Bosch, Continental und ZF Lenksysteme 15.01.2015, 15:47 Uhr

Deutsche Technik in Googles selbstfahrenden Autos

Google fertigt die ersten selbstfahrenden Autos mit Zulieferprodukten aus Deutschland. Bosch, Continental und ZF Lenksysteme liefern Elektromotor, Bremssysteme, Reifen und Sensorik für die erste Testflotte. Schon ab dem Frühjahr sollen 150 autonome Fahrzeuge probehalber durch Kalifornien rollen

Googles selbstfahrendes Auto: Im Mai hatte der Internet-Konzern den ersten Prototypen vorgestellt. Jetzt sollen 150 Testfahrzeuge gebaut werden. Unter anderem mit der Technik von deutschen Zulieferern an Bord.

Googles selbstfahrendes Auto: Im Mai hatte der Internet-Konzern den ersten Prototypen vorgestellt. Jetzt sollen 150 Testfahrzeuge gebaut werden. Unter anderem mit der Technik von deutschen Zulieferern an Bord.

Foto: Google

Die Spekulationen über mögliche Partner von Google beim Bau der ersten Testflotte mit 150 selbstfahrenden Autos haben ein Ende. Die Namen sind gefallen und damit ist klar: Google setzt auf deutsche Technik. Am Bau des Zweisitzers werden die Zulieferer Bosch, Continental und ZF Lenksysteme beteiligt sein. Das verriet Google-Projektchef Chris Urmson der Detroit Free Press. Gefertigt werden die 150 selbstfahrenden Wagen beim amerikanischen Fahrzeugentwickler Roush nahe Detroit.

Noch im August 2014 hatte Hubert Lakner, Vorsitzender des Fraunhofer-Verbundes Mikroelektronik, die deutsche Autoindustrie aufgefordert, sich stärker gegen Google zu wehren. Jetzt machen zumindest die Zulieferer gemeinsame Sache mit dem Internetkonzern.

Bosch, Continental und ZF Lenksysteme 

„Wir freuen uns, an diesem faszinierenden und innovativen Projekt mitzuarbeiten. Und wir wissen es zu schätzen, Google für das Self-Driving Car Project wichtige Komponenten des elektrischen Antriebsstrangs – Elektromotor und Leistungselektronik – sowie den Fernbereichs-Radarsensor zu liefern“, erklärte Bosch-Chef Volkmar Denner. Gebaut wird der 32 Kilo leichte Elektromotor mit 80 Kilowatt in Hildesheim bei EM-motive. Dies ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Daimler und Bosch, das zusammen an der Entwicklung und Herstellung von Antrieben für Elektrofahrzeuge arbeitet.

Continental aus Hannover liefert die Bremssysteme, die Reifen, die Steuerungselektronik und die Raddrehzahlsensoren.

„Unsere Expertise in den Bereichen Lenksystementwicklung, Fahrerassistenzsysteme und besonders der Sicherheitskonzepte wird dabei helfen, automatisiertes Fahren Realität werden zu lassen. Wir sind sehr erfreut darüber, gemeinsam mit Google ein neues Lenksystem für Googles autonomes Landfahrzeug entwickeln zu dürfen“, zitiert Google auf seiner Neuigkeitenseite einen Sprecher der Firma ZF Lenksysteme. Das Unternehmen ist ein gleichberechtigtes Joint Venture der Robert Bosch GmbH und der ZF Friedrichshafen AG.

Zusammenarbeit mit traditionellen Autoherstellern gewünscht

Ob Google künftig eigene Autos produzieren wird ist laut Urmson noch unklar. Möglicherweise werde man mit traditionellen Herstellern zusammenarbeiten. Erste Gespräche mit General Motors, Ford, Toyota, Daimler und Volkswagen würden geführt.

Neues Design wahrscheinlich

Ob das für 2020 geplante Auto dann so aussehen wird, wie der Prototyp, ist unwahrscheinlich. „Heutige Flugzeuge sehen auch nicht aus wie die ersten Modelle der Gebrüder Wright“, sagte Urmson gegenüber der Detroit Free Press. Vielmehr werde sich der Prototyp im Laufe der Zeit immer weiter entwickeln. Experten gehen davon aus, dass zunächst aus rechtlichen Gründen auch wieder ein Lenkrad für die Testflotte eingebaut werden muss. Laut Urmson will Google die selbstfahrenden Autos in fünf Jahren marktreif haben.

 

Von Petra Funk

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