Grundversion kommt auf den Markt 13.03.2020, 12:33 Uhr

ID.3 kommt im Sommer in abgespeckter Version

Im Sommer 2020 soll der iD.3 auf den Markt kommen. Trotz Verzögerungen beim Software-System, steht dem Fahrplan nichts im Weg. Allerdings kommt das E-Auto aus dem Hause VW mit deutlich weniger Funktionen auf den Markt.

Begleitendes Event zum Prebooking des ID.3
Foto: Volkswagen AG

Begleitendes Event zum Prebooking des ID.3

Foto: Volkswagen AG

Die Produktion des ID.3 stellt Volkswagen (VW) vor neue komplexe Herausforderungen. Dazu zählt unter anderem die Software-Ausstattung des vollelektrischen Modells. Die Produktionszeit sei davon aber nicht betroffen, so dass das E-Auto wie geplant ab Sommer 2020 in den Verkauf gehen kann. In Zwickau sollen 100.000 Fahrzeuge gefertigt werden. VW bedient sich dafür eines modularen Elektrobaukastens (MEB).

„Die Fahrzeuge werden in der Produktion zunächst mit einer aktuellen Software bespielt“, teilte der Autobauer mit.

In den Folgemonaten würden die digitalen Funktionen stetig aktualisiert. Der kompakte ID.3 ist das erste E-Auto von VW, dessen Software über das Internet  aktualisiert werden soll. Im Sommer 2020 sollen europaweit 30.000 vorbestellte Fahrzeuge des batterieelektrischen Modells an die Kunden ausgeliefert werden. Laut Insidern, hakt es noch beim Zusammenspiel der komplexen Systeme.

Dresden wird die neue Heimat des ID.3

Der Volkswagen-Konzern hat ambitionierte Ziele: Bis 2029 sollen bis zu 75 E-Automodelle auf den Markt kommen. Konzernweit prognostiziert VW einen Absatz von 26 Millionen E-Autos. Erst kürzlich haben die Wolfsburger verkündet, ab nächstem Jahr bis 2024 33 Milliarden Euro in Elektromobilität zu investieren. Dresden ist daraufhin die neue Produktionsstätte des ID.3 geworden. In Zwickau hat bereits die Serienproduktion des ID.3 begonnen. Laut Thomas Aehlig werden die Mitarbeiter des Werks umfassend geschult, um das E-Auto auf die Straße zu bringen. Der Betriebschef der Manufaktur in Sachsen geht davon aus, dass Dresden ein wichtiger Ort für die digitale Automobilindustrie wird.

Kunden konnten seit dem 8. Mai 2019 eine Reservierung für den ID.3 abschließen. Die Vorbestellung kostet 1.000 Euro. Der hinterlegte Betrag wird mit dem Kaufpreis verrechnet. Innerhalb von 24 Stunden hat der Automobilhersteller 10.000 Reservierungen erhalten ein voller Erfolg, mit dem selbst Volkswagen nicht gerechnet hat.

Der ID.3 ist in der Erstedition auf 30.000 Autos für den europäischen Raum begrenzt. Daher verwundert es nicht, dass die Vorabreservierungen die Erwartungen des Konzerns deutlich übertreffen.

Fakten zum Kauf eines ID.3

  • Reichweite von bis zu 420 Kilometer
  • Kosten der einfachsten Ausstattung unter 40.000 Euro
  • 1 Jahr lang kostenfreier Strom bis maximal 2.000 kWh
  • 3 Ausstattungsvarianten
  • 4 noch nicht näher benannte Farben
  • immer dabei ist die Sprachsteuerung Voice-Control
  • Produktion startet 2019
  • Auslieferung Mitte 2020
  • Bauort: Zwickau und Dresden

Der ID.3 ist das erste Modell des Konzerns auf Basis des modularen E-Antriebsbaukastens. Täglich sollen ab Ende 2020 bis zu 1.500 Elektroautos für Volkswagen gefertigt werden.

