Induktionstechnik im Testbetrieb 08.08.2013, 17:32 Uhr

Elektrobusse laden sich während der Fahrt wieder auf

Elektrobusse, die sich kontaktfrei über ein Versorgungskabel aufladen, das im Straßenbelag eingelassen ist, fahren seit dem 6. August in der südkoreanische Stadt Gumi im Linienverkehr. Sollte der Testbetrieb positiv verlaufen, will die Stadt weitere zehn Busse einsetzen.

Die südkoreanische Stadt Gumi erprobt Elektrobusse, die sich über Induktionstechnik während der Fahrt aufladen. Da die Busse aber über eine kleine Batterie verfügen, genügt es, dass zwischen 5 und 15 Prozent der Strecke mit einer Stromversorgung im Straßenbelag ausgestattet wird.

Die südkoreanische Stadt Gumi erprobt Elektrobusse, die sich über Induktionstechnik während der Fahrt aufladen. Da die Busse aber über eine kleine Batterie verfügen, genügt es, dass zwischen 5 und 15 Prozent der Strecke mit einer Stromversorgung im Straßenbelag ausgestattet wird.

Foto: KAIST

Schwere Akkus, eine begrenzte Reichweite und längere Aufenthalte zum Aufladen schränken den Einsatz von Elektrofahrzeugen normalerweise ein. In Südkorea kommt eine am Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) entwickelte magnetische Induktionstechnik zum Einsatz, die es ermöglicht, dass sich zum Beispiel Elektrobusse berührungslos während der Fahrt aufladen. Dafür wird in den Bodenbelag der Straße ein stromführendes Kabel eingebettet. Seit dem 6. August erprobt die Stadt Gumi die ersten zwei Busse auf einer Rundstrecke von 24 Kilometern.

Intelligent: Strom im Kabel nur, wenn er gebraucht wird

Das Besondere an der neuen Technik aus Südkorea ist, dass die Stromversorgung nur bei Bedarf eingeschaltet wird. Das System kann erkennen, ob ein mit der sogenannten OLEV-Technik ausgestatteter Bus unterwegs ist. Nur dann führt das Kabel Strom, ein unnötiger Stand-by-Betrieb entfällt. Andere Fahrzeuge und Menschen werden dadurch auch keinen unnötigen elektromagnetischen Feldern ausgesetzt.

Der Zoo und Freizeitpark in Seoul nutzt bereits seit 2011 die Induktionstechnik, um die Gäste über das Gelände zu fahren.

Der Zoo und Freizeitpark in Seoul nutzt bereits seit 2011 die Induktionstechnik, um die Gäste über das Gelände zu fahren.

Quelle: KAIST

Die OLEV-Fahrzeuge verfügen über eine integrierte Batterie, die nur einem Drittel der sonst verwendeten Batteriegröße in Elektrofahrzeugen entspricht. Die Ausstattung mit einer kleinen Batterie hat einen entscheidenden Vorteil: Die Busse müssen nicht ununterbrochen mit dem Stromnetz verbunden sein, sondern können auch unabhängig und in Straßen ohne Stromkabel unterwegs sein.  Nach Aussage der Forscher genügt es, wenn je nach Belastung der Busse fünf bis 15 Prozent der Strecke mit Stromversorgung ausgestattet ist.

Erster Test im echten Linienverkehr

Zwischen Unterboden de Busse und Straßenoberfläche besteht ein Abstand von nur 17 Zentimetern. Die Busse beziehen Strom von 100 Kilowatt bei einer Frequenz von 20 Kilohertz und einer maximalen Übertragungseffizienz von 85 Prozent.

Das wirklich Interessante an dem Projekt ist dabei, dass die Technologie erstmals wirklich auf öffentlichen Straßen zum Einsatz kommt. „Das ist sicher ein Wendepunkt für OLEV, um breitere Kommerzialisierung zu erfahren und im alltäglichen Massentransport Akzeptanz zu finden“, erklärt Dong-Ho Cho. Er ist der Leiter des Center for Wireless Power Transfer Technology Business Development am KAIST.  

Zoo von Seoul nutzt die Technik für den internen Shuttle-Betrieb

Der Zoo und Freizeitpark der Hauptstadt Seoul nutzt seit 2011 Busse ohne Oberleitungen mit der OLEV-Technik als Shuttle innerhalb seines Geländes. Auf dem KAIST-Campus wurden OLEV-Busse erfolgreich erprobt. In beiden Fällen jedoch mussten Bus und Bahn noch nicht den Herausforderungen des öffentlichen Verkehrs stellen.

Mit den zwei OLEV-Bussen wird nun bis Ende des Jahres getestet, ob der Einsatz auf öffentlichen Straßen funktioniert. Bei einem Erfolg will die Stadt Gumi weitere zehn Busse im Linienverkehr erproben.

Von Petra Funk
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