Elektroauto-Produktion 28.09.2021, 11:55 Uhr

Ford: Gigantische E-Auto-Offensive soll Tesla vom Thron stoßen

Ford investiert Milliarden in die Elektroauto-Produktion – und will Tesla damit nicht nur schwächen. Die Pläne reichen viel weiter.

Vollelektrischer E-Transit. Ford will Tesla in den USA ablösen und den Übergang zur Elektromobilität an der Spitze gestalten. Foto: Ford

Vollelektrischer E-Transit. Ford will Tesla in den USA ablösen und den Übergang zur Elektromobilität an der Spitze gestalten.

Foto: Ford

Vier neue Werke in vier Jahren: Die Ziele von Ford sind ambitioniert. In den kommenden Jahren sollen neue Produktionsstätten in den USA entstehen, die Teslas Dominanz schwächen sollen. Der Autobauer investiert elf Milliarden, um 11.000 neue Jobs für die Fertigung von Elektroautos zu schaffen. Die größte Investition im Fertigungsbereich in der 118-jährigen Geschichte des Autobauers.

Ford will Tesla von der Spitze verdrängen

Tesla dominiert seit Jahren den Markt für Elektroautos. Doch nun kommt Ford und plant nichts Geringeres als den Übergang von Verbrennern zu Elektrofahrzeugen in den USA anzuführen. Eine „neue Ära der sauberen, CO₂-neutralen Produktion“ werde eingeleitet. Konzernchef Bill Ford kündigt mit diesen Worten die gigantische E-Auto-Offensive an. Elf Milliarden Dollar investiert der Autohersteller in vier neue Werke, die bis 2025 entstehen sollen. Das stemmt Ford nicht allein, sondern mit dem südkoreanischen Partner SK Innovation. Die neuen Fabriken werden in den US-Bundesstaaten Kentucky und Tennessee gebaut. Ford stellt sieben Milliarden Dollar bereit, 4,4 Milliarden Dollar kommen von SK.

Laut eigenen Analysen soll der Anteil reiner E-Autos an der Ford-Flotte bis 2030 auf 40 bis 50 Prozent ansteigen. Aktuell fahren nur etwa ein Prozent der Fahrzeuge auf US-Straßen mit einem Elektroantrieb. Ford sieht eine starke Nachfrage nach dem Elektro-Pickup F-150 Lightning und anderen Elektromodellen wie dem Mustang Mach-E.

In den vier neuen Werken soll zum einen der Elektro-Pickup F-150 gebaut werden. An drei Standorten entstehen Batteriefabriken. In Kentucky und Tennessee seien die Stromkosten niedriger. Außerdem wählt Ford diese Bundesstaaten, da sie weniger von Überschwemmungen und Wirbelstürmen betroffen sind. Ein Großteil der neuen Arbeitsplätze sollen in Vollzeit besetzt werden.

US-Autobauer Ford sieht in Köln das neue Zentrum seiner europäischen Produktion von E-Autos. Foto: Ford

US-Autobauer Ford sieht in Köln das neue Zentrum seiner europäischen Produktion von E-Autos.

Foto: Ford

Köln als deutsches Zentrum der europäischen Elektroauto-Produktion

Ford will in Deutschland Köln zum Zentrum der europäischen Elektroauto-Produktion machen. In den kommenden zwei Jahren werde Ford eine Milliarde Dollar, also rund 830 Millionen Euro, investieren, um das Kölner Werk „zu modernisieren und zu verwandeln in das Kölner Ford-Elektrifizierungs-Zentrum“, so Ford-Europachef Stuart Rowley.

Ford grenzt sich zudem klar von Tesla ab.

„Wir bewegen uns vorwärts, um durchschlagende elektrische Fahrzeuge für die Menge zu liefern statt nur für einige wenige“, distanziert sich CEO Jim Farley von Tesla.

In den USA gibt es bereits fünf Batterie-Fabriken – zwei davon von Tesla und jeweils eine von LG Energy Solution, SK Innovation und Envision AESC.  2007 wurde AESC als Gemeinschaftsunternehmen von Nissan Motor, NEC und NEC Energy Devices gegründet. Doch nicht nur Ford siedelt sich in Tennessee an.  Volkswagen baut hier ebenfalls sein Batteriewerk.

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SK Innovation, neuer Partner von Ford, macht auch in Verarbeitung von Erdöl. Der Geschäftszweig Erdöl-Gewinnung beinhaltet auch die Lieferung von Lithium-Polymer-Batterien und Lithium-Ionen-Batterie-Separatoren.

Ein Beitrag von:

  • Sarah Janczura

    Sarah Janczura

    Sarah Janczura ist Content Manager und verantwortliche Redakteurin für ingenieur.de. Nach einem Volontariat mit dem Schwerpunkt Social Media war sie als Online-Redakteurin in einer Digitalagentur unterwegs. Sie schreibt über Technik, Forschung und Karrierethemen.

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