Größtes Werk weltweit 28.02.2014, 08:44 Uhr

Tesla plant gigantische Batterieproduktion in den USA

Der amerikanische Elektroauto-Hersteller Tesla hat den Bau einer Batteriefabrik in den USA angekündigt, die alle bisher bekannten Dimensionen sprengen soll. 6500 Mitarbeiter sollen mehr Akkus herstellen, als derzeit weltweit produziert werden. Das Werk soll bis zu fünf Milliarden Dollar kosten. 

Tesla will eine riesige Akku-Fabrik in den USA bauen, um seine Elektroautos mit günstigeren Batterie aus eigener Produktion ausstatten zu können.

Tesla will eine riesige Akku-Fabrik in den USA bauen, um seine Elektroautos mit günstigeren Batterie aus eigener Produktion ausstatten zu können.

Foto: Tesla

Schon in diesem Jahr will Tesla-Gründer Elon Musk mit dem Bau der Batteriefabrik beginnen, die rund 900.000 Quadratmeter Nutzfläche erreichen soll. Mögliche Standorte stehen in den US-Bundesstaaten Nevada, Arizona, New Mexico und Texas zur Wahl. 2017 soll die Produktion der Lithium-Ionen-Akkus anlaufen. Genau zu diesem Zeitpunkt soll auch ein neues Tesla-Massenmodell anlaufen.

Akku-Kosten sollen um 30 Prozent sinken

Die neue Fabrik, die Musk schon einmal im November vergangenen Jahres vage angekündigt hatte, soll in erster Linie den Akku-Bedarf von Tesla selbst decken. Tesla will 2020 schon etwa 500.000 Elektroautos jährlich produzieren. Für das laufende Jahr nennt Tesla ein Produktionsziel von erst rund 35.000 Elektroautos.

Neben dem teuren Modell S will Tesla künftig ein deutlich günstigeres Massenmodel auf den Markt bringen. Während das Modell S gegenwärtig 65.000 Euro kostet, sollen die Wagen für den Massenmarkt für die Hälfte verkauft werden. Tesla geht davon aus, dass die Herstellungskosten der Batteriepacks durch die hohen Stückzahlen gegenüber dem heutigen Niveau um etwa 30 Prozent fallen werden.

Mit der neuen Fabrik würde Musk für eine Revolution auf dem weltweiten Batteriemarkt sorgen. Derzeit kommen die meisten Lithium-Ionen-Akkus aus Japan und China. Auf einen Schlag würden die USA über die weltgrößten Produktionskapazitäten verfügen.

Bislang unbekannte Partner unterstützen Tesla

Da Tesla die riesige Fertigungsanlage nicht aus eigener Kraft finanzieren kann, bemüht sich das Unternehmen gegenwärtig darum, gemeinsam mit unbekannten Partner die Milliardensummen aufzubringen. Zwei Milliarden Dollar will Musk selbst aufbringen. Eine weitere Milliarde Dollar soll vom japanischen Panasonic-Konzern kommen. Panasonic liefert derzeit die Lithium-Ionen-Batterien für das Modell S. Anscheinend ist der japanische Konzern bemüht, die bisherige starke eigene Position als Batterielieferant für Tesla auch für die Zukunft langfristig zu sichern. Wer die anderen Partner sind, ist unbekannt.

Tesla ist nicht das einzige Elektroprojekt des Unternehmers und Milliardärs Elon Musk. Sein großes Vermögen hat er unter anderem als Gründer des Bezahldienstes PayPal aufgebaut, das 2002 für 1,5 Milliarden Dollar von Ebay übernommen wurde. Musk ist unter anderem an der Solarfirma SolarCity beteiligt und will mit dem Transportmittel Hyperloop die US-Metropolen San Francisco und Los Angeles mit einer Fahrzeit von 35 Minuten miteinander verbinden. Außerdem gehört ihm das Unternehmen SpaceX, das mit dem privaten Raumfrachter Dragon Fracht zur Internationalen Raumstation ISS transportiert.

 

Ein Beitrag von:

  • Axel Mörer-Funk

    Axel Mörer-Funk ist Gesellschafter der Medienagentur S-Press in Bonn. Nach einem Volontariat beim Bonner Generalanzeiger und dem Besuch der Journalistenschule Hamburg arbeitete er u.a. als freier Journalist für dpa, Bunte und Wirtschaftswoche.

  • Peter Oderich

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