Batterieforschung 12.11.2020, 11:08 Uhr

Tesla will Super-Batterien in neuer Giga-Factory in Berlin bauen

E-Autobauer Tesla plant offenbar die Produktion neuartiger Batterien in der Fabrik bei Berlin. Mit der neuen Technologie soll ein altes Problem gelöst werden.

Tesla: Im neuen Werk bei Berlin sollen besondere Batterien produziert werden. Foto (Archivbild): Peter Sieben

Tesla: Im neuen Werk bei Berlin sollen besondere Batterien produziert werden. Foto (Archivbild): Peter Sieben

Tesla wird in seiner neuen Giga-Factory in Brandenburg bei Berlin nicht einfach nur Batterien bauen. In der ersten Tesla-Fabrik Europas plant der US-Elektroautobauer die Produktion von Batterien mit völlig neuer Technologie.

Die Zellen, die Tesla in Grünheide baut, sollen größer und leistungsfähiger als bislang üblich sein, wie es aus gut informierten Kreisen heißt.

Tesla will in Giga-Factory ungewöhnliche Batterien bauen

In seiner ersten Fabrik in Europa plant der US-Elektroautohersteller Tesla die Produktion von Batterien mit neuer Technologie. In Grünheide bei Berlin sollten größere und leistungsfähigere Zellen als bisher üblich gefertigt werden, hieß es am Mittwoch aus gut informierten Kreisen.

++ Tesla: Brief an Elon Musk hat Jahre später Folgen ++ 

Dieser Aspekt war bereits Thema bei Teslas „Battery Day“ im September in Fremont. Klar scheint zu sein: Reichweitenstarke und zugleich günstige Batterien sind der Schlüssel dafür, dass die Elektromobilität überhaupt eine Chance hat, sich am Massenmarkt wirklich durchzusetzen.

Reichweite von E-Autos schreckt viele ab

Gerade die Reichweite von E-Autos und das noch nicht sehr dichte Netz an Ladestationen schreckt immer noch viele potenzielle Kunden vom Kauf eines Elektromobils ab. Wenngleich schon jetzt Reichweiten von 500 Kilometern und mehr relativ normal sind – weitaus mehr werden die wenigsten Fahrer im Alltag wirklich brauchen.

Die neuen Batterien von Tesla sollen für eine höhere Reichweite von Elektroautos sorgen. Foto: Peter Sieben

Die neuen Batterien von Tesla sollen für eine höhere Reichweite von Elektroautos sorgen.

Foto: Peter Sieben

Wie genau diese Batterien aussehen sollen und welche Technologie zum Einsatz kommt, darüber gibt es bislang keine klaren Informationen.

Zuletzt war Forscher der Dalhousie University im kanadischen Halifax ein Durchbruch gelungen. Die Universität arbeitet bei der Batterieforschung mit Tesla zusammen. Das Ziel ihrer Forschungen könnte eine neue Generation von Batterien sein, die erheblich leistungsfähiger ist als Lithium-Ionen-Batterien sind.

Neue Batterien: 60 % mehr Energie pro Volumen

Leiter des Forscherteams ist Jeff Dahn, der schon an der Entwicklung der Lithium-Ionen-Technik maßgeblich beteiligt war. Er und seine Kollegen arbeiten derzeit an Lithium-Metall-Zellen.  Die anodenfreien Zellen speichern 60 % mehr Energie pro Volumen als herkömmliche Lithium-Ionen-Zellen.

Eine solch hohe Energiedichte soll die Reichweite von Elektrofahrzeugen um etwa 280 Kilometer erhöhen können. Mit solchen Batterien soll sogar der Betrieb von E-Flugzeugen in der Stadt möglich sein, also etwa von Luft-Taxis. Ob die Studienergebnisse aus Kanada bei der Produktion in Grünheide eine Rolle spielen, ist indes unklar.

Elon Musk verkündet Tesla-Neuigkeit nebenbei

Vor genau einem Jahr, am 12. November 2019, hatte Tesla-Chef Elon Musk wie nebenbei bei der Preisverleihung „Goldenes Lenkrad“ verkündet, das Tesla-Werk nahe Berlin bauen zu wollen. Die Reaktionen: gemischt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) lobte die Ankündigung überschwänglich. Mehrere weitere Bundesländer hatten das Werk gern bei sich haben wollen.

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Der Plan von Elon Musk, eine „hochmoderne Fabrik für Elektroautos“ in Deutschland zu errichten, sei ein „weiterer Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland“, sagte Altmaier damals. Derweil kritisieren Umweltschützer die Rodungen von Waldgebieten, rund 150 Hektar werden der Fabrik weichen müssen. Ein zweiter Streitpunkt: Manche Anwohner in Brandenburg fürchten, dass ihre Trinkwasserversorgung in Gefahr sein könnte. Denn Tesla hat einen ungeheuren Wasserbedarf angemeldet, der die regionalen Wasserversorger zumindest vor Herausforderungen stellen dürfte. Den Wasserbedarf will Tesla zumindest verringern, indem das Unternehmen die Kunststoffproduktion auslagert.

Tesla: 500.000 E-Autos pro Jahr

Der Bau in Grünheide schreitet derweil zügig voran. Allerdings baut Tesla bisher nur über vorläufige Zulassungen, weil die abschließende umweltrechtliche Genehmigung des Brandenburger Landesumweltamts noch aussteht. Die Behörde genehmigte zuletzt vorläufig Tragwerke für Dächer und Außenwände im Bereich der Gießerei und des Presswerks. Ein Antrag für die Lackiererei wird noch geprüft.

Der Autobauer hält an seinem Zeitplan fest. Tesla will in Grünheide von Juli 2021 an Elektroautos herstellen. In einer ersten Stufe sind 500.000 Fahrzeuge im Jahr mit rund 12.000 Mitarbeitern vorgesehen.

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Von Peter Sieben, mit dpa

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