Drift W1 11.07.2018, 13:03 Uhr

Segway versucht es jetzt mit E-Rollschuhen

Draufstellen und losfahren – die neuen Elektro-Rollschuhe von Segway sollen der Trend werden für alle, die sich gerne fortbewegen lassen.

Die elektrischen Rollschuhe Drift W1 von Segway können einfach unter den eigenen Schuhen getragen werden.

Die elektrischen Rollschuhe Drift W1 von Segway können einfach unter den eigenen Schuhen getragen werden.

Foto: Segway

Drift W1 hat Segway sein neues Produkt genannt. Dabei funktionieren die E-Rollschuhe im Prinzip wie ein klassischer Segway-Roller und sollen sich sogar selbst ausbalancieren. Allerdings fährt man freihändig, nur mit einer elektrisch angetriebenen Rolle unter jedem Fuß. Ob das gutgeht?

Ein Massenfortbewegungsmittel ist es nicht geworden, aber hin und wieder sieht man sie in unseren Städten: meist kleinere Gruppen von Menschen, die sich stehenderweise auf einem Elektro-Scooter fortbewegen, Spaß haben und ein wenig Sightseeing machen. Die Marke Segway ist der Klassiker für solche Touren, die es sogar auch Off-Road gibt. Jetzt kündigte Segway mit dem Elektro-Rollschuh ein neues Produkt an, das die Fortbewegungstechnik auf das Wesentliche reduziert.

Technische Angaben erst auf der IFA Berlin

Von der Plattform, den Rädern und der Lenkstange eines herkömmlichen Segways ist kaum noch etwas übrig geblieben. Die Drift W1, so heißen die neuen E-Skater, bestehen hauptsächlich aus je einer Rolle, dem elektrischen Antrieb und der fußgroßen Plattform, auf die man sich stellt. Dann genügt eine leichte Neigung des Körpers und man setzt sich in Bewegung. Genauere technische Angaben bleibt das Unternehmen, das 2015 von einem chinesischen Konkurrenten aufgekauft wurde und seither Segway-Ninebot heißt, der Öffentlichkeit bislang schuldig. Angekündigt wurde aber, dass die e-Skates Ende August auf der IFA 2018 in Berlin zu sehen und testen sein werden.

Interessant dürfte dabei werden, inwieweit die mehrfach patentierte Balanciertechnik der Scooter sich auch auf die Rollschuhe übertragen lassen. Laut Segway ist das möglich. Außerdem seien die Rollen speziell für eine „verbesserte Stabilität und Lenkbarkeit entwickelt“ worden. Da man sich die Rollen aber nicht wie Skates fest unter die Füße schnallt sondern mit normalen Schuhen einfach auf die kleine Plattform über der Rolle steigt, stellen sich weitere Fragen. Gibt die rutschfeste Oberfläche genügend Halt, wenn es mal holprig wird? Und wie soll man einen Bürgersteig überwinden?

Werbevideo wirkt nicht besonders professionell

Davon abgesehen, wäre es sicher wichtig zu wissen, wie schnell die Skates werden können, wie lange der Akku hält und wie lange er lädt. Unglücklicherweise (für Segway-Ninebot) wirkt das in Barcelona gedrehte Werbevideo auf viele Zuschauer offenbar nicht besonders überzeugend. Die Kommentare auf YouTube sind hauptsächlich negativ und beziehen sich vor allem auf Unsicherheiten in der Haltung der beiden Darsteller (ein junges Paar). Die beiden wirken denn auch tatsächlich nicht besonders ausbalanciert.

Diesbezüglich hat der Konkurrent von Segway-Ninebot, das kalifornische Unternehmen InMotion, ganz klar einen Vorteil. Deren ebenfalls neu entwickelter Hovershoe X1 lässt sich nicht nur für 499 US-Dollar bereits vorbestellen. Die coolen Jungs im Video zeigen auch, wie man die e-Skates für allerlei akrobatische Sperenzchen nutzen kann. Der Hovershoe selbst sieht ähnlich aus wie das Segway-Modell und soll laut Angabe des Herstellers rund 11 km/h schnell werden können. Die Ladezeit für den Akku liegt bei anderthalb Stunden und die Reichweite bei etwa 11 Kilometer.

Straßenzulassung oder nicht?

Schwierig dürfte es jedoch generell bei der Frage werden, ob die e-Skates, egal von welcher Firma, auf öffentlichen Straßen und Gehwegen in Deutschland überhaupt gefahren werden dürfen. Nach aktueller Rechtslage müssen alle Fahrzeuge, die eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als sechs km/h erreichen können, über eine Zulassung verfügen. Der Segway-Transporter hat über eine Verordnung für elektronische Mobilitätshilfen 2009 diese Zulassung erhalten, aber inzwischen gibt es etliche kleine Fortbewegungsmittel mit Elektromotor.

Nach einer Kleinen Anfrage, die von den Grünen im Bundestag gestellt worden war, begrüßte die Bundesregierung im Sommer 2017, dass „umweltfreundliche Verkehrs- und Fortbewegungsmittel, auch im Sinne einer neuen Mobilitätskultur“ immer mehr Verwendung finden. Die gesetzliche Regelung dazu steht noch aus.

Bereits vor zwei Jahren hat das lowakische Unternehmen Revoll ein Elektro-Skateboard für Erwachsene auf den Markt gebracht. Es fährt bis zu 50 km/h schnell. Und kostet ordentlich Geld.

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