Volkswagen startet den Verkauf des ID.3 10.05.2019, 09:44 Uhr

Elektroauto wie aus dem Onlineshop: Warum so viele Fahrer den ID.3 wollen

Für das Elektroauto ID.3 von Volkswagen gibt es über 10.000 Vorreservierungen – und das in 24 Stunden. Das E-Auto wird erst Mitte 2020 auf den Markt kommen. Warum das Modell so beliebt ist, lesen Sie hier.

Begleitendes Event zum Prebooking des ID.3
Foto: Volkswagen AG

Begleitendes Event zum Prebooking des ID.3

Foto: Volkswagen AG

Autoverkäufe über mehrere Phasen zu strecken, scheint sehr erfolgreich. Tesla ist auf diesem Gebiet Vorreiter. Volkswagen hat dieses Geschäftsmodell nun adaptiert und erstreckt den Verkauf seines Elektroautos ID.3 über ein gutes Jahr. Kunden können seit dem 8. Mai eine Vorabreservierung erwerben. Die Reservierung kostet 1.000 Euro. Der hinterlegte Betrag wird mit dem Kaufpreis verrechnet. Innerhalb von 24 Stunden hat der Automobilhersteller 10.000 Reservierungen erhalten ein voller Erfolg, mit dem selbst Volkswagen (VW) nicht gerechnet hat.

Der ID.3 ist in der Erstedition auf 30.000 Autos für den europäischen Raum begrenzt. Daher verwundert es nicht, dass die Vorabreservierungen die Erwartungen des Konzerns deutlich übertreffen.

Fakten zum Kauf eines ID.3

  • Reichweite von bis zu 420 Kilometer
  • Kosten der einfachsten Ausstattung unter 40.000 Euro
  • 1 Jahr lang kostenfreier Strom bis maximal 2.000 kWh
  • 3 Ausstattungsvarianten
  • 4 noch nicht näher benannte Farben
  • immer dabei ist die Sprachsteuerung Voice-Control
  • Produktion startet 2019
  • Auslieferung Mitte 2020
  • Bauort: Zwickau

Der ID.3 ist das erste Modell des Konzerns auf Basis des modularen E-Antriebsbaukastens. Ab Ende 2020 sollen am Standort Zwickau ausschließlich E-Autos gefertigt werden. Dann werden täglich bis zu 1.500 Elektroautos für Volkswagen gebaut.

VW investiert in eigene Batteriezellfertigung

Der VW-Aufsichtsrat hat beschlossen, eine Milliarde Euro in eine eigene Batteriezellfertigung zu investieren. Die Zellfabrik soll in Salzgitter entstehen. Damit baut der Konzern das Herzstück seiner E-Autos selbst. Mit welchem Partner Volkswagen die Batterien baut ist noch unklar. Es sind gute 3 Jahre nötig, um eine entsprechende Zellfabrik aufzubauen.

Das Elektroauto für jedermann

420 Kilometer Reichweite ist eine Kampfansage an Tesla. Das Tesla Model 3 bewegt sich nämlich in einer ähnlichen Preisklasse. Bei Volkswagen ist man sich sicher, dass E-Autos das Straßenbild prägen werden. Der Konzern arbeitet daher intensiv an einem Umbruch seines Modellangebots. Käufer, die das Fahrzeug nun angezahlt haben, können es allerdings noch nicht ansehen. Im September dieses Jahres wird VW den ID.3 auf der IAA in Frankfurt vorstellen. Details zur Motorleistung, zum Gewicht der Batterie oder zur Ausstattung bleiben bis zur Präsentation unter Verschluss.

Das „Prebooking“ des ID.3 wurde wie ein Event aufgezogen. Wie man es von Apple und Google kennt, die aus der Vorstellung von neuen Smartphones eine große Veranstaltung machen, hat Volkswagen für das neue Elektroauto alle Register gezogen. Zum Beispiel tragen alle E-Autos, die vorab bestellt werden, das Label „first“ auf der Heckklappe.

Die Vorbestellung verläuft prinzipiell wie eine Bestellung im Onlineshop. Wie genau der Wagen aussieht und was man als Fahrer dann unter der Haube hat, erfährt man erst, wenn die Lieferung ankommt. Ein gewisser Nervenkitzel ist also dabei.

Ein besonderes Highlight ist das Angebot, dass Käufer ein Jahr kostenlos Strom bis maximal 2.000 kWh laden können. Das gilt an allen öffentlichen Ladesäulen, die an die Volkswagen Ladeapp „WeCharge“ angeschlossen sind sowie im europaweiten Schnellladenetz Ionity, an dem Volkswagen beteiligt ist und das grünen Strom anbietet. Der ID soll nur 30 Minuten laden.

VW ID ist für den Konzern überlebenswichtig

Das Elektromodell VW ID ist für das Unternehmen äußerst wichtig. Volkswagen benötigt einen signifikanten Anteil verkaufter E-Autos an der Gesamtflotte. Ansonsten könnte der Konzern die von der EU verordneten CO2-Grenzwerte nicht einhalten und das würde hohe Strafen nach sich ziehen. VW verkauft nach eigenen Angaben pro Jahr weltweit mehr als 10 Millionen Fahrzeuge. „Der ID ist das Symbol einer neuen Bewegung“, erklärt Jürgen Stackmann. Stackmann ist als VW-Vertriebsvorstand tätig.

Volkswagen steigt auch bei E-Scootern ein

VW nutzt die Gunst der Stunde und steigt in den E-Scooter-Markt ein. Scooter sollen über Sharing-Plattformen vermietet werden – als Alternative zu Autos, Taxis oder Bussen in Großstädten. Auch gegen die Parkplatznot bieten die kleinen Fahrzeuge eine Alternative. Etliche europäische Metropolen setzen auf das Konzept, um ihr Verkehrschaos in den Griff zu bekommen. Deutschlands Metropolen sind bald mit dabei. Erfahren Sie hier mehr zu dem Konzept.

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