Aus China 23.11.2016, 11:50 Uhr

Nio EP9: Das schnellste Elektroauto der Welt

313 km/h Spitze, in 7,1 Sekunden auf Tempo 200: Der Nio EP9 kommt als echte Rennsemmel daher. Und dabei ist er rein elektrisch unterwegs. Es sind die Chinesen, die wieder mal Tesla die Rücklichter zeigen wollen.

Foto: Nio

Platz da: Der Nio EP9 soll in 7,1 Sekunden auf 200 km/h beschleunigen und eine Spitze von 313 km/h erreichen. 

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Mit den radnah eingebauten Elektromotoren kommt der Nio EP9 auf 1.360 PS.

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Innenausstattung des Nio EP9: Mit diesem Auto lässt sich ein "freudvoller Lebensstil" zelebrieren, wirbt Hersteller NextEv. 

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Nürburgring, 12. Oktober 2016: die Nordschleife, so berühmt wie berüchtigt. Der Nio EP9 rast über die 20,8 km lange Strecke in 7:05,12 Minuten. Der neue Rekord für Elektroautos in der „Grünen Hölle“. Sagt jedenfalls der Hersteller, der drei Wochen später den Streckenrekord auf dem Circuit Paul Ricard bei Le Castellet pulverisiert haben will – mit knapp 1:53 Minuten statt der bisherigen 2:40.

Nun weiß man nicht, ob der alte Rekord auf der Strecke in Südfrankreich vielleicht von einem Renault Twizy stammt. Aber die stolzen Angaben zum Nio EP9 darf man durchaus glauben. Der superflache Renner soll in 7,1 Sekunden auf 200 km/h beschleunigen und eine Spitze von 313 km/h erreichen. Ermöglicht werde das durch vier starke, jeweils radnah eingebaute Elektromotoren, die die Kraft von einem Megawatt erzeugen sollen – was einer Leistung von rund 1.360 PS entspricht.

Für den „freudvollen Lebensstil“

Hersteller NextEv ist zwar ein erst zwei Jahre altes chinesisches Start-up, über dessen Hintergründe man wenig weiß – aber eines ist klar: Dahinter steckt viel Geld von erfolgreichen Internetfirmen aus China. Und die Regierung in Peking gibt seit Jahren Milliarden Dollar an Subventionen aus, um der globale Vorreiter der E-Mobilität zu werden.

NextEv setzt da an, wo es bei den Stromern immer noch hakt: am Spaß. „Es soll wieder eine schöne Erfahrung werden, Autobesitzer zu sein“, sagt Firmengründer William Li. Einen „freudvollen Lebensstil“ propagiert NextEv, vielleicht knapp am Credo der kommunistischen Führung vorbei. Dafür enthält das Motto aber einen deutlichen Gruß in Richtung Tesla, die bisher das Genre „Elektrisch, aber schick und schnell“ ziemlich allein besetzen.

Viele Geheimnisse

Firmenchef Li hat jedenfalls ganz offensichtlich die Mittel für große Auftritte. Den neuen EP9 präsentierte er jetzt inmitten von kostbarer Gegenwartskunst in der Saatchi’s Gallery in London. Für die, die nach den Alltagsqualitäten des E-Flitzers fragen, hatte er da auch ein paar Antworten: Ganze 45 Minuten soll das Aufladen der Batterien dauern, und die Reichweite liege bei 427 Kilometern. Damit setzt NextEv zwar noch keine neuen Maßstäbe, aber zumindest liefert man bei der Ausdauer praxistaugliche Werte.

Wer in den Genuss des weltschnellsten E-Autos kommen wird, ist allerdings erstmal fraglich. Sechs Exemplare sollen bislang an einem geheimen Ort in Großbritannien gebaut worden sein, die nun in China verkauft würden, berichtete die Süddeutsche Zeitung. Wann das Auto wirklich zu haben sein wird und zu welchem Preis – darüber schweigt William Li. Das Auto zeige erstmal, „was mit elektrischen Fahrzeugen möglich ist“, sagt er. Das klingt dann doch eher nach einem Konzeptfahrzeug, das nie in Serie geht.

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Von Werner Grosch

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