Konsumelektronik 04.06.2004, 18:31 Uhr

Billigheimer wecken keine Emotionen

Sie brauchen es auch nicht, war die Botschaft der Veranstaltung in München. „Wir können nur billig, seit Geiz geil ist“ – aus dieser Sackgasse muss die Branche heraus, so die einhellige Meinung der Aussteller und zeigten Audio und TV vom Feinsten.

Eine Ausstellung im Hotel für Enthusiasten, Spezialisten und Kenner, das war die High End bisher. Man tagte im Frankfurter Kempinski, heuer ging man nach München und öffnete sich erstmals einem größerem Publikum. Der mutige Schnitt zur Veränderung ist aufgegangen: In einer wirtschaftlich schwierigen Zeit lockte die erste High End in München weit über 10 000 Besucher, 2003 wurden in Frankfurt nur 8000 mobilisiert.
„Wir können nur billig, seit Geiz geil ist“ – aus dieser Sackgasse müsse die Branche herausgeführt werden, meint Edmond Semmelhaack, Geschäftsführer der Hannoveraner All-Akustik (Quadral-Lautsprecher). Er beklagt den Qualitätsverlust im Handel: „In den großen Märkten wird kaum noch vorgeführt. So wird der akustische Unterschied eines 100- €-Systems im Vergleich zu einem für 300 € nicht mehr deutlich. Weil man kaum gegen Aldi und Lidl im untersten Preissegment bestehen kann, werden Rabatte und keine Qualität verkauft.“
Dabei ginge es anders, meint Semmelhaack und verweist auf das TV-Geschäft: „Durch hohe Verkaufszahlen bei flachen Bildschirmen ist aber erkennbar, dass der Wunsch nach hochwertiger Ware besteht, er muss nur umgesetzt werden.“
„Die Zukunft liegt in der Emotion des Zuhörers“, schlägt Norbert Braasch, philosophischer Importeur- exot mit besonderem Qualitätsanspruch in die gleiche Kerbe. Größte Namen zum kleinsten Preis hätten die Branche in eine Sackgasse geführt.
„Musik hören ist Lebensqualität“, meint auch Don Schone, amerikanischer Geschäftsführer des japanischen TEAC-Konzerns in Deutschland. Das technisch Machbare, sinnvoll mit Ingenieurskunst Konstruierte, die Beachtung kleinster Details erzeugen bei seiner Vorführung den Eindruck, als würden wirklich Kühe aus den großen Hornlautsprechern von Avantgarde-Audio muhen.
TEAC-Ingenieure haben die Rotation der DVD-Scheiben untersucht. Rotationsfehler durch Unwucht und nicht konzentrische Mittellöcher der CDs/DVDs werden seitdem durch einen hängenden Plattenteller im Player der Esoteric-Serie eliminiert. In den wird die eingelegte „Platte“ in der Dreipunkt-Anlage automatisch eingespannt.
Das Angebot der 165 Aussteller auf 8500 m2 mit 500 Marken zeichnete sich durch große Bandbreite aus. Vom restaurierten Plattenspieler bis hin zum Multikanal-Sound der DVD-Audio oder SACD von Aufnahmetechnik bis Zubehör reichte das Spektrum.
Es waren Tendenzen wie eine Stereo-Renaissance erkennbar – offensichtlich fühlen sich erfahrene Zuhörer vom oft künstlich aufgeblähten Surround-Sound zu sehr umzingelt, möchten während der Musikwiedergabe weder Band- noch Orchestermitglied sein und nicht „mittendrin“ sitzen.
Größere Lautsprecherboxen, die fast vollständig durch Subwoofer/Satellitensysteme verdrängt waren, kommen wieder. Kompromissloses Ende der Klangkette sind zum Beispiel die FS 608-4Pi-Lautsprecher von ELAC. Merkmal dieses Wiedergabesystems sind die pilzförmigen Hochtonlautsprecher, die den Schall rundum gleichmäßig abstrahlen. Gelungene Feinarbeit im Detail verhindert Veränderungen des Klangs: Die Lautsprechersysteme (Chassis) und das Gehäuse in „Cross-Frame-Hybrid-Technologie“ aus Aluminiumstrangpress-Profilen, Aluminiumdruckguss- und MDF mit horizontalen und vertikalen Versteifungen bewirken ein ungewöhnlich stabiles und damit schalltotes Gehäuse.
„Es ist nicht einfach in der heutigen Zeit, hochwertige Produkte zu vermarkten, aber nur sie können Emotionen wecken. Zum Beispiel DVD-Audio: klingt besser dank hoch auflösender Mehrkanaltechnik“, verdeutlicht Thomas Hintze, früherer Pioneer-Manager und nun Geschäftsführer der DVD-Audio Initiative.
„In der Unterhaltungselektronik ist offenbar schon das Billigste gut genug – die Automobilindustrie hat vorgemacht, dass es auch anders geht. Daran sollten wir uns mit individuellen Angeboten ein Beispiel nehmen. Wenn wir so weiter machen, geht jungen Menschen Lebensqualität verloren.“
Megatrend auf der High End ist natürlich Digitaltechnik. Digitales Radio und DVB-T sind zwar keine eigentlichen High-End-Themen, werden aber das Geschäft der Zukunft bestimmen. Im Audiobereich spielte die Super-Audio-CD auf. Der neue SACD-Player XA9000ES von Sony etwa liest alle Signale aus den Super-Audio-CDs. SACDs können auch auf normalen CD-Playern abgespielt werden, denn die Informationen sind auf ihnen in zwei Schichten übereinander gespeichert.
REINHARD FRANK
www.highendsociety.de

Von Reinhard Frank

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