50 Kilometer Reichweite 24.09.2014, 12:36 Uhr

Münchener Ingenieure bauen Elektroroller im Retrolook

Er ähnelt einer alten knatternden Vespa, stinkt aber nicht und macht auch keinen Krach: der Elektroroller Unu. Erfunden haben ihn Münchener Ingenieure, die den Flitzer über das Internet für 1700 Euro vertreiben. Akkus von Panasonic und ein System zur Energierückgewinnung aus der Formel-1 ermöglichen eine Reichweite von 50 Kilometern. 

Der Elektroroller von Unu Motors wiegt mit 58 Kilogramm nur rund halb so viel wie eine klassische Vespa. Nach 50 Kilometer muss der Flitzer für sechs Stunden an die Steckdose. 

Der Elektroroller von Unu Motors wiegt mit 58 Kilogramm nur rund halb so viel wie eine klassische Vespa. Nach 50 Kilometer muss der Flitzer für sechs Stunden an die Steckdose. 

Foto: Unu Motors

Umweltfreundliche Technik mit schickem Retrodesign zum günstigen Preis – das ist das Konzept von Elias Atahi und Pascal Leonard Blum, die in München das Unternehmen Unu Motors gegründet haben. Einziges Produkt: ein elektrischer Mopedroller mit 50 ccm Hubraum, der mit jedem Autoführerschein gefahren werden kann. Mit 58 Kilogramm wiegt der Unu nur etwa halb so viel wie eine klassische Vespa.

Formel-1-System gewinnt Energie beim Bremsen

Drei Motorvarianten sind möglich. Entsprechend den Vorschriften für die Klasse sind sie alle auf 45 km/h begrenzt, in der stärksten Version mit 3000 Watt Leistung ist die Beschleunigung am besten. Der Unu läuft mit einem Lithium-Ionen-Akku von Panasonic, der eine Reichweite von 50 Kilometern ermöglicht und nach Herstellerangaben in fünf bis sechs Stunden an jeder herkömmlichen Steckdose aufgeladen werden kann. Die Reichweite liegt bei anderen Modellen oft bei maximal 40 Kilometern.

Unu Motors lässt in seinen neuen Roller zudem das aus der Formel-1 bekannte System KERS einbauen, das Bremsenergie in den Motor zurückgibt. Bei der Entwicklung des Unu haben unter anderem die TU München und die Ludwig-Maximilians-Universität Unterstützung geleistet.

Unu Motors stellt Elektroroller nur auf Nachfrage her

Eine zweite Batterie, die es gegen Aufpreis gibt und die unter dem Sitz verstaut werden kann, verdoppelt die machbare Strecke. Wer einen Ersatzakku dazukauft, legt 2400 Euro auf den Tisch – immer noch deutlich weniger als die vergleichbaren Modelle, die in der Grundausstattung und mit meist nur 1500 Watt Leistung um die 3000 Euro kosten. Der günstige Preis wird möglich, weil der Hersteller den Roller nur direkt über das Internet vertreibt und mit DHL direkt nach Hause liefert.

Der Retroroller hat einen 3000-Watt-starken Elektromotor, Energie speichern Lithium-Ionen-Akkus von Panasonic. Kers, ein System aus der Formel-1, sorgt beim Bremsen für die Energierückgewinnung. 

Der Retroroller hat einen 3000-Watt-starken Elektromotor, Energie speichern Lithium-Ionen-Akkus von Panasonic. Kers, ein System aus der Formel-1, sorgt beim Bremsen für die Energierückgewinnung. 

Foto: Unu Motors

Außerdem wird der Roller nur auf Anfrage gefertigt, dadurch werden Lagerkosten gespart. Fünf bis sechs Wochen soll es von der Bestellung bis zur Auslieferung dauern. Nach derzeitigen Preisen ist der Betrieb eines E-Rollers deutlich günstiger als ein benzinbetriebener. Rechnet man zu den Spritkosten noch das Motoröl dazu, kommt man auf etwa vierfache Kosten für das konventionelle Gefährt.

Wegen Staus und Parkplatznot in den Städten suchen viele Bewohner nach Alternativen zum Auto. Der klassische Roller-Zweitakter mit seinem markanten Abgasgeruch passt aber nicht so recht in die Zeit. Deshalb setzen auch immer mehr Zweiradhersteller auf die E-Mobilität. So hat BMW im Frühjahr die Produktion eines Elektrorollers gestartet, der allerdings ein echtes Motorrad ist – bis zu 120 km/h schnell und mit 15.000 Euro auch teuer.

Der Unu kommt da deutlich bescheidener daher. Das Gefährt ist vom TÜV Rheinland zertifiziert, der Hersteller gibt zwei Jahre Garantie auf Roller und Akku. Die Batterien sollen auch nach Ende ihrer Lebensdauer im Moped noch genutzt werden, etwa als Bausteine für große Energiespeicher der Windkraftanlagen.

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