Automobilelektronik 27.06.2008, 19:35 Uhr

Assistenzsysteme erhöhen Komfort und Sicherheit  

Autos sollen in Zukunft noch sicherer, wirtschaftlicher und umweltfreundlicher fahren als heute.

Sicherer werden künftige Automobile durch das automatische Fahren in bestimmten Situationen. Immer dann, wenn Gefahr droht, beispielsweise auf der Autobahn und im Stop-and-go-Verkehr wird der Fahrer unterstützt. „Clevere Assistenzsysteme revolutionieren derzeit das Autofahren“, sagte Jürgen Leohold, Leiter der VW-Konzernforschung, auf der „Forschungsfahrt 2008“ am 13. Juni auf dem VW-Testgelände Ehra-Lessien. Derartige Systeme griffen dann ein, wenn der Fahrer überfordert sei, aber auch dann, wenn er sich unterfordert fühle und sich mit anderen Dingen beschäftige.

Autonomes Fahren, d. h. ohne dass jemand am Steuer sitzt, wird es nach Ansicht von Arne Bartels, zuständig für das VW-Projekt „i-Car“, aus technischen und rechtlichen Gründen allerdings nicht geben. Doch künftige Assistenzsysteme im Auto werden dem Fahrer mehr Sicherheit und mehr Komfort bieten – ohne dass der Fahrspaß eingeschränkt sei.

Hilfreich sei beispielsweise der Park Assistent, der bereits in den Modellen Touran, Tiguan, Passat Limousine und Variant sowie im neuen viertürigen Coupé Passat CC geordert werden kann. Weil mit ihm die recht teuren Parkrempler verhindert werden können, gewähren ihm manche Versicherungen eine günstigere Einstufung.

Ein weiterentwickeltes System, der Parkhausassistent, verhindert Parkschäden vor allem an Säulen und Betonstützen in Tiefgaragen. Die Sensoren gewähren einen 360-Grad-Rundumschutz und können den Fahrer akustisch auch vor mehreren Hindernissen gleichzeitig warnen. Bei der jetzt neu vorgestellten „Park Assist Vision“ zeigt VW erstmals ein Fahrzeug, das auf Knopfdruck wie ferngesteuert rückwärts in eine Lücke quer zur Fahrbahn einparkt. Der Fahrer leitet den Vorgang per Fernbedienung von außerhalb des Fahrzeugs ein.

„PyroBrake“ ist eine neuartige Bremse benannt, die aktiv wird, wenn eigentlich nichts mehr geht und ein Unfall kurz bevor steht. Das System wird pyrotechnisch (ähnlich wie die Airbag-Auslösung) gezündet und leitet innerhalb eines Wimpernschlags – in 80 ms — die Notbremsung ein. Demonstrationen auf dem VW-Testgelände mit einem Passat der VW-Forscher zeigten, dass das Aufpralltempo um 5 km/h bis 7 km/h verringert wird, was bei Unfallfolgen, etwa mit Fußgängern, über Tod und Leben entscheiden kann. Heute zwar noch Zukunft, doch die PyroBrake überzeugte.

Die Forschung und Entwicklung (F+E) ist der Innovationsmotor des Konzerns, heißt es bei Volkswagen. Weltweit arbeiten im F+E-Bereich rund 10 000 Beschäftigte davon mehr als 700 Wissenschaftler mit Forschungsaufgaben.

Das Center of Automotive der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) Bergisch Gladbach, unter Leitung von Prof. Dr. Stefan Bratzel, bewertet seit 2005 die Zukunftstrends und Innovationsprofile der 18 globalen Automobilkonzerne. Fazit der aktuellen FHDW-Studie: Volkswagen kann 2007, zum dritten Mal in Folge, seine Innovationsaktivitäten im Vergleich zu den Wettbewerbern steigern und ist „innovationsstärkster Konzern“, vor General Motors auf Platz 2, der überraschend Toyota – knapp vor BMW – auf Rang 3 verdrängte. INGO REUSS/WOP

Das Fahren ohne Mann am Steuer wirds nicht geben

Ein Beitrag von:

  • Ingo Reuss

    Der Autor Ingo Reuss ist Motorjournalist. Er ist seit vielen Jahren für große Tages- und Wochenzeitungen sowie Fachmagazine tätig.

  • Wolfgang Pester

    Ressortleiter Infrastruktur bei VDI nachrichten. Fachthemen: Automobile, Eisenbahn, Luft- und Raumfahrt.

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