Neues Batterie-Konzept des Sportwagenherstellers 12.04.2022, 07:00 Uhr

Porsche: Besonderes Konzept verlängert Batterieleistung

Porsche hat einen ambitionierten Plan: Bis 2030 sollen mehr als 80 Prozent der Neufahrzeuge einen vollelektrischen Antrieb haben. Gleichzeitig will der Sportwagenhersteller auch Ressourcen schonen. Deshalb wird gerade an einem neuen Batterie- und einem mehrstufigen Servicekonzept für E-Autos gearbeitet.

Porsche baut Expertise auf in puncto Hochvolt-Batterien

Porsche baut unter den Mitarbeitenden mehr Expertise in puncto Hochvolt-Batterien auf.

Foto: Porsche AG

Aktuell ist der Porsche Taycan das einzige vollelektrische Fahrzeug aus dem Hause Porsche. Weitere sollen schnellstmöglich folgen. Die Ziele dafür sind klar gesteckt: Bis 2025 sei jedes zweite Neufahrzeug von Porsche ein elektrifiziertes Modell, also vollelektrisch oder ein Plug-In-Hybrid, berichtet der Hersteller. Und bis 2030 will er den Anteil vollelektrischer Autos auf 80% hochschrauben. Deshalb arbeitet Porsche an einem besonderen Batteriekonzept. Grundsätzlich steht bei der Batterie-Entwicklung eine rationelle Fertigungsmöglichkeit im Mittelpunkt. Hinzu kommt ein einfacher Aufbau. Denn das Ziel lautet: Der Stromspeicher soll in qualifizierten Porsche-Zentren repariert werden können.

Durchbruch: Ingenieure entwickeln Batterien mit hoher Energiedichte

Bleiben wir beim Beispiel Taycan: Je nach Batteriekapazität sind 28 oder 33 Module eingebaut. Damit die Servicetechniker daran arbeiten können, lässt sich das Batteriegehäuse öffnen, und Zellmodule sowie andere Komponenten lassen sich gut austauschen. Dadurch entstehe ein individueller Reparaturaufwand, der für die Kundinnen und Kunden einen Kostenvorteil ermöglichen soll.

Porsche will bei Batterien in E-Autos mehr Transparenz

„Die gesamte Batteriekapazität ist bestimmt durch die schlechteste Zelle – wenn eine Zelle Kapazität verliert, begrenzt sie die Reichweite“, sagt Christian Brügger, Product Engineer im Bereich Aftersales Elektrik von Porsche. „Eine defekte Zelle können wir mittels des Diagnosetesters in der Werkstatt detektieren. Wenn zum Beispiel die Spannungen nicht zusammenpassen, wissen wir bereits vor der Reparatur, welches Modul getauscht werden muss.“ Gerade die Reichweite ist etwas, für das sich die Kundinnen und Kunden interessieren. Deshalb arbeitet Porsche daran, dass die Porsche-Zentren die Daten zum Zustand der Batterie eigenständig auslesen und an Besitzerin oder Besitzer des Fahrzeugs weitergeben können. Als nächstes plant der Sportwagenhersteller eine App, mit der Kundinnen und Kunden den Zustand des Fahrzeugs selbst ablesen können.

Darüber hinaus gibt es aktuell ein Pilotprojekt, das die Second-Life-Strategie von Porsche weiter voranbringen soll: Es gehe darum, Möglichkeiten zu finden, Hochvolt-Batterien weiterzuverwenden. Selbst wenn Zellmodule nicht mehr funktionsfähig und für den Einsatz im Fahrzeug geeignet seien, könne man sie für andere Aufgaben vorsehen. Sie müssten dafür auf Modulebene zerlegt werden und ließen sich dann zum Beispiel in stationäre Energiespeicher einbauen. Ziel sei es, den Anteil an Rohstoffen im Recycling-Prozess zu steigern. Das unterstützten neben dem Volkswagen Konzern auch weitere Partner, mit denen Porsche auf diesem Gebiet zusammenarbeitet.

Porsche baut Expertise bei Hochvolt-Batterien für E-Autos aus

Mit dem ambitionierten Ziel, die Elektrifizierung der Modellpalette zu erhöhen, verändern sich auch Anforderungen an Service und Reparatur. Das zeigt sich schon jetzt mit dem Porsche Taycan. Auch wenn sich die Serviceintervalle – zwei Jahre oder 30.000 Kilometer Laufleistung – nicht von den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor unterscheiden, verringert sich einerseits der Wartungsumfang und andererseits verändert sich die Art der Arbeiten. Ein Ölwechsel oder auch der Zündkerzenwechsel entfallen. Porsche geht aktuell davon aus, dass sich Wartungsumfänge um rund 30% reduzieren. Denn der E-Antrieb und die Hochvolt-Batterie sind komplett wartungsfrei.

Allerdings ist für die Arbeit an einem Elektroauto nicht nur besonderes Fachwissen notwendig, sondern es braucht auch spezielle Werkzeuge. Deshalb will Porsche nun sogenannte Hochvolt-Stützpunkte eröffnen. Dort arbeiten Expertinnen und Experten, die sich explizit mit den HV-Batterien auskennen und das passende Werkzeug dafür haben. In Gegenden, in denen es aktuell noch keine solchen Stützpunkte gibt, sollen überregionale Hubs übernehmen. Dorthin können die Autos von den Porsche Zentren gebracht werden. In den Hubs erfolgen dann Reparatur, Instandsetzung und finale Qualitätskontrolle. Danach wird das Auto zurück zum eigentlichen Service-Standort überführt. In Fällen, in denen es nicht möglich ist, das Auto zu den Spezialistinnen und Spezialisten zu bringen, kommt ein sogenannter „Flying Doctor“ zum Einsatz. Die mobilen Hochvolt-Expertinnen und -Experten bringen alle notwendigen Werkzeuge und Ersatzteile mit, um den Porsche vor Ort zu reparieren. Der Hersteller will nach eigenen Angaben damit ein lückenloses Servicenetz aufbauen.

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Ein Beitrag von:

  • Nina Draese

    Nina Draese hat Geschichte und Kunstgeschichte (M.A.) studiert. Unter anderem hat sie für die dpa gearbeitet, die Presseabteilung von BMW, für die Autozeitung und den MAV-Verlag. Sie ist selbstständige Journalistin und gehört zum Team von Content Qualitäten. Ihre Themen: Automobil, Energie, Klima, KI, Technik, Umwelt.

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