E-Mobilität 20.05.2021, 13:09 Uhr

Elektroauto und Wallbox: Was Sie vor dem Kauf beachten müssen

Wer sich ein Elektroauto zulegen möchte, muss sich unbedingt auch Gedanken über das Laden machen. Die VDI Verbrauchertipps geben Rat zu Wallbox und Co.

Wer ein Elektroauto kaufen will, muss sich über das Laden Gedanken machen: Ist eine Wallbox die richtige Lösung? Was ist dabei zu beachten? Die VDI-Verbrauchertipps geben Rat. Foto: panthermedia.net/chesky_w

Wer ein Elektroauto kaufen will, muss sich über das Laden Gedanken machen: Ist eine Wallbox die richtige Lösung? Was ist dabei zu beachten? Die VDI-Verbrauchertipps geben Rat.

Foto: panthermedia.net/chesky_w

Es wie ein bisschen wie die Sache mit dem Huhn und dem Ei: Wer sich ein Elektroauto kaufen will, muss sich Gedanken darüber machen, wie er sein neues Auto künftig laden will. Doch was muss zuerst geplant werden? Der Autokauf? Oder die Installation einer Lademöglichkeit? Was ist dabei zu beachten?

Wertvollen Rat bieten jetzt die Verbrauchertipps des VDI zum Thema.

Zwar gibt es immer mehr öffentliche Ladestellen und auch die Zahl großer Schnellladestationen wächst. Doch wirklich komfortabel wird das Leben mit dem Stromer erst, wenn er zuhause aufgeladen werden kann. Nur: Über die normale Haushaltsteckdose sollte man das Elektroautos in der Regel nicht regelmäßig aufladen. Die Steckdosen eignen sich nicht für langes Laden unter einer derart hohen Last. Wenn alles schlecht läuft, kann es sogar zu einem Kabelbrand kommen.

Elektroauto: Was ist eine Wallbox?

Die aktuelle Standardlösung: Eine sogenannte Wallbox. Sie bietet zwei wichtige Vorteile:

  1. Die Wandladestationen verfügen über Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler und bieten maximale Sicherheit: Die Schutzeinrichtungen verhindern, dass Menschen einen Stromschlag bekommen, falls zum Beispiel Kontakte nass geworden sind.
  2. Die Ladeleistungen sind deutlich höher als über eine Steckdose. Über 20 kW sind je nach Modell theoretisch möglich (statt 3,68 kW bei der Haushaltssteckdose).

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Nun ist im Leben selten etwas gänzlich unkompliziert. Das gilt auch für Elektroauto-Besitzer (in spe). Bei der Planung einer Wallbox gibt es einiges zu bedenken. Das fängt schon bei der Wahl der Wallbox fürs Elektroauto an.

Welche Arten von Wallbox gibt es?

Grundsätzlich unterscheiden sich die verschiedenen Wallboxen hinsichtlich der Stromstärke. So gibt es einphasige oder dreiphasige Anschlüsse für die Wallbox:

  • Einphasig: Die Stromstärke ist auf maximal 20 Ampere begrenzt, was wiederum einer Ladeleistung von 4,6 kW entspricht.
  • Dreiphasig: Hier sind Ladeleistungen von 11 kW bis zu 22 kW möglich. Die Ladeeinrichtungen müssen immer beim Netzbetreiber angemeldet werden. Eine Wallbox mit mehr als 11 kW Ladeleistung ist überdies genehmigungspflichtig.

Überdies gibt es unterschiedliche Systeme, die verhindern, dass Unbefugte die Wallbox nutzen:

  • Das kann zum Beispiel ein abschließbarer Schalter sein
  • Oder ein RFID-Kartenleser

Wie lange dauert das Laden mit einer Wallbox?

Das kommt auf die Wallbox an – je nach Typ sind die Ladezeiten sehr unterschiedlich.

Wenn Sie einen leere 40-kWh-Li-Ionen-Akku laden wollen, müssen sie ungefähr mit folgenden Zeiten rechnen:

Leistung

Ladedauer

Haushaltssteckdose

230 V, 16 A

3,68 kW

15 bis 17 Stunden

Wallbox

230 V, 16 A

3,7 kW

10 bis 11 Stunden

Wallbox

230 V, 20 A

4,6 kW

8 bis 9 Stunden

Wallbox

400 V, 3 x 16 A

11 kW

3 bis 4 Stunden

Wallbox

400 V, 3 x 32 A

 

22 kW

2 bis 3 Stunden

Welche Wallbox für welches Elektroauto?

Die Wallbox und das Elektroauto beziehungsweise das Bordladegerät sollten zusammenpassen. So gibt es zum Beispiel einphasige oder dreiphasige Bordladegeräte. Das heißt: eine Ladestation mit einer Leistung von 22 kW bietet keinen Mehrwert ohne das dazu passende Bordladegerät. Andererseits kann es sich lohnen, in die Zukunft zu investieren: Falls Sie sich in ein paar Jahren ein Elektroauto anschaffen, das mehr als eine Stromphase nutzen kann, haben Sie die passende Infrastruktur schon zuhause.

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Ladestation im Mehrfamilienhaus: Was ist zu beachten?

Eigenheimbesitzer haben es etwas leichter, sie können Ladestationen direkt in Auftrag geben. Aber wie ist das bei einem Mehrfamilienhaus? Im neuen Wohnungseigentumsgesetz ist das Einrichten einer Ladeinfrastruktur zwar geregelt, ein Rechtsanspruch besteht für Eigentümer und Miete. Allerdings muss die Eigentumsgemeinschaft zustimmen und gegebenenfalls die Kosten der Mieter tragen.

Tiefergehende Antworten auf viele Fragen rund um das Thema Elektroauto finden Sie jetzt in den aktuellen Verbrauchertipps des VDI.

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Ein Beitrag von:

  • Peter Sieben

    Peter Sieben ist Content Manager und verantwortlicher Redakteur für ingenieur.de. Nach einem Volontariat bei der Funke Mediengruppe war er mehrere Jahre als Redakteur und Politik-Reporter in verschiedenen Ressorts von Tageszeitungen und Online-Medien unterwegs. Er schreibt über Forschung, Politik und Karrierethemen.

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