RWTH mit StreetScouter erfolgreich 25.07.2013, 10:59 Uhr

Früher Blick auf Kostentreiber soll Elektromobilität attraktiver machen

Neben der Reichweitenproblematik stehen bisher hohe Kosten dem gewünschten Erfolg der Elektromobilität im Weg. Wie sich die Preise schon im Entwicklungsprozess im Zaum halten lassen, war kürzlich Thema auf dem 5. Wissenschaftsforum Mobilität in Duisburg.

Die Deutsche Post DHL hat 50 Elektrotransporter der RWTH bestellt und will sie ab diesem Sommer im Praxiseinsatz erproben.

Die Deutsche Post DHL hat 50 Elektrotransporter der RWTH bestellt und will sie ab diesem Sommer im Praxiseinsatz erproben.

Foto: Deutsche Post DHL

„StreetScooter hat bei null angefangen und ein Netzwerk mit zwölf Kernpartnern aufgebaut“, erklärte Philip Müller vom Werkzeugmaschinenlabor (WZL) der RWTH Aachen im Gespräch mit den VDI nachrichten. Die im Jahr 2010 von einem Team der RWTH um Professor Achim Kampker gegründete StreetScooter GmbH hat sich von Anfang an zum Ziel gesetzt, fernab der etablierten Fahrzeughersteller Elektroautos zu bauen, in deren Entwicklungsphasen konsequent auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis geachtet wird. Bereits nach 14 Monaten Entwicklungszeit hat die Firma einen fahrfähigen Prototypen im Rahmen der IAA präsentiert.

Die Deutsche Post DHL hat 50 StreetScouter gekauft

Mittlerweile ist das Unternehmen StreetScooter so weit, dass man mit der Produktion bereits begonnen hat. Einen großen Kunden hat das Start-up schon: die Deutsche Post. 50 Vorserienfahrzeuge sind beauftragt und werden ab dem Sommer für ein Jahr in den Praxistest gehen. Schließlich eignen sich Elektrofahrzeuge, die auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden zugeschnitten sind, gut für Firmenflotten.

Modulares Konzept: Bei StreetScooter der RWTH Aachen stehen niedrige Produktkosten im Fokus.

Modulares Konzept: Bei StreetScooter der RWTH Aachen stehen niedrige Produktkosten im Fokus.

Foto: RWTH Aachen

Bei der Entwicklung stünden drei Methoden im Vordergrund: die integrierte Produkt- und Prozessentwicklung sowie die Kundenwertorientierung und der disruptive Netzwerkansatz. Bei der ersten Methode gehe es z. B. um die Frage, wie man eine günstige Produktion bereits in den allerersten Entwicklungsschritten des Produkts erzwingt, sagte Müller. Die zweite Methode fokussiere den primären Kundenwunsch, etwa des Postfahrers. Überflüssige, kostentreibende Funktionen würden akribisch ausgespart. Als dritte Methode komme der Umgang mit den heterogenen Akteuren, den Zulieferern, ins Spiel. Anders als die großen OEMs, die mit einem ganzen Lastenheft an die Zulieferer heranträten, würden nun den Akteuren hohe Freiheitsgrade zur Innovation gelassen.

„Die Methoden bedingen sich gegenseitig“, so Müller. Beispielsweise gehöre es auch dazu, das Netzwerk ein Stück weit zu erziehen. „Muss ein Schließsystem in Millisekunden reagieren, merkt der Kunde das überhaupt?“ Ein 30 % langsameres Schließen der Fahrzeugverriegelung verringere nicht zwangsweise den Kundennutzen, wohl aber den Preis des Zulieferprodukts. Der einzige Bereich, bei dem keinerlei Abstriche gemacht werden, ist laut Müller die Fahrzeugsicherheit.

Denkbarer Einsatz auch bei Taxi-Unternehmen

Mit der Post hat das Unternehmen StreetScooter einen passenden Kunden gefunden. Doch nicht für alle Flotten eignen sich Elektrofahrzeuge per se, wie aus einer Befragung des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI), Karlsruhe, hervorgeht. Städtische Taxiunternehmen aus Berlin, München, Hamburg Frankfurt/M und Stuttgart sind in einer Akzeptanzstudie zum Elektro-Leichtbau-Taxi befragt worden.

Es handelt sich dabei um Fahrzeuge aus dem Konsortiumsprojekt Adaptive City Mobility (ACM) mehrerer Hightechunternehmen. Die „eTaxis“ sind elektrobetriebene Leichtfahrzeuge, die mehr an asiatische Rikschas als an Autos erinnern. Das eTaxi sei als ein nicht vergleichbarer Ersatz für herkömmliche Taxifahrzeuge eingestuft worden, berichtet Katharina Wohlfarth vom Competence Center Energiepolitik und Energiemärkte des ISI beim Wissenschaftsforum.

Gegenargumente: Die eTaxis seien für ältere Fahrgäste zu wenig komfortabel und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 70 km/h auch nicht autobahntauglich – ein Manko bei Fahrten zum Flughafen. Doch es habe auch positive Resonanz gegeben: Für jüngere Städter und urbanes Ausgehpublikum seien die Fahrzeuge nämlich eine umweltfreundliche Alternative zu den bei kurzen Stadtfahrten überdimensionierten Standardtaxis.

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