Was die Verordnung besagt 05.04.2019, 14:47 Uhr

Bundesregierung ebnet E-Scootern den Weg: Das müssen Fahrer jetzt wissen

Spätestens ab Juni sollen E-Scooter auf Deutschlands Straßen rollen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die Straßenzulassung freigegeben. Was Sie jetzt über das Fahren mit den angesagten Elektrotretrollern wissen müssen, lesen Sie hier.

Der Smartscooter eignet sich besonders für Pendler: Mit einer Akkuladung kommen sie 27 Kilometer weit. Der 36 Volt Lithium-Ionen-Akku ist nach drei Stunden Ladezeit fit für die Rückfahrt. 
Foto: ION

Der Smartscooter eignet sich besonders für Pendler: Mit einer Akkuladung kommen sie 27 Kilometer weit. Der 36 Volt Lithium-Ionen-Akku ist nach drei Stunden Ladezeit fit für die Rückfahrt. 

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In US-Metropolen gehören E-Scooter zum Straßenbild dazu. Das könnte bald auch in deutschen Städten so sein, denn die Bundesregierung hat den Weg für die E-Flitzer frei gemacht. Die neue Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) besagt, dass auch „elektrisch betriebenen Fahrzeugen ohne Sitz und selbstbalancierenden Fahrzeugen“ am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen.

Die Roller sind leise, praktisch und umweltbewusst. Anstelle das Auto für kürzere Strecken zu nutzen, reicht es aus, schnell den E-Scooter auszuklappen. Der Trend wird von Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) unterstützt. Er möchte die Roller bereits in wenigen Monaten zulassen. Der erste Schritt ist getan, das Bundeskabinett hat den Vorschlag gebilligt. Ein wichtiger Meilenstein könnte der 17. Mai 2019 sein. An diesem Tag wird im Bundesrat über die neue Verordnung abgestimmt.

Spricht sich der Rat für diese Idee aus, sind E-Scooter in Deutschland bald Realität. Die Roller würden für eine Entlastung des Nahverkehrs sorgen.

Elektrotretroller ohne Führerschein fahren

Die Hersteller rechnen mit einem ähnlichen Erfolg wie bei E-Bikes. Elektronische Fahrräder sind bei Berufstätigen beliebt und dienen als ökologische Alternative zum Auto. Allerdings lassen sich diese nur schwer im Bus transportieren. In manchen Städten ist die Mitnahme zu den Hauptverkehrszeiten eingeschränkt. Diese Lücke würden E-Scooter füllen, da sie sich bequem zusammenklappen lassen.

Als Zielgruppe kommen vor allem Berufspendler infrage. Kinder und Jugendliche sind ebenfalls potenzielle Kunden. Ein E-Scooter ist ein sinnvoller Ersatz fürs normale Mofa. Der Elektroroller ist zwar langsamer, dafür wird kein Führerschein benötigt.

Der E-Scooter als neues Kraftfahrzeug

Bei einem Elektrotretroller handelt es sich um ein Kraftfahrzeug. Deshalb ist ein neues Gesetz zur Zulassung erforderlich. Der Roller verfügt über eine Lenk– oder Haltestange zur Steuerung im Straßenverkehr.

Das Gewicht ist bei einer maximalen Höhe von 1,40 Meter auf 55 Kilogramm beschränkt. Die Länge liegt bei bis zu zwei Metern, die Breite bei höchstens 70 Zentimetern. In der aktuellen Verordnung ist eine Geschwindigkeit zwischen 6 und 20 Stundenkilometern festgelegt, die sich nach dem Alter des Fahrers richtet. Das heißt: E-Scooter dürfen nur Personen fahren, die mindestens 12 Jahre alt sind. Zum Tempolimit: Wer unter 14 Jahre alt ist, darf nur E-Scooter mit einer Maximalgeschwindigkeit von 12 km/h fahren. Das Rollen ist lediglich auf Geh- und Radwegen erlaubt. Nur wenn kein Geh- oder Radweg vorhanden ist, darf auf der Straße gefahren werden. Ab 14 Jahre dürfen schnellere E-Scooter genutzt werden. Die Höchstgeschwindigkeit für diese beträgt 20 km/h. Wenn kein Radweg vorhanden ist, kann auf die Straße ausgewichen werden. Bundesstraßen oder Autobahnen dürfen nicht mit dem E-Scooter befahren werden. Günstige Modelle schaffen mit einer Akkuladung Strecken von etwa 20 bis 30 Kilometern. Teurere Modelle schaffen über 100 Kilometer. Zur Sicherheit sind Beleuchtung, zwei Bremsen, eine Klingel und Reflektoren vorgeschrieben. Optional können die Leuchten abnehmbar sein.

Außerdem müssen die Drehgriffe oder Knöpfe des Motors innerhalb einer Sekunde in Nullstellung zurückspringen. Die Leistungsbegrenzung beträgt 500 Watt, bei selbstbalancierenden E-Scootern sind es 1.400 Watt. Wer einen Roller fahren möchte, benötigt eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Verursacht der Fahrer einen Unfall, entschädigt die Haftpflicht das Unfallopfer gerecht. Der Rollerfahrer erhält von seinem Versicherer eine Klebeplakette, die er hinten befestigen muss. Ohne Versicherung zu fahren ist ein strafbarer Tatbestand.

Ein ökologisches Fortbewegungsmittel

E-Scooter lassen sich bequem zusammenklappen und überall mitnehmen. Es ist möglich, die Fahrzeuge in Bussen und Bahnen zu transportieren. Durch ihren elektrischen Antrieb sondern E-Scooter keine Emissionen ab. Elektrotretroller stehen für emissionsfreies und nahezu lautloses Fahren. Berufstätige erhalten eine ökologische Lösung.

Fazit: Schnell in Städten unterwegs

Ein E-Scooter ist das städtische Fortbewegungsmittel der Zukunft. In den USA sind Elektroroller bereits Alltag, Deutschland könnte bald nachziehen. Die Zulassung ist sehr wahrscheinlich, da sich Bundesregierung und EU dafür aussprechen. Momentan gibt es Diskussionen, ob alle Roller auf Radwegen oder Straßen fahren müssen. Eine Helmpflicht wird ebenfalls diskutiert, um die Fahrer vor Gefahren zu schützen.

Mit der Verordnung möchte die Bundesregierung die Elektromobilität fördern. Das ist wichtig, um den Weg zu einer sauberen Zukunft zu ebnen. Daher soll auch kein Führerschein erforderlich sein. E-Scooter können einen zentralen Beitrag für den Umweltschutz leisten. Im Vergleich zu E-Autos sind Scooter erschwinglich. Ein Einstiegsmodell ist für mehrere hundert Euro zu haben.

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