Verkehr 27.05.2011, 19:53 Uhr

China fördert Elektromobilität bis 2020 mit 11 Milliarden Euro

Mit dem „Entwicklungsplan für energiesparende und alternativ angetriebene Fahrzeuge“ sowie 11,5 Mrd. € fördert Chinas Regierung bis 2020 den Aufbau der Elektromobilität in der Volksrepublik. Das Geld gibt es für Forschung, Entwicklung und Kommerzialisierung sowie Ladeinfrastruktur und den Produktionsaufbau von Akkus und Elektromotoren.

Analog zur deutschen Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) koordinieren in China 16 Staatsbetriebe aus verschiedenen Branchen die Aktivitäten. Auch sie wollen Stromer und Plug-in-Hybride über Modellregionen in den Verkehr bringen. Privatleute sollen in fünf der 25 Regionen bei deren Kauf mit direkter staatlicher Förderung rechnen können.

Mit der massiven Subventionierung will China Leitmarkt für Elektromobilität werden. Schon in der Laufzeit des 12. Fünfjahrplans bis 2015 sollen Fertigungskapazitäten für 1 Mio. Elektrofahrzeuge jährlich entstehen. Dafür will die Zentralregierung chinesischen Zeitungsberichten zufolge fünf Hersteller von Batterien und Elektromotoren etablieren. Bis 2020 sollen bereits 5 Mio. Elektrofahrzeuge im Reich der Mitte unterwegs sein.

China fördert Elektromobilität wegen rascher Verkehrszunahme

Die Urbanisierung und rasche Verkehrszunahme in den Städten sind ein zentraler Treiber der Elektrofahrzeugstrategie. Laut Prognose der Management- und Strategieberatung McKinsey werden Chinas Städte bis 2025 um 400 Mio. Einwohner wachsen. Damit würden zwei von drei Chinesen in Städten leben.

Der Trend stellt das Land vor gewaltige Aufgaben. Das 2008 geschaffene Umweltministerium zitierte jüngst eine aktuelle Studie der lokalen Umweltorganisation Friends of Nature (FON), die Chinas Großstädten ernste „Erkrankungen“ attestiert: Wassermangel, Luftverschmutzung und Verkehrskollaps. Die Lebensqualität und Zufriedenheit der Städter seien davon stark beeinträchtigt.

„Städte sind die größten Energieverbraucher. Sie müssen Brennpunkte des Umweltschutzes und die Treiber der Entkarbonisierung unserer Wirtschaft werden“, zitierte das Ministerium FON-Chef Li Bo. Neben Umweltschützern erheben auch anerkannte Wissenschaftler die Stimme für mehr Umweltschutz durch Regierung und Wirtschaft.

Chinas Regierung reagiert. So verbannt Peking gerade Kohleöfen und 400 000 Altfahrzeuge aus der Stadt, um sein Ziel „sehr gute bis gute Luftqualität an über 290 Tagen im Jahr“ zu erreichen. Zhidong Zhuang, Leiter der städtischen Umweltverwaltung, räumt ein, dass die Luftqualität Pekings zu wünschen übrig lässt. „Gründe sind die hohe Fahrzeugdichte, der wachsende Energieverbrauch der stark anschwellenden Bevölkerung und die vielen Großbaustellen“, sagte Zhuang kürzlich bei der Vorstellung eines Aktionsplans für bessere Luftqualität.

China: Durch Elektromobilität soll Abhängigkeit vom Erdöl reduziert werden

Als weiterer Hintergrund der Milliardenförderung für Elektromobilität gilt der Wunsch Chinas, seine Abhängigkeit von Erdöl im Zaum zu halten. Ebenso dürfte die industriepolitische Perspektive das Regime reizen.

Während der Vorsprung der Amerikaner, Europäer und Japaner beim Verbrennungsmotor uneinholbar scheint, ist die Elektromobilität wie ein Neustart für die Branche. Lokale Hersteller wie BYD, Cherry, Beijing Electric Vehicle Co. und andere stehen neben Autoherstellern wie BMW, Daimler, Honda, Nissan, Toyota und Volkswagen in den Startlöchern, um an Subventionen und Wachstum teilzuhaben.

McKinsey hat eine Prognose, die den Verantwortlichen besser gefallen dürfte als die Zahlen zur Urbanisierung. Der Markt für Antriebstechnik in China und Indien wird demnach von 14 Mrd. € in 2010 binnen 20 Jahren auf 87 Mrd. € zulegen, wobei 230 000 Jobs entstehen dürften. Bis dahin, so prognostizieren die Berater, würden weltweit zwei Drittel aller Neufahrzeuge mit elektrifiziertem Antriebsstrang ausgeliefert. Es bleibt abzuwarten, wie viele davon „made in China“ sein werden. 

  • Peter Trechow

  • Wolfgang Pester

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