IAA 2011 09.09.2011, 12:07 Uhr

Automobilindustrie: Zukunftsvision Elektromobilität

Umsätze und Gewinne der deutschen Autoindustrie liegen aktuell auf Rekordniveau. Während sie zur Messe IAA ein nie gekanntes Modellfeuerwerk abbrennt, treibt die Branche mit der Elektromobilität international eine klare Zukunftsvision an. Gute Gründe für eine erfolgreiche 64. IAA Pkw. Der Verband der Automobilindustrie erwartet vom 15. bis 25. September mehr als 1000 Aussteller, 800 000 Besucher und 89 Weltpremieren.

Anders als der stark kriselnde Finanzsektor strotzt die Automobilindustrie derzeit vor Kraft. Nach dem Rekordabsatz aller Hersteller 2010 von weltweit 57 Mio. Pkw geht der deutsche Verband der Automobilindustrie (VDA) bis 2012 von einem weiteren Wachstum auf einen jährlichen weltweiten Absatz von 70 Mio. Pkw aus – andere Marktanalysten rechnen ab 2020 damit, dass global jährlich mehr als 100 Mio. Pkw verkauft werden.

Sowohl der VDA als auch der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) rechnen für 2011 damit, dass in Deutschland deutlich mehr Pkw neu zugelassen werden als 2010.

Im August lagen in Deutschland die Neuzulassungen um 18,3 % über dem entsprechenden Vorjahresmonat und im 1. Halbjahr wurden 11,2 % Pkw mehr abgesetzt und angemeldet als im Vorjahreszeitraum. Und das bei rasant steigender Modellvielfalt.

Modellvielfalt wird zum Branchentrend in der Automobilindustrie

Für Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Duisburger Center of Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen, erkennt in der wachsenden Modellvielfalt einen Branchentrend. Er zählte allein in Deutschland 1706 Pkw-Varianten in aktuell 367 Modellreihen.

„Der Trend beschleunigt sich. Mitte des Jahrzehnts dürften es 415 Modellreihen sein. Vertriebskosten lassen sich deutlich reduzieren, wenn die Hersteller ihre Mauerblümchen schneller aus dem Markt nehmen“, meint Branchenexperte Dudenhöffer.

Angesichts des prognostizierten weltweit steigenden Absatzes erwarten Analysten einen raschen Kapazitätsausbau. So dürften die deutschen Hersteller die Fertigungskapazitäten an ihren nationalen und internationalen Standorten nach Einschätzung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC bis 2015 um ein Viertel auf dann 16,6 Mio. Autos steigern. Selbst damit sei die Nachfrage aber kaum zu bedienen, so PwC, die eine Produktion am Limit bei 87 % Auslastung im Mittel prognostiziert.

Automobilindustrie: Umsatzrendite und Gewinne pro Fahrzeug erreichen Rekordniveau

Der Höhenflug kommt zur rechten Zeit. Nach den teils schweren Verlusten im Zuge der letzten Finanzkrise kann die Branche nun die Kasse für die großen Herausforderungen der Zukunft füllen. „Sowohl die Umsatzrenditen als auch die Gewinne pro Fahrzeug lagen zuletzt auf Rekordniveau“, erklärte Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management – CAM, Bergisch Gladbach. Mit einer mittleren Ebit-Marge von 4,6 % habe die Branche ihren bisherigen Topwert von 2007 letztes Jahr übertroffen, wobei das deutsche Trio BMW, Daimler und Volkswagen gemäß aktueller „OEM-Performance-Studie 2011“ des CAM weit oberhalb dieses Mittelwerts lag.

Die Aussteller starten optimistisch und mit vollen Akkus in die IAA. Erstmals ist eine ganze Halle der Elektromobilität gewidmet. Sie gehört mit den stark anziehenden EU-Klimaschutzvorgaben zu den Herausforderungen der Branche.

Die deutsche Automobilindustrie investierte laut VDA schon letztes Jahr 20 Mrd. € in Forschung und Entwicklung (F&E). Dieser Aufwand wird sowohl im Bereich konventioneller Antriebe als auch in der Elektromobilität und nicht zuletzt durch die Anpassung der Pkw an die unterschiedlichen globalen Märkte weiter zunehmen. In dem Zusammenhang wächst auch die Bedeutung von Patenten in der Elektromobilität. Dort liegen die Hersteller aus Fernost mit Schutzrechten bisher weit vorn.

Automobilindustrie investiert in Elektromobilität

Im „E-Mobility-Patentindex – 2006 bis 2010“ der Patent- und Rechtsanwaltskanzlei Grünecker liegt unter den 15 größten Autoherstellern Toyota mit 2588 Patenten weit vorn, gefolgt von Renault-Nissan (940), Honda (727), Ford (455). Unter den deutschen Herstellern hält Daimler 205 Patente im Bereich Elektromobilität – BMW und Volkswagen beide jeweils unter 150 Patente.

Die Situation erinnert Grünecker-Patentanwalt Jens Christian Koch an den Smartphone-Markt, wo Nachzügler wie Google teure Lizenzen erwerben oder Patente kaufen müssen. „Mit ihrer Übermacht bei den Patenten und Patentanmeldungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge haben die Hersteller in Fernost erhebliche Werte aufgebaut“, so Koch. „Sie zwingen damit Mitbewerber, nach alternativen Lösungen zu forschen oder sich über Partnerschaften am Markt einzukaufen.“

 

  • Peter Trechow

  • Wolfgang Pester

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