VW investiert in eigene Batteriezellfertigung

Der VW-Aufsichtsrat hat beschlossen, eine Milliarde Euro in eine eigene Batteriezellfertigung zu investieren. Die Zellfabrik soll in Salzgitter entstehen. Damit baut der Konzern das Herzstück seiner E-Autos selbst. Mit welchem Partner Volkswagen die Batterien baut ist noch unklar. Es sind gute 3 Jahre nötig, um eine entsprechende Zellfabrik aufzubauen.

VW plant zudem seine Vertragshändler schrittweise in ein digitales E-Commerce-System zu integrieren, das Schnittstellen zu den Kunden schaffen soll. Dazu hat der Konzern unter anderem die Übernahme des spezialisierten Unternehmens Diconium ins Auge gefasst.

Das Elektroauto für jedermann

420 Kilometer Reichweite ist eine Kampfansage an Tesla. Das Tesla Model 3 bewegt sich nämlich in einer ähnlichen Preisklasse. Bei Volkswagen ist man sich sicher, dass E-Autos das Straßenbild prägen werden. Der Konzern arbeitet daher intensiv an einem Umbruch seines Modellangebots. Im September 2019 hat VW den ID.3 auf der IAA in Frankfurt vorgestellt. Details zur Motorleistung, zum Gewicht der Batterie oder zur Ausstattung blieben bis zur Präsentation unter Verschluss. Wie die Premiere verlief erfahren Sie in unserem Artikel „VW ID.3 feiert Premiere„, der ebenfalls einen exklusiven Blick hinter die Produktionskulissen wirft.

Das „Prebooking“ des ID.3 wurde wie ein Event aufgezogen. Wie man es von Apple und Google kennt, die aus der Vorstellung von neuen Smartphones eine große Veranstaltung machen, hat Volkswagen für das neue Elektroauto alle Register gezogen. Zum Beispiel tragen alle E-Autos, die vorab bestellt werden, das Label „first“ auf der Heckklappe.

Die Vorbestellung verläuft prinzipiell wie eine Bestellung im Onlineshop. Wie genau der Wagen aussieht und was man als Fahrer dann unter der Haube hat, erfährt man erst, wenn die Lieferung ankommt. Ein gewisser Nervenkitzel ist also dabei.

Ein besonderes Highlight ist das Angebot, dass Käufer ein Jahr kostenlos Strom bis maximal 2.000 kWh laden können. Das gilt an allen öffentlichen Ladesäulen, die an die Volkswagen Ladeapp „WeCharge“ angeschlossen sind sowie im europaweiten Schnellladenetz Ionity, an dem Volkswagen beteiligt ist und das grünen Strom anbietet. Der ID soll nur 30 Minuten laden.

VW ID ist für den Konzern überlebenswichtig

Das Elektromodell VW ID ist für das Unternehmen äußerst wichtig. Volkswagen benötigt einen signifikanten Anteil verkaufter E-Autos an der Gesamtflotte. Ansonsten könnte der Konzern die von der EU verordneten CO2-Grenzwerte nicht einhalten und das würde hohe Strafen nach sich ziehen. VW verkauft nach eigenen Angaben pro Jahr weltweit mehr als 10 Millionen Fahrzeuge. „Der ID ist das Symbol einer neuen Bewegung“, erklärt Jürgen Stackmann. Stackmann ist als VW-Vertriebsvorstand tätig.

Volkswagen steigt auch bei E-Scootern ein

VW nutzt die Gunst der Stunde und steigt in den E-Scooter-Markt ein. Scooter sollen über Sharing-Plattformen vermietet werden – als Alternative zu Autos, Taxis oder Bussen in Großstädten. Auch gegen die Parkplatznot bieten die kleinen Fahrzeuge eine Alternative. Etliche europäische Metropolen setzen auf das Konzept, um ihr Verkehrschaos in den Griff zu bekommen. Deutschlands Metropolen sind bald mit dabei. Erfahren Sie hier mehr zu dem Konzept.

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