Brennstoffzellen aus Mirai 27.04.2017, 07:51 Uhr

Toyota stellt Truck mit Wasserstoffantrieb vor

Toyota hat einen Lkw mit Wasserstoffantrieb vorgestellt. Seinen Praxistest wird der emissionsfreie Elektro-Truck in den Häfen von Los Angeles absolvieren. Im Sommer soll es losgehen. „Project Portal“ nennen die Japaner ihren Vorstoß. Auch Elon Musk arbeitet an einem Truck – mit Elektroantrieb.

Der Wasserstoff-Truck von Toyota: Die Brennstoffzellen sind in dem blauen Kasten direkt hinter dem Führerhaus untergebracht. 

Der Wasserstoff-Truck von Toyota: Die Brennstoffzellen sind in dem blauen Kasten direkt hinter dem Führerhaus untergebracht. 

Foto: Toyota

Toyotas Wasserstoff-Lkw ist ein Riesending, das auf 18 Rädern rollt. Die Reichweite des 36-Tonners wird mit bis zu 320 km angegeben, seine Motorleistung mit 670 PS. Der Test-Truck bringt es laut Hersteller auf ein maximales Drehmoment von fast 1.800 Newtonmeter. Mit dem Fahrzeug will Toyota das „Potenzial der Brennstoffzellen-Technologie bei Schwerlast-Anwendungen“ untersuchen. Nahezu lautlos und schadstofffrei soll der Güter- und Frachtverkehr damit sein. Und wenn er sich als alltagstauglich erweist, wird er in Serie produziert.

Maximale Reichweite: 320 Kilometer

Bei seinem neuen umweltfreundlichen Nutzfahrzeug greift Toyota zurück auf die Brennstoffzellen seiner Wasserstofflimousine  Mirai – dem ersten in Großserie produzierten Brennstoffzellenfahrzeug. Zwei Brennstoffzellenstapelspeicher (Stacks), mehrere zylinderförmige Wasserstofftanks sowie eine Batterie mit 12 kWh Speicherkapazität befinden sich in einem eigenen Container direkt hinter dem Führerhaus.

In dem Truck kommen zwei Brennstoffzellenstacks aus Toyotas Wasserstoff-Limousine Mirai zum Einsatz. Sie sind an eine Lithium-Ionen-Batterie gekoppelt, die über 12 kWh Speicherkapazität verfügt.

In dem Truck kommen zwei Brennstoffzellenstacks aus Toyotas Wasserstoff-Limousine Mirai zum Einsatz. Sie sind an eine Lithium-Ionen-Batterie gekoppelt, die über 12 kWh Speicherkapazität verfügt.

Foto: Toyota

Konzipiert wurde der Lastwagen vor allem zum regelmäßigen Transport von Waren über eine kurze Distanz, was bei einer maximalen Reichweite von 320 km und des nicht vorhandenen Tankstellennetzes ja auch Sinn macht – und was erklärt, wieso der Hafen als Teststrecke ausgewählt wurde.

Unterstützung von Umwelt- und Energiebehörde

Bei dem Projekt der Japaner in Los Angeles sind auch örtlichen Behörden involviert. So arbeitet Toyota mit der Umweltbehörde CARB und der Energiebehörde CEC zusammen. „Wasserstoff-Fahrzeuge spielen eine Rolle in Kaliforniens Bemühungen, Treibhausgase zu reduzieren, die Luftqualität zu verbessern und unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern“, sagte CEC-Kommissarin Janea Scott bei der Vorstellung des Projekts.

Der Elektroantrieb des Toyota-Trucks bringt 670 PS und fast 1800 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße. Getankt wird Wasserstoff. 

Der Elektroantrieb des Toyota-Trucks bringt 670 PS und fast 1800 Newtonmeter Drehmoment auf die Straße. Getankt wird Wasserstoff. 

Foto: Toyota

Laut Toyota ist der Wasserstoff-Lkw nur ein Teil seines fortlaufenden Engagements für die Brennstoffzellentechnologie. Parallel investiere man zum Beispiel auch in den Ausbau des Wasserstoff-Tankstellennetzes in Kalifornien und sei hierfür eine Partnerschaft mit Shell eingegangen.

Weitere Elektro-Lastwagen am Start 

Die Konkurrenz schläft nicht: Kurz bevor Toyota seinen Konzept-Lkw in Los Angeles präsentierte, hatte Tesla-Chef Elon Musk über Twitter die Vorstellung eines Elektro-Lastwagens für September angekündigt. Dabei hatte Musk erst Mitte Mai 2016 in einem „Master Plan Zwei“ genannten Strategiepapier mitgeteilt, in Zukunft auch Lastwagen und Busse bauen zu wollen.

Seine Pläne lassen sich offenbar schneller realisieren, als selbst er gedacht hat: „Das Team hat einen unglaublichen Job gemacht“, schrieb Musk auf Twitter. Und will in den nächsten 18 bis 24 Monaten auch seinen ersten elektrischen Pick-up-Truck enthüllen.  

An diesen Anblick werden wir uns gewöhnen: Noch in diesem Jahr beginnt Mercedes-Benz mit der Produktion seines Urban eTrucks, der 12,8 t Zuladung ermöglicht. Vor allem in den Innenstädten soll der Truck eingesetzt werden.

An diesen Anblick werden wir uns gewöhnen: Noch in diesem Jahr beginnt Mercedes-Benz mit der Produktion seines Urban eTrucks, der 12,8 t Zuladung ermöglicht. Vor allem in den Innenstädten soll der Truck eingesetzt werden.

Foto: Mercedes-Benz

Vorstöße in Sachen Elektro-Lkws gibt es auch in Deutschland: So hat Daimler angekündigt, seinen ungewöhnlichen, futuristischen Urban eTruck in einer Kleinserie zu produzieren. Die Großserie soll 2020 starten. Mercedes will zwei Versionen bauen, jeweils 18- und 25-Tonner mit Kühlaufbau, als Trockenkoffer und als Pritschenfahrzeug. Die Reichweite der elektrischen Lkw liegt bei 200 Kilometern. Sie sind für Lieferungen in Ballungsräumen gedacht.

In den USA will das Start-up Nikola Motors einen schweren Elektro-Lkw mit Brennstoffzellen oder Gasturbinen zur Energieerzeugung an Bord kombinieren. Ab 2019 soll der „Nikola One“ genannte Sattelschlepper auf den Markt kommen.

 

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