner Leitmesse der Unterhaltungselektronik dreht sich dieses Jahr ein ganzer Themenkreis ums „intelligente Heim“.

Das Multimedia-Wohnsystem wird bald Wirklichkeit. Wenn im September der Startschuss beim Berliner Pilotkunden HWB Henningsdorfer Wohnungsbaugesellschaft fällt, geht die erste Installation dieser Art im Geschosswohnungsbau in Deutschland ins Rennen. Längst sind dann im Keller des Ostberliner Mietshauskomplexes Server installiert, die drei verschiedene Übertragungswege der Hausvernetzung nutzen, eine EIB-Verkabelung, Funktechnik und Powerline-Technologie.

Der Entwickler preist das System als besonders wirtschaftlich und kostengünstig an. Der Einsatz von Multimedia im Mietwohnungsbau soll damit auf breiter Basis möglich werden.

„Digitale Medien, Telekommunikation, Gebäudesystemtechnik und WWW miteinander zu kombinieren“, erläutert Jochen Wiesinger, Sprecher des IFA-Veranstalters Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu), „ist jetzt nicht nur für Häuser möglich, sondern auch für den Mietwohnungsbau. Das intelligente Heim und die Konvergenz von Audio, Video und Internet sind die absoluten Trends der IFA.“

Seit der strategischen Neuausrichtung der Funkausstellung, die erst im Januar verkündet wurde, zählen neben den traditionellen Bereichen Rundfunk und Fernsehen nun auch die Informationstechnologie, die Telekommunikation und der Content zu den Messeinhalten. Die etwa 100 Aussteller im Bereich „intelligentes Wohnen“ sind ein Ausdruck dieser Veränderung. Sie präsentieren neueste Geräte, mit denen die Vernetzung von Heimelektronik und Internet, in den USA „Home Networking“ genannt, betrieben wird.

Als Herzstück der Heimvernetzung gilt oftmals noch der Fernseher mit integrierter Settop-Box. Neben dem Empfang von analogen und digitalen Programmen hat er auch die Funktion einer telemetrischen Schnittstelle ins Internet.

Loewe präsentiert mit ihrer modularen „Mediaplus“-Elektronik eine Erweiterungsoption für ihre höherpreisigen Geräteserien. Es darf dann nicht nur ferngesehen, sondern auch die Türkamera, Heizung und Beleuchtung ferngesteuert werden.

Andere Hersteller haben sich für eigenständige Gerätelösungen entschieden, wie etwa Fujitsu Siemens Computers mit „Activity“. Die interaktive Settop-Box dient gleichzeitig als Heimserver und kann eine Vielzahl elektronischer Geräte mittels Wireless-LAN und Bluetooth-Technologie kontrollieren. Die ganze Wohnung wird kabellos vernetzt, so dass in jedem Zimmer einzelne Geräte, von der Hi-Fi-Anlage bis zur Heizung, angesteuert werden können.

Breit vertreten auf der IFA ist überhaupt sämtliche Infrastruktur im „intelligenten Heim“. Mit „Homeway“ von der Ackermann GmbH und Corning Cable Systems liegt eine Lösung zur Vernetzung des kompletten Haushalts vor. Sternförmig verteilte Multimedia-Kabel reichen vom zentralen Verteiler zu den „Multimedia-Steckdosen“ in jedem Raum, wohin sie TV- und Rundfunkprogramme, Telefon, Internet und Datendienste (LAN) übertragen. Nur noch ein Gerät einstöpseln, das die Funktion der Übertragung selbst bestimmt – fertig.

Auch die Bluetooth-Technologie zur kabellosen Vernetzung auf kurzen Strecken rund um den Arbeitsplatz sowie Wireless-LAN nach IEEE802.11 und das europäische Hyper-LAN spielen auf der IFA 2001 eine große Rolle.

Erfreulicherweise lassen Probleme mit der Kompatibilität von Geräten verschiedener Hersteller nach. „Es wird immer einheitlicher“, sagt Hans Engelkamp, Sprecher der Pressekommission des Fachverbandes Consumer Electronics, „es gibt nur noch wenige Systeme, die untereinander konkurrieren. In Europa zeichnet sich sogar ab, dass es beinahe nur noch ein Miteinander gibt.“

Dieser begrüßenswerte Trend lässt sich am 29. August überprüfen, wenn die IFA zum „Tag des Intelligenten Heims“ lädt und der Stand der Technik sowie die Integrationsprodukte präsentiert werden.

 HELMUT MERSCHMANN

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